Feierliche Verabschiedung

Die Kindergärtnerinnen Theres Moser und Monika Waldmeier sowie Katharina Peterhans wurden in Birmens­torf verabschiedet.

Die Kindergartenlehrerinnen geniessen den Gesang der Kinder (Bilder: isp)

09. Juli 2020
09:00

«Das Verhältnis zu einer Kindergartenlehrperson ist sehr prägend», bestätigt Gaby Zehnder, Schulleiterin von Birmenstorf, «schliesslich ist diese Person der erste Kontakt eines Kindes mit der obligatorisch-öffentlichen Institution Schule.» Gegen 300 Kinder haben die beiden Kindergärtnerinnen Monika Waldmeier sowie Theres Moser während ihrer beruflichen Karriere betreut und begleitet –und garantiert Spuren in den Köpfen und Herzen der Sprösslinge hinterlassen. Beide arbeiteten Teilzeit beim Kindergarten an der Oberhardstras­se. Die heute 65-jährige Monika Waldmeier während 21 Jahren, die 64-jährige Theres Moser sogar für unglaubliche 28 Jahre. In den nächsten Wochen werden sie ihren Ruhestand antreten.

 

Ein vielseitiger Traumberuf

«Wir waren ein eingespieltes Team, und das Arbeiten mit Kindern ist derart bereichernd, dass man eigentlich gar nicht merkt, dass man arbeitet», bestätigt Monika Waldmeier zufrieden. «Ich mag Kinder sehr, und ich blicke auf eine vielseitige, kreative Zeit zurück. Insbesondere die wunderschönen Momente, die man zusammen erlebt hat, werde ich nie vergessen», so Waldmeier weiter. Auch Theres Moser meint freudig: «Ich habe meinen Traumberuf gefunden. Es ist eine wunderschöne Aufgabe, Kinder ein Stück weit auf ihrem Lebensweg zu begleiten, ich hatte ein starkes Team im Rücken, und ich habe viel gelernt in all den Jahren. Mir wurde nie langweilig, und ich griff immer auf meinen Humor zurück, wennʹs auch mal schwierig wurde», ergänzt Moser. 

  • Die drei Damen wurden von den Kindergartenkindern singend empfangen: ganz grosser «Bahnhof» und höchst herzerwärmend
    Die drei Damen wurden von den Kindergartenkindern singend empfangen: ganz grosser «Bahnhof» und höchst herzerwärmend

Doppelfunktion war eine Herausforderung

Katharina Peterhans war ebenfalls 16 Jahre im Teilzeitpensum als Kindergärtnerin tätig. «Dank des grossartigen Teams habe auch ich meine Traumstelle gefunden, denn mit Kindern zu arbeiten, ist spannend und toll.» Zeitgleich zu ihrem Kindergärtnerinneneinsatz war sie auch während zehn Jahren in der Funktion als Schulleitung (Kindergarten und Unterstufe) tätig. «Beide herausfordernden Aufgaben unter einen Hut zu kriegen, war sicher nicht immer ganz einfach, aber ich verspürte ständig eine wohlwollende Akzeptanz», ergänzt Peterhans. Die zweifache Mutter verlässt Birmenstorf und zieht in die Innerschweiz.

 

Ehrenrunde mit der Kutsche

Die drei Damen wurden am Mittwochvormittag vergangener Woche herzlichst von den Chindsgi-Kindern musikalisch empfangen und durften sich auf ein eigens für sie bereitgestelltes Holzbänkli setzen. Dieses wurde zuvor liebevoll bemalt und wird einen Ehrenplatz beim Kindergarten haben. «Falls euch das Heimweh plagen sollte, steht das Bänkli bereit», sagte eine Kindergartenlehrperson. Später wurden den dreien liebevoll gebastelte Blumen überreicht. Die eine oder andere kleinere Träne kullerte dann schon, als die Kinder lautstark zum «Birmenstorferlied» (wenn auch in leicht abgeänderter «Chindsgi-kompatibler Form») anstimmten. Herzerwärmend! Zur grössten Überraschung durften sich die drei Frauen dann, in Begleitung von Therese Voser-Zehnder («Senioren im Klassenzimmer»), in eine noble Kutsche setzen, und sie wurden kurzerhand durchs Dorf gefahren. Beim Schulhaus gabs einen sympathischen Zwischenhalt zum Anstossen. Bei einem feinen Schluck Champagner waren auch die Tränchen vergessen, und weiter gings zu einem leckeren Raclette-Essen mit sämtlichen Lehrpersonen sowie der Schulleitung in die «Trotte». Der gemütliche Verabschiedungsparcours zog sich noch lang in den Nachmittag hinein, und ein überaus emotionaler Tag fand so seinen ehrenvollen Abschluss.

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