Ein Doppelkreisel zur Entlastung

Wo heute noch eine grosse Kreuzung mit Ampeln ist, wird bald eine Grossbaustelle sein – eine riesige logistische Herausforderung.

Fabian Keller beim Knoten Gemeindehaus, wo täglich Tausende Fahrzeuge vorbeifahren. Hier entsteht ein Doppelkreisel, und die K117 wird auf dem ganzen Teilstück hinunter bis zur Einmündung Wiesenstrasse saniert. (Bild: is)

29. Dezember 2021
15:41

Von seinem Büro aus sieht Fabian Keller täglich Tausende Fahrzeuge, welche den Knoten Gemeindehaus passieren. An der Kreuzung zwischen Land- und Vogelsangstrasse kommt es zu Stosszeiten immer wieder zu Stau, welcher sich die ganze Landstrasse entlangzieht. Bereits vor drei Jahren hatte die Gemeindeversammlung einen Kredit von 4,7 Millionen Franken für die Sanierung und den Ausbau der Landstrasse K117 gesprochen. Durch Einsprachen wurde der Baubeginn immer wieder verzögert. Doch nun kann es endlich losgehen: In einem ersten Schritt entsteht an der Kreuzung ein Kreisel, und die Strecke bis zur Einmündung Wiesenstrasse wird beidseitig mit Radstreifen ergänzt. «Dadurch sollte sich der Verkehr auf dieser Hauptverkehrsader wesentlich entspannen», ist Keller überzeugt – und hofft, dass es der Gemeinde gelingt, Schleichwege durch Wohnquartiere zu verhindern.

Im Interview blickt Fabian Keller zudem auf das vergangene Jahr zurück und erklärt, welche Herausforderungen und Höhepunkte die rund 5500 Einwohnerinnen und Einwohner seiner Gemeinde 2022 erwarten.


Was war das Highlight in Gebenstorf im Jahr 2021?
Trotz der Pandemie konnte der Gemeinderat im vergangenen Jahr sehr viel Vertrauen von der Bevölkerung entgegennehmen. Die Gemeindeversammlungen verliefen ruhig, fair und effizient. Allen Anträgen des Gemeinderats wurde mit grossen Mehrheiten zugestimmt. Ausserdem konnte die Gesamtrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland nach mehr als zehn Jahren an der Einwohnergemeindeversammlung vom 10. Juni 2021 abgeschlossen werden. Sie wurde mit einer einzigen Gegenstimme und ohne Rekurs an den Regierungsrat überwiesen.


Was lief in Ihrer Gemeinde nicht wie erwartet?
Die negativen Schlagzeilen aus dem Gemeinderat und auch im Umfeld der katholischen Kirche haben unsere Gemeinde in ein nicht dienliches mediales Rampenlicht gerückt, das am Ende keiner der beteiligten Parteien geholfen hat. Mit der Sanierung der Kantonsstrasse K117 konnte 2021 ebenso wenig begonnen werden, wie mit dem Ausbau der budgetierten, elektronisch steuerbaren Strassenbeleuchtung. Die dadurch mageren Investitionen wirken sich entsprechend eher negativ auf die kommenden Jahre aus.


Was wird der Höhepunkt im Jahr 2022?
Mit dem erhofften Ende der Pandemie können wir mit der Bevölkerung endlich die zahlreichen Apéros und Eröffnungsfeiern für das Schulhaus Brühl 3, das Regenbecken Brühl und alle übrigen abgesagten Veranstaltungen nachholen. Ausserdem wird Gebenstorf in diesem Jahr 775 Jahre alt. Feiern werden wir den Geburtstag allerdings erst 2024, da uns die Zahl 777 viel besser gefällt – respektive besser zu unserer Hexe passt.


Welches sind die grössten Herausforderungen für Gebenstorf im 2022?
Das wird zweifelsohne die Sanierung der Landstrasse K117 mit dem Gemeindehaus-Kreisel sein. Der zu bewältigende Verkehr wird für die Region Wasserschloss und explizit für Gebenstorf eine riesige Herausforderung. Es muss zwingend verhindert werden, dass neue Schleichwege entstehen, die sowohl den öffentlichen Verkehr lahmlegen als auch die Quartierstrassen blockieren respektive unsere Schulwege gefährden.


Welchen Wunsch an die Bevölkerung haben Sie für das neue Jahr?
Ich wünsche mir von unseren Einwohnerinnen und Einwohnern weiterhin viel Geduld, Offenheit und Fairness. Wir können nur gemeinsam diese unangenehmen und schwierigen Zeiten überstehen. Ich wünsche mir, dass unsere Einwohnerinnen und Einwohner daran denken, dass es ein Leben danach gibt. Nur mit Anstand und Respekt kann jede und jeder dafür sorgen, dass wir nach der überstandenen Pandemie fröhlich und mit einem guten Gewissen gemeinsam anstossen können.

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