Den Bauern liegt das Klima am Herzen

Der Ehrendinger Dany Amstutz bemüht sich, als Bauer im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Dies tut er auch im Rahmen eines Kompost-Forschungsprojekts.

Dany Amstutz aus Ehrendingen bemüht sich, im Einklang mit der Natur zu leben. (Bild: bk)

14. Oktober 2020
21:19

Mit Infotafeln oder mit einem «Buurelandweg» in Freienwil – Landwirtinnen und Landwirte versuchen laufend, den Konsumentinnen und Konsumenten ihre Arbeit und ihre Beiträge für eine ökologisch geprägte Landschaft näherzubringen. Eine spezielle Tafel trifft an, wer auf dem Feldweg am Oberehrendinger Dorfrand nach Hertenstein spaziert. «Kompost- Feldexperiment Ehrendingen» heisst es da. 

Der herbstlichen Vegetationssituation geschuldet, sieht man auf dem Feld wenig bis nichts – umso interessanter die Ausführungen auf der Informationstafel: «Hier erforscht Agroscope, das Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung, in einer Feldstudie, ob durch Kompostanwendung mehr Kohlenstoff im Boden gespeichert werden kann. Damit könnte die Landwirtschaft einen Beitrag zur Reduktion der Klimaerwärmung leisten.»

Die Versuchsparzelle gehört zum Betrieb des Ehrendinger Landwirts Dany Amstutz. Sein Hof liegt auf der anderen Seite des Dorfs am Badenerweg, direkt am Lägernhang. Fährt man zu ihm, wird man von einer kleineren Viehherde begrüsst. Auch sie ist Teil des ökologischen Engagements von Amstutz. Zum Hof gehören Graslandflächen am Lägernhang, die sich für den Ackerbau nicht eignen und extensiv bewirtschaftet werden – im Frühling und Sommer sind sie Blumenwiesen.

m Mittelalter war es üblich, solche Flächen zu Beginn und am Ende des Jahres zu «bestossen», das heisst, man lässt sein Vieh weiden. Das hat für einen heutigen Bauern Vor- und Nachteile. Letztere lassen sich auf einen Mehraufwand reduzieren, welcher mit dem Aufstellen und Versetzen der Zäune verbunden ist. Auf der positiven Seite steht, dass die Wiese dichter wächst und der erste Schnitt zu einem Zeitpunkt erfolgt, in welchem die Rehkitze bereits selbständig fliehen können.


Den Boden schonen
Zurück zur Kompostdüngung. Dany Amstutz findet es gut, wenn die Landwirtschaft ihren Klimabeitrag leistet. Was ihn aber auch interessiert, ist, ob es mit Kompost möglich wird, die Nährstoffeffizienz im Ackerbau zu steigern und generell den Boden zu verbessern. «Wir Bauern müssen unseren Boden schonen», sagt er.

Das unter der Leitung von Professor Marcel van der Heijden entwickelte Projekt wird von Biologielaborant Alain Held begleitet. Held ergänzt, dass mehr Kohlenstoff im Boden auch die Bodenerosion reduzieren und dessen Widerstandfähigkeit gegen Dürren (heisse und trockene Sommer) sowie Überschwemmungen erhöhen dürfte. Als zusätzliches Experiment wird ein Teil des Versuchsfelds mit nützlichen Bodenpilzen «beimpft», um zu prüfen, ob diese in Kombination mit Kompost die Erträge verbessern.

Kompost wird nur alle drei Jahre ausgebracht, aber im Vergleich mit chemischen und mineralischen Düngern in einer grossen Menge. Dies ergibt einen Mehraufwand und mehr Fahrten mit dem Traktor, sagt Amstutz. Diese dürften sich aber in der Endabrechnung klimatisch rechtfertigen. Wie diese Bilanz insgesamt aussieht? Das Forschungsprojekt sei auf mehrere Jahre angelegt, sagt Alan Held von Agroscope. Konkrete Aussagen seien deshalb verfrüht.


Unterstützung durch Stiftung
Feldforschung kostet Geld. Deshalb sind Amstutz, Held und Van der Heijden froh, dass ihr Projekt namhaft durch die Stiftung Mercator Schweiz unterstützt wird. Diese Stiftung wurde Ende der 1990er-Jahre durch eine deutsche Unternehmerfamilie ins Leben gerufen. Sie möchte Impulse in wichtigen gesellschaftlichen Fragen geben und unterstützt deshalb auch die Forschung.

Das Versuchsfeld nach dem Ausbringen von Kompost, Gärgut und Gülle vor dem Einfräsen. (Bild: zVg | alain held, agroscope)
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