Ein Glücksbringer in Schwarz

Am Eingang grüsste der ­Kaminfeger, auf der Bühne verblüffte ein Zauberer, und die Initiative «Sternefiir» erhielt den Ehren(dinger)preis. 

Kaminfeger Daniel Knöpfel wünscht einer Ehrendingerin «es guets Neus» (Bild: is)

08. Januar 2020
09:00

Über 200 Münzen verteilten der neue «Gemeinde-Kaminfeger» Daniel Knöpfel und seine Mitarbeiterin ­Tamara Bucher am Eingang zur Turnhalle Lägernbreite. Dabei wünschten sie den Eintreffenden «alles Gute für das neue Jahr mit viel Glück, Freude und Gesundheit». Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatte der Wechsel vom langjährigen Konzessionsnehmer Andreas Leutwyler zu Knöpfel für rauchende Köpfe im Dorf gesorgt. 

Am Neujahrsapéro vom 2. Januar standen jedoch andere im Rampenlicht. Allen voran die Initiative Sternefiir, welche den erstmals vergebenen Ehren(dinger)preis bekam (siehe Infobox). Als Stargast verblüffte Zauberer Timo Plaz das Publikum. Nach seiner Show auf der Bühne mischte sich der Bündner im Verlauf des Vormittags unter die Gäste und begeisterte vor allem die Kleinsten mit seinen mit Illusions- und Kartentricks. 

Gemeindeammann Urs Burkhard nahm den Faden in seiner Rede auf. «Zauberer bringen die Menschen zum Staunen, zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht, verblüffen sie. Wir vom Gemeinderat hätten diese Gabe auch gerne», gestand er dem Publikum und hoffte: «Vielleicht haben wir Sie im vergangenen Jahr ja das eine oder andere Mal verblüfft oder eben verzaubert – sei es beim temporären Halteverbot bei den Schulhäusern, bei der Grillpool Challenge oder an der Expo Surbtal.» Überhaupt seit 2019 ein überaus zauberhaftes, wenn auch sehr arbeitsreiches Jahr gewesen.

Gleichzeitig fragte Burkhard: «Ist der Zauber nicht auch eine Illusion? Eine Sinnestäuschung? Ich kann Ihnen jedoch versprechen, dass der Gemeinderat dies in keiner Art und Weise machen wird.» Bei den vielen wichtigen Geschäften, die im 2020 anstehen, sei absolute Transparenz gefordert. Angefangen bei der neuen BNO, die der Gemeinderat an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung zur Abstimmung bringen möchte, über die Zusammenarbeit mit Schneisingen im Bereich der Bauverwaltung bis hin zum Masterplan im Bereich Oberdorf-Kreisel Niedermatt.

 

Widerstand gegen «Oase»

Höchste Priorität hat für den Gemeinderat jedoch zu Jahresbeginn das regionale Gesamtverkehrskonzept Oase – ein für Ehrendingen «klar nachteiliges Projekt», wie Urs Burkhard feststellte. Die Bussteuerung im Höhtal könne bereits zu den ersten Massnahmen gezählt werden und sei mit massivem Verkehrsaufkommen auf der Landstrasse verbunden. 

Die Gemeinde Ehrendingen hat gemeinsam mit politischen Gruppierungen ein Anhörungsantwortschreiben abgefasst und auf der Website publiziert. «Es soll als Muster für Sie dienen, damit Sie sich an der Anhörung beteiligen können», forderte der Gemeindeammann die Bevölkerung auf. Es gehe darum, sich in Aarau mit möglichst vielen Antworten Gehör zu verschaffen, damit «man uns nicht einfach als unbedeutende Vorortgemeinde von Baden abtun kann». Die Anhörung läuft bis 17. Januar.

 

Ehren(dinger)preis für Initiative «Sternefiir» 

Erstmals wurde am Neujahrsapéro der Ehren(dinger)preis verliehen. Er ging an die Initiative «Sternefiir – Weihnachtsbeleuchtung fürs Dorf» der Vereinigungen «Pro Dorf» und «pro Ehrendingen». Die Sternefiir ­läutet jeweils die Adventszeit in Ehrendingen ein. Die Aktion wurde 1995 von Dorfarzt Hanspeter Faes initiiert und ist längst Tradition im Dorf. Mittlerweile beleuchten fast 80 Sterne die Strassen des Dorfs. Sie können zum Preis von 1100 Franken erworben werden. 

Die Bevölkerung hatte im Vorfeld die Möglichkeit, Vorschläge für den Preis einzureichen. Der Gemeinderat habe sich mit der Entscheidung sehr schwer getan, so Urs Burkard, «denn alle Nominierten haben viel zum lebendigen kulturellen Leben unseres Dorfes beigetragen». Stellvertretend nahmen Viktor Zimmermann und ­Monika Schneider den mit 500 Franken dotierten Preis entgegen. Zudem erhält der Sieger einen Wanderpokal, ein Gratula­tionsschreiben und eine Urkunde. 

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