Die Kameradschaft wird hochgehalten

Die Kavallerie war der Stolz der Landesverteidigung. Die Kameraden der Dragoner-Schwadronen 23 und 13 liessen in Lupfig alte Freundschaften aufleben.

Das Klamottenchörli Rothenburg verstand es, die Männer mit altbekannten Liedern zu verzaubern. (Bilder: pg)

07. Oktober 2020
12:21

Trotz einer mit 432 430 Unterschriften versehenen Petition entschied sich das Parlament 1972 für die Abschaffung der Kavallerie. Die Schweiz war zu diesem Zeitpunkt das letzte Land in Europa, das noch berittene Kampfeinheiten unterhielt. Die Erinnerung an diese Zeit wird auch in den Dragoner-Schwadronen 23 und 13 wachgehalten. So stand im Ochsensaal in Lupfig denn auch die Pflege der Kameradschaft im Vordergrund. Obmann Jürg Maurer eröffnete den geschäftlichen Teil. Vor acht Jahren konnten von den 120 verbliebenen Wehrmänner noch 71 zur Tagung begrüsst werden. In Zeiten von Corona hatten sich von den 86 Verbliebenen noch 31 zur Teilnahme entschlossen. Trotzdem entschied man sich mit 18 zu 7 Stimmen klar gegen einen Zusammenschluss mit der DragonerSchwadron 15. Unter Begleitung von Trompeter Ruedi Wüst wurde der zwölf Verstorbenen gedacht.

Jürg Maurer und Oskar Schmid werden in ihrer Vorstandsarbeit künftig von Walter Urich unterstützt. Mit einem Präsent wurden die drei ältesten Teilnehmer, August Huser, Arthur Mosimann und Franz Meier, bedacht. Zur Tagung gehörte anschliessend nicht nur ein feines Mittagessen aus der Ochsenküche, sondern auch der amüsante Auftritt des Klamottenchörlis Rothenburg.

 

  • Jürg Maurer, Brugg: «Mein Dienstgrad als Major war für mich auch Verpflichtung, mich als Obmann ausserdienstlich zu engagieren. Über viele Jahre war ich durch die Springkonkurrenz im Schachen noch mit dem Pferdesport verbunden.»
  • Hans Meier, Sulz bei Künten: «Als Landwirt war es für mich klar, Dienst in der Kavallerie zu leisten. Ich erinnere mich gerne an diese durch Kameradschaft geprägte Zeit zurück. Heute lebe ich auf dem Bauernhof meines Sohns.»
  • Fritz Keller, Kirchdorf: «Als Fourier galt es, mit den verfügbaren finanziellen Mitteln haushälterisch umzugehen. Die Verpflegung der Truppe war für mich wesentlich, und so waren mir die guten Beziehungen zu Metzgern wichtig.»
  • Peter Lauper, Brugg: «Als ehemaliger Oberstleutnant finde ich diesen Anlass sehr wertvoll. Heute bewege ich mich immer noch gerne und oft in der Natur – nicht mehr mit Pferden, sondern mit den Hunden meiner Frau.»
  • August Huser, Wettingen: «Als Feldweibel bin ich nicht durch Herumbrüllen aufgefallen. Es gelang mir meistens, mich mit Überzeugung durchzusetzen. Heute muss ich zugeben, dass mich die neuen Dienstgrade etwas verwirren.»
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