Dem lokalen Gewerbe mehr Raum geben

Gewerbezonen sind in Ehrendingen knapp. Beim traditionellen Gewerbeapéro erklärte Dorothea Frei, wo weitere ­Gebiete eingezont werden.

Mirco Kleofas führte die Gewerbler durch die MGS Naturstein AG (Bilder: is)

11. Mai 2022
17:08

Die Ehrendinger Bevölkerung ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Das Wachstum des Gewerbes jedoch hat stagniert. Vor zwei Jahren waren 265 Unternehmen mit 888 Arbeitsplätzen in der Gemeinde angesiedelt. «Ein Grund für den leichten Rückgang beim Handwerk und bei Produktionsbetrieben sind sicher auch mangelnde Gewerbezonen», sagte Frau Gemeindeammann Dorothea Frei zum Auftakt des Gewerbeapéros im Böndlern, einem der wenigen Gewerbegebiete der Gemeinde. Auch Büroräumlichkeiten sind in Ehrendingen Mangelware. 


Vielleicht nochmals vier Jahre bis zur BNO
Mit der neuen Bau- und Nutzungsordnung (BNO), an der die Gemeinde seit vierzehn (!) Jahren arbeitet, soll sich das ändern. «Wir haben vor, mit der Spezialnutzungszone beim Areal der ehemaligen Gärtnerei Schwitter mehr Platz fürs Gewerbe zu schaffen», verriet Frei. Wo Büroraum geschaffen werden kann und was der Bedarf ist, wird geklärt. Unverändert blieb die Anzahl Landwirtschaftsbetriebe (28).

Frei nutzte die Gelegenheit, den rund sechzig Interessierten Informationen über die BNO-Planung aus erster Hand zu geben. Nach dem Wechsel des Planungsbüros wurden sogenannte Echogruppen gegründet. Sie treffen sich diese Woche erstmals, um gemeinsam die Bedürfnisse zu formulieren. «Dort machen viele Vertretungen von Interessensgruppen mit – aus der Landwirtschaft, der Kultur und dem Sport. Aber sie sind auch politisch breit abgestützt», erzählte Dorothea Frei.

Im August findet eine zweite Sitzung statt, und am 3. Dezember steht ein Partizipationsanlass auf der Agenda. Die Ergebnisse sollen in die Masterplanung der Dorfkernzone einfliessen, so Frei: «Wir hoffen auf einen Konsens im Dorf.» Allerdings brauche das Vorgehen Zeit: «Wir rechnen mit möglicherweise vier weiteren Jahren bis zum Abschluss der BNO, wenn wir nochmals grundlegend über die Bücher müssen», erklärte Frau Gemeindeammann. Dies werde Bauherren wohl kaum erfreuen, ist ihr bewusst: «Aber dann ist es erledigt.»  


Landzuteilung und Fernwärme
Auch die Melioration sei auf gutem Weg, wusste die Gemeindeleiterin zu berichten. «Die Landzuteilung ist gemacht, die Entscheidungen werden in nächster Zeit kommuniziert», sagte Dorothea Frei. Die Waldregulierung mit dem Wieholz sei jedoch abgeschlossen. Auch aus den Forstbetrieben gibt es Neuigkeiten: «Ehrendingen soll Fernwärme erhalten», so Frei. Das Projekt wird derzeit von der AEW erstellt. Je ein Standort  im Unter- und im Oberdorf sind vorgesehen. Die Anlagen sollen durch Holzschnitzelheizungen betrieben werden – und zwar mit Holz aus den Wäldern der Umgebung.

Zum Abschluss ihrer Ansprache bedankte sich Dorothea Frei bei der Gastgeber-Familie Kleofas: «Danke, dass ihr eure Firma in unserem Dorf habt.» Vor 47 Jahren legte Josef Kleofas den Grundstein für das Natursteinhaus in Ehrendingen. Heute vereint es drei Firmen unter einem Dach, die führende Produkte und Leistungen rund um Naturstein anbieten: Die MGS Naturstein AG ist spezialisiert auf Handel und Bearbeitung von Naturstein mit eigener Produktionshalle. Die Kleofas AG bietet anspruchsvollen Innenausbau und Ver-legearbeiten an. 1985 übernahm Josef Kleofas auch den Generalimport von Lithofin-Spezialprodukten für die Schweiz. Mittlerweile ist die nächste Generation am Steuer: Die MGS wird von Sohn Mirco geführt, während Tochter Anna die Geschäfte der Lithofin (Schweiz) leitet.


Führung durch die Hallen
Nach der Ansprache wurden die Teilnehmenden in zwei Gruppen aufgeteilt. Mirco Kleofas führte eine Gruppe durch die MGS Naturstein mit der Aussenausstellung und den Werkhallen, wo 300 verschiedene Steinmaterialien vor allem für den Bausektor zugeschnitten und verarbeitet werden. Anna Kleofas zeigte derweil die Räumlichkeiten der Lithofin. Beim abschliessenden Apéro, der durch den ebenfalls im Böndlern ansässigen Beck Alt geliefert wurde, nutzten die Gewerbetreibenden die Gelegenheit zum regen Austausch.

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