«Das ist mein Ort, da bin ich daheim»

Popstar Adrian Stern (46) erzählt vor seinem Heimspiel im Nordportal über acht Sternstunden – als Vater, beim Songschreiben und auf Tour.

Stern hat oft seine Töchter oder den Gitarrenkoffer im Anhänger. (Bild: rhö)

12. Januar 2022
13:07

Adi Stern live erleben

Wir verlosen 2x2 Tickets für das Konzert (2G+) morgen im Nord­portal. Schicken Sie eine E-Mail mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse und dem Betreff: «Adrian Stern» an wettbewerb@effingermedien.ch. Einsendeschluss: Freitag, 14. Januar, 11 Uhr. Die Gewinner werden anschliessend sogleich per E-Mail benachrichtigt. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt.

Ich habe in meinen Anfängen einen Song auf Englisch geschrieben – ich glaube, er hiess «So long». Nachdem ich das Demo einer Kollegin gegeben hatte, meldete sich deren Freundin. Sie wollte mich kennenlernen und mit mir Zeit verbringen. Ich konnte es fast nicht glauben, dass mein Lied so etwas bewirken konnte. Ich fühlte mich ziemlich überrumpelt und liess sie nicht herausfinden, ob ich ihrem Bild entsprach. Vermutlich war ich sowieso gerade wieder unsterblich in eine andere Frau verliebt, die ich nie haben konnte …


Sternstunden in Baden
Mein Highlight war ein Konzert im Graben an der Badenfahrt 2017. Der Platz vor der Bühne war gestopft voll. Wir waren als Band so gut drauf, und es ist wahnsinnig abgegangen. Tabea Hüberli, mit der wir auch sonst zusammenarbeiten, hat Fotos von jenem Abend gemacht. Man sieht mich hüpfen und mich verrenken. Ich war so in der Musik und flog nur noch. Dank ihren Aufnahmen erinnere ich mich immer wieder an dieses Gefühl und denke: «Das ist mein Ort, da bin ich daheim.»


Sternstunden mit Ehefrau Mylen
Wir haben uns kennengelernt, als sie in einem Club im Zürcher Oberland an der Bar aushalf. Ich spielte dort in der Band von Michael von der Heide. Wir haben uns danach nicht mehr aus den Augen verloren, sind immer mal wieder ins Kino gegangen oder zum Nachtessen. Aber zuerst hat sie abgeblockt, dann ich. Mal war sie in jemanden verknallt, mal ich. Es war recht geheimnisvoll und dauerte drei Jahre, bis wir ein Paar wurden. Nachdem ich im Sommer 2003 mein erstes Album «Stern» aufgenommen hatte und Mylen aus ihrem Austauschjahr zurückkam, war das der richtige Zeitpunkt, um uns aufeinander einzulassen.


Sternstunden mit den Kindern
Der heutige Morgen war typisch. Mina (9), die ältere Tochter, will immer, dass wir etwas zusammen machen, und entwickelt dafür eigene Ideen. Jeder sollte auf einen Zettel schreiben, was er machen möchte. Dann haben wir gezogen. Zuerst nahmen wir im Kinderzimmer Geräusche, Rhythmen oder Kauderwelsch auf und machten daraus Loops. Das war sehr lustig! Dann haben wir uns draussen einen Ball zugeworfen. Wer ihn in der Mitte abfangen konnte, durfte seinen Platz mit dem Werfenden tauschen. Zum Schluss spannten wir im Wald zwischen den Bäumen die Zipline, die sich Mina zu Weihnachten gewünscht hatte.


Sternstunden als Songschreiber
Ich war im Studio im Dachzimmer meines Elternhauses und habe innert einer Stunde Musik aufgenommen, die sich so hymnisch anfühlte, dass ich das Gefühl hatte: Das könnte ein Lied über die Stadt werden, in der man sich wohlfühlt, aus der man aber auch immer wieder mal abhauen will. «Chlini Stadt und wildi Ross» handelt von Baden. Ich bin jedoch froh, dass es kein Glorifizierungssong geworden ist, denn davon gibt es schon genug. Es ist eine bescheidene Hommage, die ich speziell bei Soloauftritten gerne live neu entstehen lasse.


Sternstunden mit anderen Stars
Die Woche mit Seven, Dodo, Béatrice Egli, Jaël und Kunz bei «Sing meinen Song» auf Gran Canaria war magisch. Zu hören, wie Seven «Amerika» auf seine eigene Art interpretierte, hat mich echt berührt und war ein tolles Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Wie die Abende, an denen Dodo über seine Lebensphilosophie sprach. Wir beide haben uns auf eine spezielle Art gut verstanden und wünschen uns, dass einmal etwas daraus entsteht. Aber noch ist nichts in Planung.


Sternstunden auf Reisen
Nach dem grossen Erfolg der Single «Amerika» wollte ich meine Traumreise quer durch den Kontinent machen, bevor Mylen und ich eine Familie gründen. Ich mietete in New York einen VW-Bus und fuhr allein in Richtung Los Angeles. Ich habe auf Campingplätzen übernachtet, Konzerte besucht und in Nashville mehrere Writer’s Rounds miterlebt. Dort entstand die Idee für den Badener Songcircle. Als ich durch die unendliche Weite des Westens fuhr und saugut geschriebene Countrysongs im Radio liefen, hatte ich oft Tränen in den Augen, da mich diese Musik an den Originalschauplätzen noch direkter mitten ins Herz traf.


Sternstunden in der Zukunft
Ich wünschte, ich könnte einmal all die verschiedenen Dinge, die ich mache, auf einem einzigen Album vereinen. Ich bin immer auf der Suche nach der Antwort auf die Fragen: Wer bin ich? Bin ich überhaupt ein Singer-Songwriter? Oder nur ein Gitarrist? Oder ein Produzent? Fasziniert mich die elektronische Musik als Hobby, oder könnte sie in meiner Musik Platz finden? Manchmal beneide ich andere, die ein weniger breites Spektrum haben.

 

Konzert: Freitag, 14. Januar, 20.30 Uhr Nordportal, Baden
Songcircle: Mittwoch, 19. Januar, 20.15 Uhr, Stanzerei, Baden

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