«Das Sportangebot hat sich etabliert»

Mirjam Pfenninger steht hinter einem Sportangebot, das sich an Studierende, Dozierende und Mitarbeitende der FHNW richtet. Dieses lässt praktisch keine Wünsche offen.

Mirjam Pfenninger, Leiterin Hochschulsport FHNW
Mirjam Pfenninger, Leiterin Hochschulsport FHNW (Bild: lp)

von
Louis Probst

20. Januar 2018
09:00

Als Ausgleich zur Kopfarbeit, wie sie an einem Ort der Bildung, wie dem FHNW Campus Brugg-Windisch, im Mittelpunkt steht, bildet der Sport eine willkommene Ergänzung. Das Angebot Hochschulsport wird denn auch sehr geschätzt. Und das nicht nur von Studierenden aller drei Fachrichtungen im Campus, sondern auch von Mitarbeitenden – und sogar von der Spitze der FHNW-Direktion. 


Frau Pfenninger, welche Aufgaben haben Sie als Leiterin Hochschulsport?

Mirjam Pfenninger: Als Leiterin Hochschulsport besteht meine Hauptaufgabe darin, ein attraktives Sportprogramm für Studierende und Mitarbeitende der Fachhochschule Nordwestschweiz zusammenzustellen. Dieses Sportprogramm soll einerseits ein Ausgleich für kopflastige Studien sein. Anderseits soll es den sozialen Austausch unter den Studierenden fördern. Ich stelle das Angebot zusammen, organisiere Kursleiterinnen und Kursleiter und bin dafür besorgt, dass die erforderlichen Räume zur Verfügung stehen. Daneben bin ich für das Material und die Koordination der Belegung in der Sporthalle Mülimatt sowie für die Betreuung des Kraftraums in der Mülimatt zuständig. Des Weiteren vertrete ich die FHNW im Schweizerischen Hochschulsportverband und kümmere mich um den Bereich Spitzensport und Studium.


Wo sind Sie als Leiterin Hochschulsport in der FHNW organisatorisch «angesiedelt»?

Ich bin Standortverantwortliche für den Hochschulsport am FHNW-Standort Brugg-Windisch. Zusätzlich habe ich die Gesamtleitung für den Hochschulsport an den drei Standorten Brugg-Windisch, Muttenz und Olten inne. Der Hochschulsport am Standort Muttenz, wo im Laufe dieses Jahres der neue Campus bezogen wird, ist momentan noch im Aufbau. Die FHNW ist dem Schweizer Hochschulsportverband angegliedert. Damit wird für ihre Studierenden die Teilnahme an nationalen und internationalen Studierendenwettkämpfen möglich. Das geht bis zur Weltmeisterschaft oder zur Universiade.


Wie gross ist Ihr Pensum?

Mein Stellen-Pensum beträgt 80 Prozent. Ich habe zudem eine administrative Unterstützung durch den Brugger Judoka Michael Kistler, der an der Fachhochschule seine Berufsausbildung gemacht hat und jetzt teilzeitlich hier arbeitet.


An wen richten sich die Sportangebote der FHNW?

Die wöchentlichen Trainings können von Studierenden, Dozierenden und Angestellten der FHNW kostenlos genutzt werden. Es braucht dazu keine Anmeldung. Eine Anmeldung ist dagegen für die kostenpflichtigen, aber subventionierten Kurse und Workshops sowie für die Weekends und Camps erforderlich. 


Wie verhält es sich eigentlich zwischen dem Hochschulsport und der Sportausbildung an der Pädagogischen Hochschule?

Der Hochschulsport ist ein freiwilliges Sportangebot der FHNW, zu welchem Studierende und Mitarbeitende aller Hochschulen der FHNW Zugang haben. Die Studierenden der Pädagogischen Hochschule erhalten im Zuge ihrer Ausbildung praktischen und theoretischen Sportunterricht, der sie als angehende Lehrpersonen befähigt, Sport zu unterrichten. Für die wöchentlichen Trainings kann der Hochschulsport – in einem Zeitfenster von 12 bis 14 Uhr sowie von 18 bis 22 Uhr – auf die Räume in der Sportanlage Mülimatt zurückgreifen. 


Ein flüchtiger Blick auf das Sportangebot für das laufende Semester zeigt eine eindrückliche Vielfalt. Das Spek­trum reicht gewissermassen von Akrobatik bis zu Yoga und von Badminton bis zu Volleyball. Zudem gibt es zahlreiche Kurse, Workshops, Weekends und Camps. Wie frei sind Sie in der Programmgestaltung?

Ich bin da komplett frei. Wenn ich das Gefühl habe, dass sich ein bestimmtes Angebot eignet, kann ich es ins Programm aufnehmen. Anderseits kann ich Angebote, die weniger oder gar nicht gefragt sind, aus dem Programm nehmen. Der Standort Brugg-Windisch bietet ein qualitativ hochstehendes Sportprogramm an. Es ist lässig, dass sich so viele für den Hochschulsport engagieren. 


Ein Blick ins Programm der wöchentlichen Trainings zeigt, dass Yoga offenbar einen grossen Stellenwert geniesst.

Das herkömmliche Konditionstraining scheint tatsächlich durch Entspannungssportarten, wie Yoga oder auch Pilates, abgelöst zu werden. Diese Sportarten sind in den letzten Jahren sehr stark aufgekommen.


Auf was führen Sie das zurück?

Viele möchten etwas Sport machen. Yoga fordert und fördert den gesamten Körper und kräftigt den Rumpf, welcher bei unserer sitzlastigen Tätigkeit oft zu schwach ist. Zudem hat es eine meditative Komponente. Damit bietet Yoga gerade in der heutigen Zeit mit ihrem ständigen Informationsfluss eine gute Möglichkeit, abzuschalten. Zudem lässt sich Yoga gut erlernen, und die Verletzungsgefahr ist sehr klein. Das dürften Gründe dafür sein, dass Yoga so stark gefragt ist.


Wo liegen Ihre sportlichen Präferenzen?

Ich komme selber aus ganz anderen Sportarten, vor allem vom Kajak- Wildwasserfahren – durch meinen Vater bin ich sozusagen im Kajak aufgewachsen – sowie vom Klettern und vom Schneesport. Ich habe während zwölf Saisons als Skilehrerin gearbeitet. Ich laufe auch sehr viel. Ich bin also mehr die Outdoor-Sportlerin.


Wer leitet die Trainings und Kurse des Hochschulsport-Angebotes?

Es sind zum einen Sportlehrer mit ETH-Studium, zum andern ausgebildete Skilehrer, Kletterlehrer, Yoga- oder Tanzlehrer, J+S-Leiter  oder aber, häufig bei den Ballsport-Angeboten, aktive Spieler. Bei Alpinsport-Angeboten sind es Bergführer, wie etwa Tom Rüegger, der einst das Sportgeschäft Arcta in Brugg geführt hat. Wir arbeiten zudem mit externen Anbietern zusammen. Beim Rugby beispielsweise mit dem Rugby-Club der Hausen Baboons, der auch Studierende aufnimmt. Meine Kontakte zum Akademischen Sportverband Zürich und nach Magglingen helfen mir, Kursleiter zu finden. Ich denke aber auch, dass die Leitung von Hochschulsport-Angeboten eine sehr angenehme und dankbare Aufgabe ist. Es kommen ja ausschliesslich motivierte Leute in die Trainings.


Wie hat sich der Hochschulsport am FHNW-Standort Brugg-Windisch entwickelt?

Das Ganze ist sehr stark gewachsen. Ich habe 2012 mit 20 Kursleitern begonnen. Damals gab es lediglich  Lektionen am Abend. Mit dem Zuzug der Pädagogischen Hochschule hat sich das Angebot stark entwickelt. Wir sind inzwischen bei einer Grös­senordnung von mehr als 70 Trainingsleitern.


Wie ist die Nachfrage nach den Angeboten?

Im Jahr 2017 konnten mehr als 12 000 Teilnahmen im Hochschulsport registriert werden. Das ist erfreulich. Das Bedürfnis nach einem Sportangebot an der Fachhochschule ist jedenfalls eindeutig vorhanden. Das Angebot hat sich gut etabliert. Allerdings verfügt der Standort Brugg-Windisch mit der Sportanlage Mülimatt auch über ein fantastisches Gebäude. Alle Neueintretenden der Hochschule für Technik haben übrigens Gelegenheit, das Hochschulsport-Angebot an einem obligatorischen Schnuppernachmittag in der Mülimatthalle kennenzulernen. Auch das ist eine Supersache.


Wie ist die Nachfrage bei den einzelnen Fachrichtungen? Mit andern Worten: Gibt es eine Studienrichtung in der die Sportmuffel überwiegen? 

Die Sportangebote werden von allen drei Fachrichtungen gut besucht. Die Techniker sind eher an den klassischen Sportarten interessiert. Bei der Pädagogischen Hochschule mit ihrem grossen Frauenanteil werden vor allem die Mittagsangebote geschätzt. Und bei den Studierenden der Hochschule für Wirtschaft kann man keinen speziellen Trend erkennen.


Eine persönliche Frage: Wie wird man Leiterin Hochschulsport an der FHNW?

Ich habe an der ETH Zürich Sport studiert, in einem Nachdiplomstudium Wirtschaft und dann noch  ein Psychologiestudium an der Uni Zürich absolviert. Das Sportstudium an der ETH war für mich das tollste Studium überhaupt. Ich konnte mir aber nicht vorstellen, ein Leben lang als klassischer Sportlehrer zu arbeiten. Durch die Tätigkeit als Kanulehrerin im Akademischen Sportverband Zürich bin ich in Kontakt mit dem Hochschulsport gekommen. Dabei habe ich festgestellt: Das ist mein Traum. Als die Stelle an der FHNW, damals noch mit einem 60-Prozent-Pensum, ausgeschrieben wurde, habe ich mich blindlings beworben. So bin ich zu einem Job gekommen, den ich nicht mehr hergeben möchte.


Was schätzen Sie denn besonders an Ihrer Aufgabe?

Ich schätze es, dass ich viel mit Menschen zu tun habe und dass der Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich ist. Ich geniesse grosse Freiheiten. Von der Grösse des Standortes her ist der Bereich Hochschulsport überschaubar. Das Hochschulsportteam ist klein aufgestellt, das heisst wir sind sehr flexibel und können rasch auf Veränderungen reagieren. Das macht die Aufgabe abwechslungsreich. 

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