Drei grosse B: Bach, Brahms, Barber

Das Klavierduo Gala Gurinovich und Monika Mockovčáková spielt vierhändige Werke von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms und Samuel Barber.

Vier Hände und ein Klavier – das Klavierduo Gala Gurinovich (rechts) und Monika Mockovčáková (Bild: zVg)

von
Walter Labhart

05. Dezember 2018
09:00

Es ist der in Baden lebenden Russin Gala Gurinovich und der Slowakin Monika Mockovčáková ein besonderes Bedürfnis, ihre Konzerte mit vierhändiger Klaviermusik einem speziellen Thema zu widmen oder unter ein markantes Motto zu stellen. Ihre Auftritte im Gartensaal der Villa Boveri haben nicht nur der hohen Interpretationskunst wegen beeindruckt. Das Publikum fühlte sich auch dank unalltäglichen Konzertideen angesprochen.

Nach «Tanz durch Europa» (2013) mit Raritäten von Paul Hindemith, Leoš Janáček, Sergej Rachmaninow und Erik Satie und den «Musikalischen Souvenirs» (2015) mit Stimmungsbildern unter anderem von Johannes Brahms, Hans Huber, Edvard Grieg und Arthur Honegger gastierten die beiden Künstlerinnen zusammen mit Jason Paul Peterson (Ennetbaden) mit der Rachmaninow gewidmeten «Pianomania» (2015), die aus Kompositionen für zwei, vier und sechs Händen bestand.

 

Musik aus drei Jahrhunderten

Ihr neues Programm beschränkt sich auf drei grosse B-Komponisten. Auf Beethoven und Bruckner verzichten Gala Gurinovich und ihre Partnerin ebenso wie auf Bartók, um dafür unterschiedlich bekannte Musik von Bach, Brahms und Barber zu spielen. Da Johann Sebastian Bach keine originalen Werke für vier Hände hinterliess, interpretieren sie Transkriptionen, die der ungarische Komponist und Pianist György Kurtág (Jahrgang 1926) höchst kunstvoll angefertigt hat. In Stücken wie «Aus tiefer Not schrei ich zu dir», «Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit» oder «Alle Menschen müssen sterben» erzeugt Kurtág durch die Aufteilung des mehrstimmigen Klaviersatzes auf weite Lagen einen ungewohnten, raffiniert entfremdeten Klang.

 

Romantische Walzerseligkeit

Die 16 Walzer op. 39, die Brahms 1865 dem befreundeten Musikkritiker Eduard Hanslick widmete, bezeichnete der Komponist selber als «kleine unschuldige Walzer in schubertscher Form».  In der Tat verströmen sie einen typisch wienerischen Charme. Sie enthalten aber auch melancholische und leidenschaftliche Gefühle: romantische Musik vom Allerfeinsten.

 

Imaginäre Erinnerungen

Wie Brahms, der seine beliebten Walzer zuerst für Klavier zu vier Händen setzte, um sie danach für zwei Hände und einige sogar für zwei Klaviere zu bearbeiten, ist auch der Amerikaner Samuel Barber (1910–1981) mit seiner Suite «Souvenirs» op. 28 verfahren. In den fünf Sätzen der 1952 entstandenen Komposition, die zuletzt als orchestrale Ballettsuite erschien, versuchte sich Barber in die Zeit um 1914 zurückzuversetzen, als in New York die ersten Tangos aufkamen. Die imaginären «Souvenirs» bestehen aus einem schwungvoll einleitenden  Walzer und den scharf kontrastierenden Sätzen «Schottische», «Pas de deux», «Two-Step», «Hesitation-Tango» und «Galop». Feurige Tanzrhythmen wechseln auf hinreissende Weise mit dem verträumten «Pas de deux» (Adagio) ab.

Samstag, 8. Dezember, 18 Uhr
Gartensaal Villa Boveri, Baden

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