Deponie-Erweiterung bewegt die Gemüter

Selten hat ein Thema die Tegerfelder Bevölkerung derart bewegt wie die Referendumsabstimmung vom 24. November zur Buchselhalde.

Plakate und Info-Tafeln in Tegerfelden zeigen, wie kontrovers das Thema «Buchselhalde» diskutiert wird (Bild: sha)

von
Stefan Haller

07. November 2019
09:00

Doch weshalb kommt es im Zurzibieter Winzerdorf am 24. November überhaupt zum Urnenentscheid über die geplante Erweiterung der Deponie Buchselhalde? Im Juni genehmigten die Tegerfelder an der Gemeindeversammlung ganz knapp die dafür notwendige Nutzungsplanänderung: 98 Stimmbürger votierten damals dafür,  95 dagegen. Kurz darauf wurde erfolgreich das Referendum ergriffen.

Es besteht kein Zweifel: Das Projekt «Erweiterung der Deponie Buchselhalde» spaltet die Bevölkerung. Notwendig wird das Projekt auch aufgrund des Baubooms in der Region: Die Birchmeier Kies + Deponie AG betreibt zwischen Döttingen und Tegerfelden die alte Kiesgrube Buchselhalde, die aber mittlerweile aufgefüllt ist. Vorgesehen ist eine Erweiterung der Deponie, in der rund 900'000 m3 unverschmutzter Bauaushub abgelagert werden soll. Zwischen der alten Kiesgrube und der Surb soll auf einer Länge von rund 700 Metern Aushubmaterial ausschliesslich von regionalen Bauunternehmen abgelagert werden können. Die höchste Stelle der Deponie läge rund 3 Meter höher als die Hauptstrasse nach Döttingen, von der sie etwa 90 m entfernt ist. Der Grosse Rat hat der Aufnahme der Deponie Buchselhalde in den Richtplan bereits im Jahr 2017 zugestimmt.

Am 24. November müsste Tegerfelden die geplante Nutzungsplanänderung anlässlich der Referendums­abstimmung bestätigen. Die Zustimmung der Einwohnergemeinde Döttingen liegt bereits vor. Auf Döttinger Gemeindegebiet befindet sich mit 1500 m2 ein kleiner Teil der geplanten Deponie.

In Tegerfelden soll die bestehende Fläche um 90'000 m2 auf 131'000 m2 erweitert werden. Das entspricht einem Zuwachs in der Grösse von rund zwölf Fussballfeldern. 

Der Gemeinderat Tegerfelden befürwortet das Projekt «nach eingehender Prüfung und intensiver Diskussion», wie er mitteilt. Es ist ihm ein grosses Anliegen, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger aufgrund von Fakten ein ausgewogenes Bild machen können. Deshalb wird am kommenden Samstag zum Tag der offenen Grube Buchselhalde eingeladen. Von 10 bis 16 Uhr stehen Fachexperten und Interessensgruppen Red und Antwort. Unter ihnen Pro Natura Aargau (Umweltfragen), Meteotest AG (Gutachter Klimastudie), Birchmeier Kies + Deponie AG (Projekt) sowie seitens der Befürworter das Pro-Komitee Buchselhalde (www.pro-buchselhalde.ch). Um 11, 13.30 sowie 15 Uhr finden Führungen statt. 

Die Interessensgruppe der Gegnerschaft, die unter anderem auf ihrer Homepage www.buchselhalde-nein.ch ihre Argumente gegen die geplante Deponie-Erweiterung darlegt, nimmt nicht am Tag der offenen Grube teil und betreibt keinen Infostand.

Samstag, 9. November, 10-16 Uhr, Halle Anner Transporte AG
Pfisteri 13, Tegerfelden

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Steinebemalen im Trend

Vielerorts sind sie zu finden. Bunt bemalte Steine, die dem Finder Freude… Weiterlesen

Der erste Wasserschloss-Reis

Der Nassreis-Anbau im Wasserschloss ist gut für die Biodiversität. Gleichzeitig… Weiterlesen

region

Mehr Menschen- als Hundecoach

Seit zehn Jahren widmen sich Jacqueline und Roman Huber in ihrer Schule Dogrelax… Weiterlesen

region

Erfahrung zählt mehr als ein Sieg

Zum ersten Mal nahmen Schülerinnen der Musikschule Brugg am Klavier-Förderpreis… Weiterlesen

region

Zukunftstag auf der Redaktion

Im Rahmen des Zukunftstages vom 14. November sind Texte zu verschiedenen Themen… Weiterlesen