Dorfladen Freienwil kann frühestens 2018 ins neue Gebäude ziehen

Weil sich die Neugestaltung von «Freienwil Mitte» verzögert, kommt auch das Neubau-Projekt des Dorfladens nicht voran. Die Genossenschaft will kämpfen: Am 31. Mai kauft sie die Bauparzelle.

Genossenschaftspräsident Beat Bachmann und Doris Steimer kämpfen um die Existenz des Dorfladens
Genossenschaftspräsident Beat Bachmann und Doris Steimer kämpfen um die Existenz des Dorfladens (Bild: Sabrina Pugliatti)

von
Ilona Scherer

01. Mai 2016
21:25

Neuer Internetauftritt und erstmals Verlust

Personelles: An der GV waren 41 (von rund 200) Stimmberechtigte anwesend. Wahlen finden statutengemäss erst 2017 wieder statt.

Finanzen: Das Vermögen der Genossenschaft beträgt 238 701.68 Franken. 2015 wurde erstmals ein Verlust (338.80 Franken) verzeichnet. Grund waren die Drucksachen mit dem neuen Logo, die extern in Auftrag gegeben wurden. Für 2016 wird ein Gewinn von 440 Franken budgetiert.

Einsparung: Die GV willigte ein, dass Mitglieder neu jährlich nur noch Einkaufsgutscheine à fünf Franken (bisher 10 Franken) pro Anteilsschein erhalten.

Website: Revisor Michael Suter hat die Website der Genossenschaft überarbeitet: www.dorfladen-freienwil.jimdo.com

Vor einem Jahr herrschte Euphorie in der Genossenschaft Dorfladen Freienwil. Die Mitglieder hatten dem Vorstand der an der Generalversammlung das «Go» zum Kauf einer Parzelle an der Ecke Dorf-/Kantonsstras­se gegeben. Eine Projektstudie war bereits erstellt. 2017 sollte der Dorfladen im EG des neuen Gebäudes – einem Anbau an der ehemaligen «Eintracht» – einziehen. Das wird nun frühestens im Sommer 2018 passieren.


Die Mitwirker ins Projekt einbinden

Der Grund: Das neue Dorfladen-Gebäude ist Teil des Gestaltungsplans Mitte. Bei der Gemeinde sind nun jedoch 28 Mitwirkungen zum Gestaltungsplan eingegangen, die derzeit behandelt werden. Die Einwendungen betreffen den Standort, aber auch Dinge wie Firsthöhe und Dachneigung.

Genossenschafts-Präsident Beat Bachmann erklärte an der Generalversammlung am 29. April, dass man die Mitwirker ernst nehmen und ins Projekt einbinden wolle. So werde die Firsthöhe des Neubaus angepasst. Die Architekten zeichnen die Pläne gerade neu. «Doch als Folge werden wir wohl eine Wohnung weniger über dem Dorfladen einbauen können. Dies wiederum hat weniger Mieteinnahmen zur Folge.» Da man mit diesen den Bau querfinanzieren wollte, muss nun auch der Businessplan angepasst werden. Traktandum 10, der «Antrag für Projektierungskredit neuer Dorfladen Freienwil», konnte deshalb an der GV gar nicht behandelt werden.

56 100 Franken geschenkt

Nach dem Motto «Jetzt erst recht!» (Bachmann) präsentierte der Vorstand seinen Zeitplan. Am 31. Mai um 10 Uhr wird der Kauf der 357 Quadratmeter grossen Parzelle von Besitzerin Johanna Bachmann für rund 210 000 Franken über die Bühne gehen. Das Geld dafür ist parat: Allein 2015 wurden 102 Quadratmeter à 550 Franken verkauft. «Das sind 56 100 Franken, die uns die Käufer einfach geschenkt haben. Das ist unser Antrieb», freute sich der Präsident. Zudem wurden 2015 stolze 127 Anteilsscheine (à 300 Franken) ausgestellt. Weitere 50 000 Franken stammen aus privaten Darlehen. Aus dem «Fonds förs Dorf» kommen ebenso 50 000 Franken dazu.

Die Unterstützung im Dorf ist gross. Die Genossenschaft hofft, dass noch dieses Jahr eine ausserordentliche GV die Zustimmung zum Projektierungskredit gibt, damit Mitte 2017 der erste Spatenstich gemacht werden kann. Die Einweihung ist im Sommer/Herbst 2018 geplant.


«2015 war ein schwieriges Jahr»

Für Doris Steimer und ihr Dorfladen-Team bedeutet die Verzögerung, dass sie noch länger im baufälligen, schlecht isolierten Provisorium an der Kantonsstrasse ausharren müssen. Der Dorfladen kämpft um seine Existenz. In ihrem Jahresbericht machte die Geschäftsführerin keinen Hehl aus ihrer Gemütslage: «2015 war ein schwieriges Jahr wegen dem Eurosturz und der Strassensanie­rung. Der Umsatz sank erneut, und das Personal versuchte, weiter Stunden zu sparen. Mehr ist aber fast nicht möglich.»

Steimer kündigte an, sich die Zahlen bis Ende Jahr genau anzuschauen und dann zu entscheiden, wie es für sie weitergehen soll. Beat Bachmann ist bewusst, dass nicht alle im Dorf finden, es brauche einen Laden. «Aber sehr, sehr viele sind dafür!» Für sie will die Genossenschaft kämpfen. Einen Plan B gibt es nicht …

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