Ein Gala-Abend für Aargauer Weine

Dreizehn der zwanzig Finalweine bei der Staatswein-Kürung 2022 stammten von Reben und Winzern aus unserem Einzugsgebiet.

Den stärksten Auftritt an der Staatswein-Kürung 2022 hatten Bruno und Ruth Hartmann, Remigen, mit vier Finalweinen. Zu den Gratulanten gehörten Nationalratspräsidentin Irène Kälin und Regierungsrat Markus Dieth (in der Mitte). (Bild: zVg)

22. Juni 2022
15:39

Der Kanton Aargau keltert den Staatswein nicht mehr selber, seit er die eigene Trotte vor Jahren zusammen mit der Landwirtschaftsschule Frick an das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FibL) verkaufte. Stattdessen werden die Staatsweine alljährlich mit einem Wettbewerb unter den aargauischen Winzern akquiriert. Bei den Kelterern ist dieses Auswahlverfahren beliebt, denn die Auszeichnung «Staatswein-Finalist» ist image- und verkaufsfördernd.


Hohes Qualitätsniveau
Allerdings war die Teilnahme an der diesjährigen Staatswein-Kürung wegen des witterungsmässig schwierigen und mengenmässig geringeren, aber qualitativ dennoch guten Jahrgangs 2021 kleiner. Früher kamen nur ein Weisswein und ein Rotwein der Aargauer Hauptsorten Riesling-Sylvaner und Blauburgunder in die Kränze. Inzwischen wurde die Staatswein-Palette um eine weisse und eine rote Spezialität erweitert. Und zu Ehren der gegenwärtigen aargauischen Nationalratspräsidentin Irène Kälin aus Oberflachs gab es noch die zusätzliche Auszeichnung «Kälinovino». Die grüne Politikerin wünschte sich einen Wein aus biologischem Anbau oder aus einer pilzwiderstandsfähigen (Piwi) Traubensorte.

Eine Fachkommission besorgte eine Vorselektion der 72 eingereichten Weinproben. Danach legte die Staatswein-Jury unter dem Vorsitz des Landwirtschaftsdirektors, Regierungsrat Markus Dieth, für jede der fünf Kategorien vier Finalisten – bei «Kälinovino» deren fünf – fest und bestimmte daraus die Siegerweine. Die erfolgreichen Winzer empfingen die Auszeichnungen an einem gediegenen, festlichen Anlass nach zweijähriger Corona-Pause und zum zehnten Mal auf Schloss Liebegg.

Einmal mehr bestätigte die Gala die hohe Qualität des aargauischen Weinbaus. Markus Fuchs, Leiter Marketing des Branchenverbands Wein Aargau, kommentierte die Auswahl mit sachkundigen Informationen über die an der Staatswein-Kürung beteiligten Rebsorten und Weinbaubetriebe. Und Jury-Präsident Dieth lobte die 600 Winzer und Winzerinnen im Kanton dafür, dass sie mit viel Engagement auf einer 400 Hektaren grossen Rebfläche Weine mit individueller Note pflegen und weiterentwickeln.


Die besten Weine
An der diesjährigen Auszeichnung fiel aber auf, dass die zwanzig Finalweine aus nur zehn Rebbaubetrieben stammten und mehr als die Hälfte davon auf Winzer respektive Reben aus den Regionen Brugg und Baden sowie aus dem unteren Aaretal entfiel. Den stärksten Auftritt hatten das Weingut Hartmann, Remigen, und die Nauer Weine AG, Bremgarten, sie waren mit je vier Weinen in den fünf finalen Ausscheidungen vertreten.

Zum Staatswein 2022 der Kategorie Weissweine kürte die Jury den «Nauer Classic Müller-Thurgau Tegerfelden 2021» der Nauer Weine AG, Bremgarten. Unter die besten vier schaffte es auch der Remiger «Viola Müller-Thurgau» des Weinguts Hartmann. Sieger in der Kategorie weisse Spezialitäten wurde der «Souvignier gris 2021», ein fruchtig-stoffiger und pilzwiderstandsfähiger Weintyp, den Bruno Hartmann vor wenigen Jahren als einer der ersten Aargauer Winzer in Remigen anpflanzte. In den Final kam auch der Villiger «Fumé blanc» der Besserstein-Weinbauern.

Neuer roter Staatswein wurde der «Pinot noir Magden 2020» von Andrea und Gerhard Wunderlin aus Zeiningen. In den Final kam auch die «Spätlese Pinot noir Tegerfelden» von Nauer. Bei den roten Spezialitäten siegte der «Pinot noir Enora» des Weinguts Umbricht in Untersiggen­thal. Finalisten waren zudem der «Pinot noir Barrique Edelblut» von Baumgartner Weinbau, Tegerfelden, und die «Goldwand Reserve» von Michael Wetzel, Ennetbaden.

In der einmalig verliehenen Spezialkategorie «Kälinovino» entschied sich die Nationalratspräsidentin für die Assemblage «Carpe Vinum blanc 2021» des Weinguts Wunderlin. In der engsten Auswahl waren auch die Piwi-Weine «Cabernet Jura» und nochmals «Souvignier gris» von Bruno und Ruth Hartmann, Remigen, sowie die «Sélection weiss» und der «Sennhof Rosé» des Weinguts zum Sternen Würenlingen. Die Staatswein-Sieger verpflichten sich, dem Kanton eine bestimmte Menge ihres Weins für Empfänge, offizielle Anlässe und Geschenke zur Verfügung zu stellen.

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