Die Freiheit in den Wörtern

Romanautor Roland Birchmeier aus Baden lebt beim Schreiben seine Kreativität aus. Das Bücherschreiben brachte er sich selbst bei.

Buchautor Roland Birchmeier aus Baden mit seinem Erstwerk
Buchautor Roland Birchmeier aus Baden mit seinem Erstwerk (Bild: av)

von
Adrian Vonlanthen

07. Juni 2018
09:00

Buchverlosung

Gewinnen Sie ein Exemplar des Buches «Schiedsrichterball» von Roland Birchmeier. Senden Sie uns dafür ein E-Mail mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse mit dem Betreff: «Schiedsrichterball» an wettbewerb@effingerhof.ch.


Einsendeschluss: 

Freitag, 8. Juni, 11 Uhr.

Die Gewinner werden anschlies­send sogleich per E-Mail benachrichtigt. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt.


Im Handel gibt es das Buch an folgenden Verkaufsstellen:

Librium, Baden; Bücher Doppler, Baden; Schreiber Kirchgasse,

Olten; Nievergelt, Oerlikon; Letra, Frick; Kronengasse, Aarau


Buchbestellungen sind auch direkt beim Autoren möglich unter der Facebook-Seite tinyurl.com/schiedsrichterball 

Lars Salm schaut auf den Sarg seines Freundes Marc Töpfer. Der Fussballschiedsrichter hatte gerade eben noch das Champions-League-Finale gepfiffen – nun blickt Lars auf das mit einem Trauerband geschmückte, am Sarg angebrachte Foto seines verstorbenen Freundes.

Ein Einstieg mitten im Geschehen. Keine langen Einführungen. Wer den Roman «Schiedsrichterball» von Roland Birchmeier liest, befindet sich von Anfang an mitten in der Geschichte. Eine Geschichte, die sich um Lars Salm dreht. Ein durchschnittlicher, junger Typ, der sich aufgrund des Todes seines Freunds einem Profischiedsrichter, der auf mysteriöse Weise bei einem Autounfall ums Leben kommt, auf einmal mitten in einer Verschwörung wiederfindet, in der es um Sportwetten und eine grosse Summe Geld geht. Lars will der Sache auf den Grund gehen und bekommt unverhofft Unterstützung von einem Wettbüroinhaber, der sich als vertrauenswürdiger Partner entpuppt. Auf seinem Weg zur Wahrheit macht er aber auch unliebsame Bekanntschaften mit einigen
dubiosen Persönlichkeiten.

 

Kreativität ausleben

Für den in Baden aufgewachsenen Autoren Roland Birchmeier ist es das erste Buch. Schreiben ist für ihn zwar nur ein Hobby, aber ein wichtiges. «Beim Schreiben lebe ich die Kreativität aus, die in meinem Job manchmal zu kurz kommt», erklärt der 49-Jährige, der in der Geschäftsleitung eines Reiseunternehmens in Glattbrugg tätig ist. Für Roland Birchmeier war das Schreiben schon eine Leidenschaft, als er noch die Bezirksschule Baden besuchte. Auch wenn es die Aufsatznoten nicht zwingend hätten vermuten lassen, entwickelte er eine Faszination für die deutsche Sprache. Zwar sei das Schreiben neben der Musik nur sein zweitgrösstes Hobby, dennoch würden ihm die geschriebenen Zeilen persönlicher erscheinen als die Klänge von seinen Gitarrensaiten. «Beim Schreiben gebe ich mehr von mir preis. Aus diesem Grund war ich etwas nervös, welche Rückmeldungen ich auf das Buch erhalten würde», gibt der Neo-Buchautor zu.

 

200 Seiten in wenigen Tagen

Die Idee, ein eigenes Buch zu schreiben, hatte er schon eine Weile im Kopf. Das Wissen, wie er diese Idee in die Tat umsetzen kann, brachte er sich autodidaktisch bei. Besonders viele Tipps hat er sich im Buch «On Writing» des berühmten amerikanischen Buchautors Stephen King geholt, der in seinem Werk seine eigenen Erfahrungen beim Schreiben von Büchern wiedergibt. Mit den neu gewonnenen Erkenntnissen wurde die Idee, ein eigenes Buch zu schreiben, immer konkreter. Allerdings wollte er sein Vorhaben anfangs noch für sich behalten. Fast niemand hatte Kenntnis davon, dass er angefangen hatte, ein Buch zu schreiben. «Ich wollte es nicht an die grosse Glocke hängen, da ich mir nicht sicher war ob es überhaupt fertig werden würde», bemerkt Birchmeier. Seine Ehefrau Esther war die Einzige, die er anfangs einweihte, und sie war es auch, die ihn ermutigte, seinen Traum nach den ersten dreissig geschriebenen Seiten weiterzuverfolgen. So einfach wie er die ersten Zeilen aufs Papier brachte, so schwer waren die darauffolgenden. «Am Abend nach einem anstrengenden Arbeitstag fehlte mir oft die Energie, am Buch weiterzuarbeiten», erinnert er sich. Erst als er sich eine Woche Urlaub nahm und in wenigen Tagen in einem Anlauf gleich 200 Seiten geschrieben hatte, nahm das Vorhaben wieder Fahrt auf. Er war selber überrascht, wie einfach er diese Seiten füllte und wie seine Figuren immer mehr an Kontur und Leben erlangten. Überhaupt ging er voll auf in seiner Rolle als Buchautor. «Ich fand es total spannend, dass ich machen konnte, was ich wollte. Leben und sterben lassen – es fühlte sich ein bisschen an, wie Gott zu spielen», schmunzelt Birchmeier.

 

Den Punkt setzen

Am Ende dauerte es acht Jahre vom ersten Satz bis zu dem Moment, in dem er sein erstes gedrucktes Exemplar in der Hand hielt. Ein lange Zeit. Und trotzdem hätte er am Ende noch weiter daran arbeiten können. «Man ist nie fertig, und auch heute gäbe es Passagen, die ich nochmals überarbeiten würde», sagt Roland Birchmeier. Irgendwann müsse man aber wortwörtlich zum Punkt kommen. Überrascht sei er über die intensive Nachbearbeitung gewesen. Die Zeit, die er für Layoutfragen, beispielsweise die Wahl des Satzes, der Schrift, oder seine Frau Esther für die Kreation des Buchumschlages aufwendete, habe er komplett unterschätzt. Am Ende war es ein hartes Stück Arbeit, und dementsprechend gross war auch die Genugtuung, als er sein erstes eigenes Werk in den Händen halten konnte. «Ich verspürte Freude und Stolz. Da war aber auch eine Leere. Eine Leere, weil nun alles zu Ende war. Das hatte ich so nicht erwartet», erzählt der Badener Autor. Eine Leere, die aber bald der Freude wich, als ihn die ersten positiven Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern erreichten.

 

Der Sohn des Schiedsrichters

Dass Roland Birchmeier in seinem ersten Buch den Fussball in den Mittelpunkt setzt, kommt nicht von ungefähr. Als Fan verfolgt er die Spiele des FC Zürich, seines favorisierten Vereins. Der Ursprung für die Faszination am Ballsport ist aber in seiner Kindheit zu finden. Sein Vater, ein ehemaliger Schiedsrichter und einst unter anderem Präsident des aargauischen Schiedsrichterverbands, nahm ihn früh an die Fussballspiele mit, die er als Unparteiischer arbitrierte. Jahre später schreibt der Sohn eines Schiedsrichters eine Geschichte über einen Schiedsrichterskandal. Wie kam das beim Vater an? «Das Buch hat ihm sehr gefallen, und er hat mir bestätigt, dass ein Wettskandal durchaus auf diese Weise ablaufen könnte», erinnert sich Roland Birchmeier. Die Rückmeldung von seinem Vater, dem Schiedsrichterfachmann, habe ihm besonders viel bedeutet.

 

Fortsetzung folgt?

Diese und viele weitere Rückmeldungen zu seinem Erstwerk hätten ihn ermutigt, die Fortsetzung der Geschichte in einem zweiten Buch in Erwägung zu ziehen. Der erste Teil würde dies zulassen, das hatte er von Anfang an so eingeplant. «Den Schluss hatte ich schon am Anfang im Kopf. Ein offener Ausgang der Interpretationsspielraum lässt war mir sehr wichtig. Trotzdem wollte ich die Geschichte rund wirken lassen, ohne dabei auf ein überraschendes Element zum Schluss verzichten zu müssen», führt Roland Birchmeier seine Überlegungen aus.

Zurzeit sammelt er Ideen für eine Fortsetzung. Mitte Sommer will er entscheiden, ob und wie die Geschichte um Lars Salm weitergeht. Die Chancen für ein zweites Buch stehen gut. «Müsste ich darauf wetten, würde ich auf eine Fortsetzung setzen», schmunzelt Roland Birchmeier und sagt mit einer wenig konkreten Aussage ziemlich viel.

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