Der Tierfotografie erlegen

Heute knipst fast jedermann. Die Smartphones lassen grüssen. Zur gros­sen Meisterschaft aber braucht es mehr. Tierfotografin Denise Stuber gibt Einblicke in ihre Arbeit.

Tierfotografin Denise Stuber beim Ansitz mit Labrador Pamino
Tierfotografin Denise Stuber beim Ansitz mit Labrador Pamino (Bild: zVg)

von
Hans Lenzi

10. Januar 2019
09:00

Labrador Pamino bereichert den täglichen Gang nach draussen. Schliesslich muss der Vierbeiner bewegt und beschäftigt werden. Das lässt sich mit dem Foto-Hobby wunderbar verbinden.

«Ich fotografiere seit meinem zwanzigsten Lebensjahr. Damals schon mit einer Spielgelreflexkamera, aber halt noch analog, was ziemlich auf den Geldbeutel drückte», erinnert sich die ausgebildete Kinderkrankenschwester. «Mit der Digitalisierung der ganzen Aufnahmemöglichkeiten hat sich das noch verstärkt.» Zuerst aber bildete sich die in Lenzburg Aufgewachsene zur Anästhesie- und Lehrschwester weiter. Nach der Heirat musste die Tochter oft als Sujet herhalten, und auch als Spielgruppenleiterin zückte sie dann und wann die Kamera. Während ihrer Zeit in Mellingen entschied sich die heute 61-Jährige zur Hundehaltung. Und weil sie keine Tätigkeit oberflächlich betreibt, war es nur logisch, dass sie schon bald zur Hundetrainerin avancierte und hundesportlich aktiv war. Seit dem Umzug ins Eigenheim vor rund sieben Jahren nutzt Stuber, neben ihrer Teilzeitarbeit als Klassenassistentin in Frick, die nähere Umgebung für tägliche Streifzüge.

Schärfung der Aufmerksamkeit

Die Wahlelfingerin: «Die Spaziergänge haben meine Aufmerksamkeit deutlich geschärft. Ich kenne heute die Stellen, wo die verschiedenen Wildtiere stehen. Die frühen Morgenstunden eignen sich für Vögel-Schnappschüsse besonders, während sich die Morgen- und Abenddämmerung zum Beispiel für Rehe anbietet. Ich weiss inzwischen aber auch, wo sich Füchse und Hasen Gutenacht sagen.» Natürlich ist die Aargauerin mit bestem Equipment versehen, was sowohl seinen Preis als auch sein Gewicht hat: So schleppt sie regelmässig rund fünf Kilogramm Technik mit sich herum: diverse hochwertige Objektive, die Nikon als Kamerabody und oft das Einbeinstativ. «Das stresst mich nicht, denn oft liege ich längere Zeit auf der Lauer und kann mich ausruhen. Mein vierbeiniger Freund ist mir übrigens eine gute Hilfe: Sehe ich, wie er zu schnuppern beginnt, weiss ich, dass etwas im Anmarsch ist. Ansonsten hat er sich vollkommen im Griff und verrät mich nie», zeigt sich Denise Stuber dankbar über den Erziehungserfolg am Hund.

 

Dank Vater Interesse an Natur

«Unserem Vater verdanken wir drei Schwestern unsere Liebe zur Natur. Wir schätzen sowohl Flora als Fauna. Gärtnern ist ein weiteres Steckenpferd von mir. Als kommunikatives Wesen tausche ich mich im Übrigen regelmässig mit dem hiesigen Jagdaufseher aus. Er kennt sein Revier in- und auswendig. Über die Fotos der Zwillingsrehkitze, welche ich mehrmals vor die Linse bekam – auch als sie schon zu ‹Halbwüchsigen› herangewachsen waren, hat er sich sehr gefreut. Es ist dies doch ein wunderschöner Erfolg für die Hege- und Pflege der Tiere im Revier», fasst die Familienfrau zusammen. Und bearbeitet sie jedes Bild zu Hause? «Ja, das muss ich, da ich im sogenannten Raw-Format fotografiere. Hier entwickelt sich das finale Foto erst am Computer. Mein Ziel ist ein möglichst realitätsnahes Ergebnis, Retusche setze ich sparsam ein», meint Stuber. Sie kann den Alltag bei der Beschäftigung mit ihrem Hobby komplett vergessen und sich gleichzeitig herrlich erholen. Dabei ist sie sommers und winters unterwegs. Inzwischen lagern Tausende von schönsten Ablichtungen in ihrem Rechner: Blumen, Menschen, Landschaften – und seit einigen Jahren vor allem Tierbilder. Über Workshops und Kurse bildet sich die interessante Zeitgenossin ständig weiter, und via soziale Medien tauscht sie sich über Fotografie und Kommentar intensiv mit Gleichgesinnten aus. 

 

Vor dem Durchstarten

«Bald werde ich pensioniert, für mich aber keine Zeit des Zurücklehnens. Vielmehr möchte ich das Fotografieren nochmals intensivieren. Ich hab auch schon einige Anfragen erhalten und ausgeführt. Das befriedigt mich sehr», schliesst Stuber. Und freut sich schon jetzt auf ihren geplanten Kanada-Aufenthalt, will sie doch unbedingt nochmals Wölfe in freier Wildbahn beobachten und auf den Fotochip bannen. Viel Vergnügen! Denise Stuber steht für Fotoaufträge zur Verfügung. 

Kommentare (1)

  1. Roland Stuber
    Roland Stuber am 15.01.2019
    Herrliche Fotos Denise! Wohl eine klitzekleine Auswahl deiner Besten? Titelbild: Die «Kanone» (Objektiv), die du rumschleppst, ist aber schon ein wuchtiges Kaliber!!
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