Dem Foodwaste entgegenwirken

Rund ein Drittel der Lebensmittel werden in der Schweiz weggeworfen. Der Verein «RestEssBar» setzt sich gegen diese Unnötigkeit ein.

Deborah Knecht präsentiert das bereits kreierte Logo der «RestEssBar»
Deborah Knecht präsentiert das bereits kreierte Logo der «RestEssBar» (Bild: isp)

von
Isabel Steiner Peterhans

24. Juli 2018
09:00

«RestEssbar»

Zahlreiche Schweizer Organisationen setzen sich aktiv gegen Foodwaste ein («Tischlein deck dich», «Schweizer Tafeln» oder «schweiz isst schweiz»). Auch die Idee der «RestEssBar» (öffentlich zugängliche Kühlschränke) hat sich bewährt und wurde bereits an mehreren Standorten wie Zofingen, Winterthur oder Olten erfolgreich umgesetzt. Damit das Projekt auch in Baden gelingt, ist der Verein auf Interessierte angewiesen. 

www.restessbarbaden.ch 

«Eigentlich eher durch Zufall bin ich über die Sache mit dem «Kühlschrank-Projekt» gestolpert», berichtet eine fröhliche Deborah Knecht an diesem Nachmittag. «Und ich fand die Idee so gut, dass ich mich gleich dahintergeklemmt habe und selber aktiv wurde.» Der 26-jährigen Primarlehrerin und Geschäftsmitglied bei «ohne.ch» ist ein achtsamer Umgang mit Ressourcen sehr wichtig. «Ich will nicht die Welt retten, aber ein gewisses Mass an Selbstverantwortung sollte schon sein. Dass rund ein Drittel der Lebensmittel in der Schweiz weggeworfen werden (jährlich etwa zwei Millionen Tonnen) und so direkt im Müll landen, geht mir gegen den Strich. Denn dabei handelt es sich um Lebensmittel, die durchaus noch geniessbar wären», so Knecht weiter. «Mit der Vereinsgründung ‹RestEssBar Baden› wollen wir dieser Lebensmittelverschwendung mit konkreten Massnahmen entgegenwirken.»

 

Wie das Projekt funktioniert

Das Projekt des Vereins sieht vor, anfangs jeweils dienstags und donnerstags nach Ladenschluss nicht mehr für den Verkauf zugelassene Lebensmittel mit dem Fahrrad bei Kooperationsläden abzuholen. Mit von der Partie sind beispielsweise Beck Arnet und der ohne.ch-Laden. Mit weiteren Partnern ist man in aktivem Austausch. Anschliessend werden die Lebensmittel frei zugänglich und gratis abgegeben. An einem zentralen Ort in Baden werden vorerst zwei Kühlschränke und ein Vorratsschrank aufgestellt. Um Zugang zu den sich darin befindenden Lebensmitteln zu haben, benötigt man einen Code. Dieser ist durch eine Registrierung per SMS oder auf der Webseite erhältlich. «Wir wollten keinen öffentlich freien ‹Jekami›-Zugang zu den Schränken gewähren. Das wäre mit dem hiesigen Lebensmittelgesetz auch schwieriger umzusetzen», ergänzt Deborah Knecht bestimmt. «Ein gewisses Mass an Verbindlichkeit ist unserem Verein schon wichtig.»

 

Zukünftig mehr Sammeltouren 

Seit bald einem halben Jahr arbeiten nun acht Badenerinnen und Badener mit Hochdruck daran, die «RestEssBar» für Baden zu lancieren und auch die nötigen Vorkehrungen für einen reibungslosen Ablauf zu gewähren. Es sind noch einige wichtige administrative Belange zu erledigen und auch hygienetechnisch muss alles seine Richtigkeit haben. Am Donnerstag, 30. August, findet das offizielle Eröffnungsfest der «RestEssBar» statt. Ab diesem Zeitpunkt steht das Projekt auch der Bevölkerung offen. Der Standort der beiden Kühlschränke und des Vorratsschranks ist dann der Webseite zu entnehmen. Wenn alles rund läuft, können die Sammeltouren später auch ausgedehnt und regelmäs­siger durchgeführt werden. 

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