Die Region ist das Zuhause

Wer sind wir? Was machen wir? Wohin gehen wir? Auf diese Fragen versuchte der diesjährige «Turgi-Talk» Antworten zu geben.

Die Fragen nach der lokalen Identität stehen in Turig im Fokus
Die Fragen nach der lokalen Identität stehen in Turig im Fokus (Bild: Archiv)

22. August 2018
09:00

Die Frage nach der Identität beinhaltet vielfältige Themenbereiche: Unter anderem beleuchtet sie die Prägung des Menschen in Gegenwart und Geschichte durch so unterschiedliche Faktoren wie Herkunft, Heimat, Glauben, Kultur und Religion. Ziel des diesjährigen «Turgi-Talks» war es, den Teilnehmenden die Ziele des Vereins «Regionale Identität Baden-Brugg», welche sich vorab an die Quartier- und Dorfvereine richten, näherzubringen. Es sind zunehmend diese Vereine, so Gesprächsleiter Guido Bertozzi, die mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen haben. In seiner Funktion als Co-Präsident der «Regionalen Identität Baden-Brugg» ist er mit diesen Problemen bestens vertraut. Dass auch andere Regionen um die Identität besorgt sind, bestätigte Sarah Loffredo. Sie präsidiert den Verein «RI – Bidäbii, Regionale Identität Obersee-Linth». Sie betonte, dass die Bewohner der Region sensibilisiert sind, und stellte fest, dass eine regionale Vernetzung auch Sinn macht, und verwies auf die Wichtigkeit entsprechender Veranstaltungen. Der Verein «RI – Bidäbii, Regionale Identität Obersee-Linth» hat zum Ziel, in den Sommermonaten künftig eine Fähre über die Linth, welche Tuggen und Schmerikon miteinander verbindet, zu betreiben.

 

Die Gemeinschaft fördern

Davon, dass auch die Kirche ihren Beitrag zur Förderung der Gemeinschaft beitragen kann, ist Antonio Sirera, Kommissionspräsident Nutzungskonzept reformierte Kirche Turgi, überzeugt. Die Kirche Turgi ist sanierungsbedürftig. Über das Wie ist man sich nicht einig. Die Kirchgemeinde hat einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen, und so wurde nicht mehr über das Gebäude diskutiert, sondern über das Leben darin. Damit ein Gebäude wie eine Kirche lebt, braucht es Menschen, die es mit Leben füllen. Menschen kommen jedoch nur, wenn die Veranstaltungen und Nutzungsmöglichkeiten ihren Bedürfnissen entsprechen. Antonio Sirera ist sich bewusst, dass die Kirche nur für einen Teil von Ideen Platz bieten kann. Wichtig ist es, dass das Angebot den vorhandenen Mitteln und personellen Ressourcen angepasst wird. Nicht nur in unseren Breitengraden ist die lokale Identität ein Thema. Dies ging auch aus den Ausführungen von Alexandra Koch, Co-Präsidentin der «Regionalen Identität Baden-Brugg» hervor. Auch in den afrikanischen Hungergebieten haben die Menschen Eigenverantwortung zu übernehmen und Institutionen einzurichten. Nicht nur gemeinsam den Hunger zu bekämpfen ist das Ziel, sondern auch Selbständigkeit zu erlangen. 

 

Der Stammtisch ist beliebt

Das Gewerbe in Turgi, so Gemeindeammann Adrian Schoop, bietet nebst Arbeitsplätzen auch gute Einkaufsmöglichkeiten im Dorfkern. Trotzdem bekundet das Gewerbe Mühe. Schoop zeigte sich jedoch erfreut darüber, dass das Stammtisch-Angebot Anklang gefunden habe und rege benutzt werde. Nebst der Tatsache, dass mittlerweile verschiedene Turgi-Produkte kreiert wurden und zum Verkauf gelangen, gelte es jedoch, weitere Anstrengungen zu unternehmen. Der Wunsch und der Wille dazu müssen jedoch von der Basis und nicht aus der Politik kommen. Darüber, dass sich alle in irgendeiner Form sowie in ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechend für die Steigerung der lokalen Identität einbringen sollten, war man sich am Schluss der interessanten Veranstaltung auch im Publikum einig.

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