Ein Dorf im Theaterfieber

Das Remisetheater Rütihof zeigt in einer Eigenproduktion das Stück «Herz und Leber, Hund und Schwein» von Hansjörg Schneider.

Alma Jongerius und Ruth Rohr (v. l.) bei den Probearbeiten (Bild: zVg)

von
Katja Röthlin

15. August 2019
09:00

Mit ohrenbetäubendem Getöse fliegt die Staffel der Patrouille Suisse an diesem Samstagnachmittag über das Remisetheater in Rütihof. Die sechs Frauen, die mitten in den Proben stecken, lassen sich nicht beeindrucken. Sie spielen weiter, wie wenn nichts wäre, denn am 17. August ist Premiere, und da zählt jede Probeminute. 

Was auf der Bühne gezeigt wird, ist mal komisch, mal temperamentvoll, oft aber auch beklemmend. Das Stück des Aargauer Schriftstellers Hansjörg Schneider, «Herz und Leber, Hund und Schwein», ist gesellschaftskritisch. Arlecchino und Colombina, ein Paar aus dem Süden, hat sich aufgemacht, um dem Elend seiner Heimat zu entfliehen. Die beiden kommen in ein Dorf, in dem sie bei den drei reichen Bürgern auf offene Ablehnung stossen – bis zu dem Moment, in dem diese bemerken, dass die zwei Fremden etwas haben, das sie gebrauchen könnten: ein gesundes Herz und eine gesunde Leber. Von da an versuchen sie, an diese Organe heranzukommen. Mithilfe einer List gelingt es Colombina, ihren Arlecchino, der sich als Lieferant der Organe angeboten hat, um damit Geld zu verdienen, zu retten.

 

Alle Rollen von Frauen gespielt

Das Remisetheater hat sich seit seiner Gründung 2001 einen Namen gemacht. Mit «Herz und Leber, Hund und Schwein» bringt es die siebte Eigenproduktion auf die Bühne. Alle Rollen im Stück werden von Frauen gespielt. Monika Peter, Ruth Rohr, Bea Künzi, Alma Jongerius, Katia Röthlin und Kerstin Jenzen spielen zum ersten Mal in einem Ensemble. Regie führt Trix Lehr. Und sollte einmal der Text vergessen gehen, dann sorgt Souffleuse Käthi Steiner dafür, dass der Faden nicht ganz verloren geht. Noch sitzen nicht alle Auftritte und Textstellen perfekt. Bis zur Premiere wird fleissig geprobt und an den heiklen Szenen gefeilt. 

  

Essen in der Theaterbeiz

Eine Eigenproduktion ist natürlich nur mit viel Unterstützung des ganzen Teams des Remisetheaters möglich: Für die Kostüme haben Ursi Egli und Cornelia Ritter gesorgt, für die Bühne Willi Rohr. Beleuchter Patrick Waldmann rückt die Spielerinnen ins richtige Licht, und verschiedene Stimmungen erzeugt Irene Bhend mit ihrem Akkordeon. Rinaldo Pajarola ist für die Gastronomie zuständig. 

Der Probetag neigt sich dem Ende zu. Trix Lehr lobt das Ensemble: «Dass ihr trotz des Lärms der Fliegerstaffel einfach so weitergespielt habt, hat mich beeindruckt.» Das Ensemble freut sich über das Kompliment – und auf viel Publikum bei den sieben Aufführungen. 

Samstag, 17. August, 20.15 Uhr
Remisetheater, Rütihof
Weitere Daten: www.remisetheater.ch 

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