Das «etwas andere» Lager

Hier zählt nicht nur Leistung, auch der Spass ist wichtig! Das Geräteturnlager Neuenhof ist seit zwölf Jahren eine Erfolgsstory.

Eine unvergessliche Erinnerung – 67 Mädchen und das 7-köpfige Leitungsteam posieren zum Abschluss des Lagers in Neuenhof
Eine unvergessliche Erinnerung – 67 Mädchen und das 7-köpfige Leitungsteam posieren zum Abschluss des Lagers in Neuenhof (Bilder: is)

von
Ilona Scherer

18. Oktober 2016
21:30

Fröhliche Turn-Show

Als die letzte Übung beendet ist, brandet Applaus auf. Eltern, Geschwister, Götti und Grossmami – mehr als 100 Zuschauer sind gekommen, um zu bewundern, was die 67 lizenzierten Turnerinnen zwischen 9 und 15 Jahren im Geräteturnlager (kurz: Getu-Lager) in Neuenhof dazugelernt haben.

Die fröhliche Turn-Show am Freitagnachmittag bildet den traditionellen Abschluss des Lagers in der zweiten Herbstferienwoche. Diszipliniert verräumen die Mädchen noch die Geräte. Dann gibt es kein Halten mehr: «Mami, Papi!», tönt es durch die Halle, und die Mädchen rennen zu ihren Familien, die sie mit offenen Armen empfangen. Die Freude des Wiedersehens ist gross, doch da und dort fliessen beim Abschied auch Tränen: In Neuenhof wurden neben viel Sport und Spass auch Freundschaften geschlossen. Als Erinnerung erhält jede Teilnehmerin ein pinkfarbenes T-Shirt, auf dem sich alle mit Unterschrift verewigt haben. Ein tolles Andenken an eine tolle Zeit. Lagerleiter Maurus Marti und Köchin Erika Dobler verteilen noch allen ein süsses Lunchpaket, bevor es mit leuchtenden Augen nach Hause geht.

Ausschliesslich Mädchen dabei

Das Getu-Lager in Neuenhof ist sehr beliebt und immer schnell ausgebucht. Als Marti 2002 erstmals die Woche durchführte, nahmen 25 Kinder und Jugendliche teil. Zwölf Jahre später stossen die Organisatoren mit 67 Anmeldungen an die Grenze ihrer Kapazität. «Wir müssen leider immer wieder Interessenten absagen», bedauert Marti. Dass es in Neuenhof ein ganz besonderes Geräteturnlager gibt, hat sich mittlerweile im ganzen Land herumgesprochen: Sogar aus dem Thurgau und dem Wallis sind Kinder angereist. «Zum ersten Mal waren dieses Jahr aber ausschliesslich Mädchen dabei – was aber reiner Zufall ist», sagt Maurus Marti. Im siebenköpfigen Trainerteam sind auch zwei junge Männer dabei.

Was macht den besonderen Reiz des Lagers denn aus? «Bei uns zählen nicht nur Leistung, sondern auch der Spass und die Gemeinschaft sind ganz wichtig», erklärt der 44-jährige Hochbauzeichner. Tagsüber geht es vor allem darum, an den vier Hauptgeräten (Boden, Ringe, Sprung und Reck) Übungen zu vertiefen und gezielt neue Elemente zu lernen. Diese können die Turnerinnen dann an den Wettkämpfen mit ihren Vereinen umsetzen.

Die Übungen werden auf Video aufgenommen und analysiert. Auch Krafttraining stand regelmässig auf dem Programm. So erzielen die Mädchen in einer Woche grosse Fortschritte. «Manchmal ist es auch ein Vorteil, einmal mit anderen Trainern zu üben, das kann neue Impulse geben», findet Maurus Marti.


Abwechslungsreiches Programm

Am Abend gibt es immer ein spezielles Programm. Ob Schnitzeljagd, Spieleabend, Bowling oder Chrälleli-Armband basteln – Spass ist dabei garantiert! Am Mittwoch ist traditionell Kino-Abend. Da wird die Trennwand in der Turnhalle zur Leinwand. Für die Jüngeren wurde dieses Jahr «Alles steht Kopf» gezeigt, die Älteren durften «The Huntsman & The Ice Queen» (adaptiert an Grimms Schneewittchen) schauen. Einen Nachmittag verbrachte die ganze Rasselbande im Hallenbad Tägerhard.

Ein Erfolgsfaktor ist auch, dass es dank der kostengünstigen Infrastruktur nicht so teuer wie andere Lager ist: Die Woche kostet inklusive Kost und Logis 280 Franken – andere sind fast doppelt so teuer! Geschlafen wird gruppenweise in der Zivilschutz­anlage (für die Mädels ein Fest!), geturnt in der Dreifach-Turnhalle Zentrum, gegessen im Peterskeller. Die bewährten Kochkünste der ausgebildeten Köchin Erika Dobler sind ein absolutes Highlight für die Teilnehmerinnen. Ob Spaghetti Bolo oder Brätchügeli – die Töpfe waren immer ganz schnell leer. «Und die Salatsauce war einfach super», schwärmt ein Mädchen, während es sich mit dem grossen Rollkoffer auf den Heimweg macht. Rückkehr im 2017 garantiert!

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