Digitale Aufrüstung in der Schule

Informatik hat an der Schule Wettingen bereits jetzt einen hohen Stellenwert. Nun werden die Weichen für die kommenden Jahre gestellt.

Im Schulhaus Zehntenhof werden rund 420 Primarschülerinnen und Primarschüler unterrichtet. (Bild: pg)

22. Juni 2022
17:01

Die Bedeutung von digitalen Medien und Computertechnologien als Werkzeuge zur Verarbeitung, Speicherung und Übermittlung von Informationen nimmt stetig zu. Auch die Bildungslandschaft ist davon betroffen und verändert sich entsprechend. Dies wurde an den Wettinger Schulen bereits früh erkannt, und so knüpft das neue, ab 2023 gültige ICT-Konzept an das seit 2018 geltende an.

Ressortvorsteher Sandro Sozzi stellte das neue ICT-Konzept an einer Information im Rathaus den Medien vor. In den Kindergartenabteilungen und in den Primarschulklassen 1 bis 5 soll die Gerätedichte beibehalten werden: ein Gerät pro 2,5 Schülerinnen und Schüler. Ab der 6. Klasse und in der Oberstufe soll künftig für jede Schülerin und jeden Schüler ein Tablet zur Verfügung stehen und jederzeit griffbereit sein.


Gerätepools zu aufwendig
So soll das Gerät wie ein eigenes Schulbuch benützt werden können. «Die bisherigen Erfahrungen mit den Gerätepools haben nicht zuletzt gezeigt, dass die Vorbereitungszeit und Organisation von Reservierung und Bereitstellung sowie Inbetriebnahme und Rücknahme Unterrichtszeit beansprucht, welche dann für den effektiven Unterricht fehlt», so Sozzi. Die neue 1:1-Ausstattung dient auch der Chancengleichheit. Damit werden auch zu Hause für alle die gleichen Lernvoraussetzungen geschaffen.


80 Prozent fossile Energie
«Dieses Vorgehen dürfte aber auch den Umgang mit den Geräten beeinflussen und zur Sorgfaltspflicht beitragen», ist Sozzi überzeugt. Ein wichtiges Ziel ist auch, die Schülerinnen und Schüler bei der Findung ihrer digitalen Identität zu begleiten. Neben Anwendungskompetenzen ist auch der mündige und reflektierte Umgang mit digitalen Mitteln wichtig.

Rund 10 000 Geräte müssen neu angeschafft werden. Bedingt durch die steigenden Schülerzahlen muss in den kommenden fünf Jahren auch der technische IT-Support ausgebaut werden. Aufgrund einer Stellenerweiterung des technischen Supports um 80 Prozent im Jahr 2023 sowie der flächendeckenden Einführung von Microsoft 365 werden weitere Kosten anfallen. Insgesamt ist von 2023 bis 2027 mit Investitionen von 2'131'700 Franken in die Infrastruktur zu rechnen. Das ICT-Konzept wird dem Einwohnerrat am 30. Juni zur Kenntnisnahme unterbreitet.

Ein weiteres Kernthema der Sitzung wird das neue Förderprogramm Energie sein. Dieses hat der Gemeinderat erarbeitet, um die energiepolitischen Ziele der Gemeinde zu erreichen und auch die verschiedenen politischen Vorstösse erfüllen zu können. «In Wettingen beträgt der Anteil fossiler Energie, also von Heizöl und Gas, in Wohngebäuden rund 80 Prozent. Damit ist der Einfluss der Gemeinde in diesem Bereich gross», erklärte Vizeammann Markus Maibach.

Das Förderprogramm setzt finanzielle Anreize zur Steigerung der Energieeffizienz. Diese kann durch energetische Sanierungen, den Ersatz von fossilen Heizungen durch erneuerbare Systeme, Photovoltaikanlagen sowie die Installation von Ladestationen für die Elektromobilität erreicht werden. Mit dem Programm sollen die Förderinstrumente auf kantonaler und Bundesebene gezielt ergänzt werden. «Die Finanzierung erfolgt über einen Zuschlag auf den Strompreis. Dieser beträgt mindestens 0,5 Rappen und höchstens 1 Rappen pro kWh bis einschliesslich 50'000 kWh pro Abnahmestelle», so Markus Maibach.


Kostenneutral für die Gemeinde
Die Umsetzung und die Definition der notwendigen Rahmenbedingungen eines neuen Reglements liegt in der Kompetenz des Einwohnerrats. Über die Verordnung entscheidet der ­Gemeinderat Wettingen. Der Vollzug erfolgt anschliessend durch die Energie Wettingen AG. Damit wird dieses Förderinstrument für die Einwohnergemeinde Wettingen kostenneutral.

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