Ein Buch als Leistungsauftrag

Der Forstbetrieb Siggenberg nahm den Waldarbeitstag zum Anlass, den neuen Betriebsplan des Forstbetriebs Siggenthal in Buchform zu unterzeichnen.

Im Anschluss an den Waldarbeitstag wurde der neue Betriebsplan unterzeichnet (Bild: pg)

von
Peter Graf

03. Oktober 2019
09:00

Vor fünf Jahren trat der Vertrag, den Forstbetrieb Siggenberg zur Pflege und Nutzung der Wälder der Ortsbürgergemeinden Obersiggenthal und Untersiggenthal gemeinsam zu betreiben, in Kraft. Die Waldgrundstücke, Waldstrassen und Gebäude sind nach wie vor im Eigentum der Vertragspartner. Nun galt es, den überarbeiteten Betriebsplan für den Forstbetrieb zu unterzeichnen.

 

Massnahmen für Naturschutz

Im Betriebsplan wird dargelegt, wie die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer ihren Wald pflegen und bewirtschaften und mit welchen konkreten waldbaulichen Massnahmen sie die übergeordneten Ziele des Waldgesetzes und der Richt- und Nutzungsplanung verwirklichen wollen. Auflagen seitens des Kantons beschränken sich auf jene Elemente, die im kantonalen Interesse verbindlich zu regeln sind, und betreffen etwa die Obergrenze einer nachhaltigen Holznutzung oder besondere Aspekte der Waldbehandlung wie die Baumartwahl oder das Verjüngungsverfahren. Als verbindliche Elemente werden auch geplante Massnahmen zugunsten des Naturschutzes bezeichnet.

  

Der Wald leidet unter Durst

Kurz vor Mittag trafen Gemeindevertreter, Waldbesitzer, Mitarbeitende des Forstbetriebes und Gäste, unter ihnen auch die Präsidentin Wald Aargau, Grossrätin Vreni Friker–Kaspar (SVP), nach einem interessanten Waldarbeitstag beim Forstwerkhof Rotchrüz, Untersiggenthal, ein. Bevor die Protagonisten zur Unterzeichnung des in Buchform gefassten Betriebsplanes am Tisch Platz nahmen, kam der Leiter des Forstbetriebes, Daniel Hitz, auf den Inhalt zu sprechen. Rund 48 Seiten beziehen sich auf den Betriebsplan. Im Anhang sind alle eine in die Zukunft gerichtete Waldbewirtschaftung umfassenden Massnahmen umschrieben. Alain Morier, Leiter der Abteilung Wald beim Kanton Aargau, stellt fest, dass der Wald Durst hat und unter den Schadinsekten leidet. 

 

Zu Fuss zum nördlichsten Punkt

Der Wald ist und bleibt ein Stück Natur und kein Spekulationsobjekt. Ihm wird ein hoher Erholungsnutzen für die Bevölkerung zugesprochen. Bei nachhaltiger Nutzung und Bewirtschaftung ist er auch von unschätzbarem Wert für die Natur und die Biodiversität. Das Buch, so Alain Morier, zeigt nebst der Vergangenheit auch die in die Zukunft gerichteten Massnahmen auf. Ende November geht Alain Morier frühzeitig in Pension. Gemeinderat Adrian Hitz bedankte sich bei ihm für die überaus wertvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. 

Als Zeichen des Dankes überreichte er Alain Morier für sein Vorhaben, zu Fuss an den nördlichsten Punkt von Europa zu gelangen, ein Präsent. Jasmine Kägi, Kreisförsterin-Stellvertreterin, die ebenfalls am Waldarbeitstag teilgenommen hatte, erläuterte zum Schluss zwei neue Broschüren, in welchen die Voraussetzungen zur Bildung von Forstrevieren und die daraus resultierenden Aufgaben umschrieben sind.

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