Das Einwendungsverfahren läuft

Die Gemeindebehörden und das Büro Metron orientierten über die bis zum 7. September dauernde öffentliche Auflage des Planungswerks.

In Veltheim wird die Nutzungsplanung revidiert. (Bild: Archiv)

25. August 2021
14:22

In seiner Begrüssung der rund zwanzig in der Mehrzweckhalle anwesenden Personen führte Gemeindeammann Ulrich Salm aus, die Arbeiten an der Veltheimer Nutzungsplanung seien nun schon seit mehreren Jahren im Gange. In verschiedenen Etappen seien auch gesetzliche Veränderungen respektive Anpassungen vorgenommen worden. Nun aber gehe es mit der öffentlichen Auflage vorwärts, sodass allmählich mit einem Abschluss des recht komplexen Verfahrens gerechnet werden könne.


Die Vorgeschichte

Michael Wüthrich, diplomierter Raumplanungsingenieur bei der Metron AG in Brugg, ging in seinen nachfolgenden Ausführungen vorab auf den bisherigen und den noch bevorstehenden Ablauf bis zur Inkraftsetzung der Nutzungsplanung ein. Am Anfang standen eine Analyse und die Schaffung eines räumlichen Gesamtkonzepts mit öffentlicher Auflage im Frühjahr 2015. Anschliessend wurde bis Mai 2016 der Entwurf der Nutzungsplanrevision erarbeitet. Auf die erste kantonale Vorprüfung folgte sodann mit Auflage Ende 2018 das Mitwirkungsverfahren. Nach der Auswertung des Mitwirkungsberichts mit Bereinigung des Entwurfs standen hierauf bis Mai 2021 zwei weitere kantonale Vorprüfungen auf dem Programm, nach deren Abschluss nun im Rahmen einer weiteren öffentlichen Auflage das Einwendungsverfahren angesetzt ist. Voraussichtlich im Sommer 2022 soll die Beschlussfassung der Gemeindeversammlung und bis Ende 2022 die Genehmigung durch den Kanton folgen. Der Zeithorizont für die Gültigkeit der neuen Nutzungsplanung ist im Minimum auf fünfzehn Jahre ausgelegt. Die Revision des aktuellen Planwerks liegt rund ein Vierteljahrhundert zurück.


Innere Siedlungsverdichtung

Im Rahmen der Informationsveranstaltung wurde darauf hingewiesen, dass die 2019 beschlossene Teiländerung Nutzungsplanung «Schlosszone Wil­denstein» und «Spezialzone Rain» sowie die im Januar 2020 verabschiedete Teilnutzungsplanung «Abbaugebiete» von der Gesamtrevision ausgenommen sind. Zur Sprache kamen jedoch die verbindlichen Bestandteile der Vorlage für Grundeigentümer in Sachen Bau- und Nutzunsgsordnung (BNO) sowie Bauzonen- und Kulturlandplan (BZB / KLP). Im kantonalen Richtplan von 2011 und in der Teilrevision Siedlung von 2015 sind die Berücksichtigung des Ortsbildes von nationaler Bedeutung, der Verzicht auf die Erweiterung von Wohn- und Mischzonen (zwecks Förderung der Siedlungsentwicklung nach innen), die Pflege der Landschaften und Naturschutzgebiete von kantonaler Bedeutung in der Nutzungsplanung und die Berücksichtigung des Auenschutzparks als relevant aufgeführt. Als weitere kantonale Vorgaben sind die Umsetzungen des Bauinventars Aargau und der Gefahrenkarte Hochwasser, die Festlegung der Gewässerräume sowie die Harmonisierung der Baubegriffe und des Messwesens festgehalten.


Verzicht auf Einzonungen

Besonders wichtige Punkte sind folgende: Der Kanton stellt die Bedingung, dass keine neuen Bauzonen mehr bewilligt werden dürfen und dass die nicht belegten Bauzonen im Zeichen der geforderten Innenentwicklung innert fünfzehn Jahren genutzt werden müssen. Wo eine Baulandhortung vorliege, würde der Gemeinderat den Kontakt mit den Grundeigentümern suchen. Im Mitwirkungsverfahren von 2018 gingen aus der Bevölkerung 21 Eingaben mit insgesamt 71 Anträgen (ohne rund 100 Anträge einer Einzelperson) ein. Die Beantwortung ist dem separaten, vom Gemeinderat im November 2019 gutgeheissenen Bericht zu entnehmen. Aufgrund der Mitwirkung wurden diverse materielle Änderungen wie zum Beispiel die Unterschutzstellung von Objekten gemäss Bauinventar sowie Teilumzonungen angedacht. Eine wesentliche Anpassung ist die Umzonung der Einfamilienhauszone in die Wohnzone 2 mit Erhöhung der Ausnützungsziffer von 0,4 auf 0,5. Dach-, Attika- und Untergeschoss müssen nicht mehr angerechnet werden. Die Dorfzone wird ebenfalls der Wohnzone 2 zugeteilt, und Erstere wird neu zur Dorfkernzone. Massnahmen ergeben sich auch in der Umsetzung der Gefahrenkarte Hochwasser, beim Kulturlandplan sowie bei der Landwirtschaftszone und im Bereich der Naturschutzzonen entlang der Aare und im Waldgebiet. Bei den Natur- und Kulturobjekten sind diverse Aufhebungen oder Neueinführungen von Unterschutzstellungen vorgesehen.

In der abschliessenden Diskussion kamen hauptsächlich Partikularinte­ressen einzelner Versammlungsteilnehmer zur Sprache. Infrage gestellt wurden hauptsächlich Unterschutzstellungen gewisser Gebäude und Hochstamm-Obstanlagen. Im Rahmen der öffentlichen Auflage besteht nochmals Gelegenheit, die Anliegen zu thematisieren.

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