Das Café Fridolin geht wieder auf

Lorraine Meier und Carlo Uffer verhelfen dem Brugger Café Fridolin zu einem Neustart. Am 1. November feiern die beiden Eröffnung.

Freuen sich auf ihren Neustart im «Fridolin»: Lorraine Meier und Carlo Uffer mit Baby Laurin. (Bild: aru)

22. Oktober 2021
10:40

Die Vorhänge im Café Fridolin an der Hauptstrasse 46 sind zurückgezogen, es brennt Licht. Im Innern stapeln sich Kartonkisten, dazwischen steht ein Kinderwagen. Darin schläft selig der neun Wochen alte Laurin. Er lässt sich nicht beeindrucken vom geschäftigen Treiben um ihn herum. Seine Eltern, Lorraine Meier (33) und Carlo Uffer (37), packen aus und richten ein. Die Freude auf ihr «eigenes» Lokal ist den beiden anzusehen.


Von Tinizong nach Brugg
Noch nicht lange her, da lebten Meier und Uffer im bündnerischen Tinizong, wo sie vier Jahre lang das Restaurant «La Scuntrada» führten. Ein Grossbetrieb, der Platz für bis zu hundert Gästen bot. «In der Hochsaison hatten wir fünf Mitarbeitende», erzählt Carlo Uffer, dessen Vater aus Savognin stammt. In Bellikon aufgewachsen, lernte der Koch während seiner Lehr- und Wanderjahre Berufskollegin Lorraine Meier kennen, die ihrerseits aus Zürich stammt. Die beiden wurden ein Paar und entschieden sich, eine Zeitlang gemeinsam ins Bündnerland zu gehen. Ihr Start als Gastwirte gelang, das Restaurant in Tinizong lief gut. «Wir bauten viel Neues auf», erzählt Carlo Uffer und nimmt einen tiefen Artemzug. «Es war eine schöne, aber auch eine strenge Zeit.

Dann kam der Lockdown. Lorraine Meier und Carlo Uffer führten das «La Scuntrada» im Sparbetrieb und stellten um auf ein «Take-away»-Angebot. «Dabei merkten wir, dass wir als Zweierteam wunderbar funktionieren», lacht Uffer. Als sich wenig später Sohn Laurin ankündigte, entschieden sich die beiden für einen Neubeginn. Sie kündigten ihre Pacht im Bündnerland und planten den Umzug in den Aargau, nach Lupfig. «Die Nähe zu den Grosseltern und unseren Verwandten ist für uns als frischgebackene Eltern eine grosse Unterstützung», sagt Lorraine Meier. Während ihr Partner «gut ein neues Kapitel im Leben anfangen kann», sehnt sich Meier noch oft nach den Bergen. «Ich bin sehr naturverbunden», sagt sie. «Die Umgebung in Tinizong hat mir diesbezüglich entsprochen.» Für die beiden Gastrounternehmer war deshalb auch klar, dass sie kein Restaurant im Zentrum von Zürich übernehmen, sondern «irgendwo zwischen Stadt und Land» tätig werden wollten. Auf der Suche nach einem geeigneten Lokal wurden sie schliesslich in Brugg fündig.

 

Eine besondere Spezialität von Lorraine Meier: Die selbst gemachte Crèmeschnitte. (Bild: zVg)

 

Crèmeschnitten als Spezialität
Von der bewegten Geschichte, die das Café Fridolin hinter sich hat, lassen sich Lorraine Meier und Carlo Uffer nicht beeindrucken. «Wir beginnen ganz frisch und auf unsere Art», sind die beiden überzeugt. Die Aufgabenteilung zwischen den beiden ist klar. Meiers Domäne ist die Küche – «ich ziehe mich manchmal ganz gerne etwas zurück» –, Uffer übernimmt den Part des Gastgebers – «ich mag es, im Service mit den Gästen in Kontakt zu sein». Vorerst wird das Café Fridolin als Tagesbetrieb geführt. Nebst einem Frühstücksangebot – «mit selbstgemachtem Birchermüesli mit Sanddorn» – wird über Mittag ein frisch gekochtes Menü mit Salat oder Suppe serviert, daneben gibts täglich, ganz der ursprünglichen Tradition des Brugger Cafés folgend, eine fruchtige und eine salzige Wähe. Die Menüs bringen auch Souvenirs aus den Bergen mit sich, so sind etwa Pizokels, Gerstensuppe und Älplermagronen geplant. Zudem bietet das Fridolin auch ein täglich frisches Angebot an Kuchen, das von den selbst gemachten Crèmeschnitten gekrönt wird. «Diese Spezialität zog im Bündnerland zahlreiche Gäste an», strahlt Lorraine Meier.

Gekocht wird im Fridolin möglichst regional und saisonal, die Speisen sind auch in Form von Take-away erhältlich. Geöffnet ist das Fridolin ab 1. November, jeweils von Montag bis Freitag, von 9 bis 18 Uhr. Für private Anlässe öffnet es auf Anfrage auch abends und am Wochenende. Da sich die Homepage noch im Aufbau befindet, kann man unter 079 752 16 04, carlo.uffer@gmx.ch reservieren.

 

 

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Kommentare (1)

  • René Leander Mühlebach
    René Leander Mühlebach
    am 08.11.2021
    Habe mit grossem Interesse Ihren Artikel in der Türkei gelesen und werde extra nach Brugg reisen um dieses neue Café zu begutachten, die Gastgeber kennen zu lernen und diese bekannte Crèmeschnitte zu kosten. Bis dann wünsche ich den beiden viel Glück und grüsse aus Side

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