Der Pandemie getrotzt

Wie hat geht es den Unter­nehmen in der Region? Eine Umfrage des Wirtschaftsforums Zurzibiet zeigt: mehrheitlich gut.

Sie geben dem WFZ ein Gesicht: Geschäftsführer Roland Keller, Präsident René Utiger und Standortförderer Peter Andres. (Bild: bkr)

22. September 2021
19:48

WFZ – die drei Buchstaben stehen für das Wirtschaftsforum Zurzibiet. «Unter diesem Dach versammeln wir nicht nur die Gemeinden des Bezirks Zurzach, sondern die Wirtschaftsregion», sagt Präsident René Utiger aus Endingen. Die rund 700 Firmen des Forums rekrutieren sich aus Mitgliedern der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK) sowie aus  vier Gewerbevereinen, welche ausserhalb des Bezirks die Gemeinden Mandach, Würenlingen, Freienwil und Ehrendingen abdecken.

Eine wichtige Aufgabe des WFZ ist die Kontaktpflege, die auch während der Pandemie aufrechterhalten wird. Bei ihren Gesprächen bekamen Utiger und seine Kollegen den Eindruck, Corona hätte die Unternehmen der Region gar nicht so arg getroffen – jene ausgeklammert, die im Lockdown schliessen mussten.

Ob dieses Bauchgefühl wirklich stimmt, das wollten Utiger und Geschäftsführer Roland Keller genauer wissen. Sie gaben eine Umfrage in Auftrag. Rund hundert Firmen haben daran teilgenommen. Trotz der für eine Statistik geringen Zahl sind die Resultate für Utiger durchaus repräsentativ. Dies, weil die hundert Teilnehmenden den regionalen Branchenmix recht gut widerspiegeln. Die Antworten? 18,6 Prozent bezeichnen den Geschäftsgang des Jahrs 2020 als «sehr positiv», 38,1 als «eher positiv». Wirtschaftlich gelitten haben 21,7 Prozent.


Mehr Vollzeitstellen

Interessant ist, dass im letzten Jahr die Zahl der Vollzeitstellen zugenommen hat und auch 2021 weiter steigen dürfte. Absolute Zahlen sind hier allerdings angesichts von hundert teilnehmenden Firmen wenig aussagekräftig – in der Tendenz aber schon.

Fast 40 Prozent sprechen trotz oder gar dank der Pandemie von einer steigenden Nachfrage nach ihren Dienstleistungen oder Produkten. Utiger führt dies auf Innovation zurück – die Einrichtung von Webshops oder den Aufbau eines Hauslieferservices.

21 Prozent beklagen sich über einen gesunkenen Absatz. Und einige Firmen hatten mit Engpässen auf Seiten ihrer Zulieferer sowie mit Preis­anstiegen zu kämpfen. Welche Massnahmen wurden getroffen? Interessant ist hier, dass 58,5 Prozent an der Digitalisierung ihres Unternehmens gearbeitet und zumindest die Infrastruktur für Homeoffice geschaffen haben. Das freut Standortförderer ­Peter Andres, weil es illustriert, dass «Propaganda»-Aussagen wie «ein fortschrittlicher Wirtschaftsraum im Herzen Europas» keine Übertreibung sind.

Apropos Innovation: Das Wirtschaftsforum plant, im kommenden Jahr einen entsprechenden Preis zu verleihen. Auszeichnen will man herausragende Produkte und Dienstleistungen, welche in den WFZ-Gemeinden hergestellt oder erbracht werden. Eine erste Verleihung wird für Herbst 2022 vorbereitet.

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