Ein Haufen musikalischer Hühner

Das neue Stück des Kinder- und Jugendtheaters Turgi spielt in einem Hühnerstall. Ein Augen- und Ohrenschmaus auch für Erwachsene.

Das Kinder- und Jugendtheater feiert Premiere mit seinem neuen Musiktheater «Wem ghöred d Würm?»
Das Kinder- und Jugendtheater feiert Premiere mit seinem neuen Musiktheater «Wem ghöred d Würm?» (Bilder: is)

von
Ilona Scherer

09. November 2018
09:00

Es ist dunkel in der Halle. Plötzlich ist aus einer Ecke leises Gackern und Gurren zu hören – zuerst zaghaft, dann immer lauter und nervöser. Hintereinander strömen die Hühner und Junghähne in die Halle, bahnen sich ihren Weg durch die Stuhlreihen und marschieren auf die Bühne. Nun stehen sie da in ihren weissen Leggings und Tütüs aus Federn, mit knallroten Kämmen auf dem Haupt und singen aus voller Kehle «Mir Hüehner und Güggel sind do dihei». Gestatten: König Othmar und seine fünf Soldaten, der Weckgüggel und ganz viele Hühner mit ihren Bibeli. Die muntere Schar steht in einem überdimensionalen Hühnerstall aus Maschendrahtzaun und Holzverschlägen. 

Öder Alltag im Hühnerstall

Rund 40 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 20 Jahren sind am neuen Stück des Kinder- und Jugendtheaters Turgi namens «Wem ghöred d Würm?» beteiligt, das am 10. November Premiere feiert. In dem Musiktheater geht es um den öden Alltag im Hühnerstall: von morgens bis abends aufstehen, essen, schaffen, putzen… und das alles unter dem strengen Regime von König Othmar, der jetzt sogar auch noch alle Würmer für sich alleine will. Trotzdem bewundern die Tiere ihren König, denn er beschützt sie vor den Gefahren, die ausserhalb des Hofes lauern. Erst, als eines Tages plötzlich Fremde zu Besuch kommen, wird alles infrage gestellt. «Das Theater ist für die ganze Familie geeignet», erklärt Regisseurin Rebekka Renggli. «Für die Kinder ist es eine spannende Geschichte, und die Erwachsenen werden darin einige politische Aspekte entdecken.»

Das Stück ist wie immer ein Gemeinschaftswerk. «Unsere Stücke werden immer mit den Kindern gemeinsam geschrieben. Wir versuchen, so viel von ihren Ideen wie möglich zu übernehmen», erklärt die Regisseurin. Die Darstellenden dürfen ihre Charaktere selber kreieren und benennen. Unter anderem treten dieses Jahr auf: ein verfressenes Huhn, ein neugieriges, ein schönes, ein «Isch mer gliich» – und ein tollpatschiges Huhn. Auch die Musik sowie die lustigen Lieder erarbeiten die Kinder und Jugendlichen zusammen mit dem Musiker Vincent Zurkinden. 

Für ihr Hobby «opfern» alle Beteiligten viel Freizeit. Seit Sommer ist das Ensemble am Proben für die diesjährige Theatersaison jeden Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr! Julija, die das verfressene Huhn spielt, sagt: «Es ist zwar so kurz vor der Premiere sehr viel, aber wenn die Aufführungen dann vorbei sind, fehlt es mir schon wieder…» Für viele sei das Ensemble eine zweite Familie geworden. In der Zwischenzeit wird jeweils am Samstagnachmittag drei Stunden geprobt. Wer aus dem Jugendalter entwachsen ist, kann im Improvisationstheater weitermachen.

 

Eine lange Warteliste

Das Theater besteht seit fast 30 Jahren und erfreut sich bis heute einer gros­sen Beliebtheit: «Wir haben eine lange Warteliste», erklärt Rebekka Renggli. Die Regisseurin kann sich zudem auf ein eingespieltes Leitungs-Team verlassen, zu dem auch ihre drei Schwestern gehören. In den Wochen vor der Premiere werden alle technischen Abläufe bis ins Detail geübt. Für Judith Janser Ruckstuhl, Nadine Garnitschnig und Eliane Etter von der Maske ist das jeweils Akkord-Arbeit: Sie müssen fast 40 Hühner schminken. «Mehr als drei Minuten pro Huhn haben wir kaum», sagt Judith Janser, die Schwester der Regisseurin. Alle Beteiligten – von Bühnenbild-Meister Adrian Meier bis Musikchef Zurkinden – arbeiten ehrenamtlich, damit der Mitgliederbeitrag tief gehalten werden kann und jedem Kind das Theaterspielen ermöglicht wird. Applaus und leuchtende Kinderaugen sind ihr schönster Lohn.

 

«Wem ghöred d Würm?»
Aufführungen: 10., 11., 24., 25. November und 1./2. Dezember, jeweils um 16 Uhr (Dauer etwa zwei Stunden inkl. Pause)
Mehrzweckhalle Gut an der Kronenstrasse in Turgi
Reservation: 079 647 44 94
Restaurant und Kasse ab 15 Uhr.
www.kjt-turgi.ch 

Öder Alltag im Hühnerstall

Rund 40 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 20 Jahren sind am neuen Stück des Kinder- und Jugendtheaters Turgi namens «Wem ghöred d Würm?» beteiligt, das am 10. November Premiere feiert. In dem Musiktheater geht es um den öden Alltag im Hühnerstall: von morgens bis abends aufstehen, essen, schaffen, putzen… und das alles unter dem strengen Regime von König Othmar, der jetzt sogar auch noch alle Würmer für sich alleine will. Trotzdem bewundern die Tiere ihren König, denn er beschützt sie vor den Gefahren, die ausserhalb des Hofes lauern. Erst, als eines Tages plötzlich Fremde zu Besuch kommen, wird alles infrage gestellt. «Das Theater ist für die ganze Familie geeignet», erklärt Regisseurin Rebekka Renggli. «Für die Kinder ist es eine spannende Geschichte, und die Erwachsenen werden darin einige politische Aspekte entdecken.»

Das Stück ist wie immer ein Gemeinschaftswerk. «Unsere Stücke werden immer mit den Kindern gemeinsam geschrieben. Wir versuchen, so viel von ihren Ideen wie möglich zu übernehmen», erklärt die Regisseurin. Die Darstellenden dürfen ihre Charaktere selber kreieren und benennen. Unter anderem treten dieses Jahr auf: ein verfressenes Huhn, ein neugieriges, ein schönes, ein «Isch mer gliich» – und ein tollpatschiges Huhn. Auch die Musik sowie die lustigen Lieder erarbeiten die Kinder und Jugendlichen zusammen mit dem Musiker Vincent Zurkinden. 

Für ihr Hobby «opfern» alle Beteiligten viel Freizeit. Seit Sommer ist das Ensemble am Proben für die diesjährige Theatersaison jeden Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr! Julija, die das verfressene Huhn spielt, sagt: «Es ist zwar so kurz vor der Premiere sehr viel, aber wenn die Aufführungen dann vorbei sind, fehlt es mir schon wieder…» Für viele sei das Ensemble eine zweite Familie geworden. In der Zwischenzeit wird jeweils am Samstagnachmittag drei Stunden geprobt. Wer aus dem Jugendalter entwachsen ist, kann im Improvisationstheater weitermachen.

 

Eine lange Warteliste

Das Theater besteht seit fast 30 Jahren und erfreut sich bis heute einer gros­sen Beliebtheit: «Wir haben eine lange Warteliste», erklärt Rebekka Renggli. Die Regisseurin kann sich zudem auf ein eingespieltes Leitungs-Team verlassen, zu dem auch ihre drei Schwestern gehören (siehe Artikel «Eine Familien-Sache»). In den Wochen vor der Premiere werden alle technischen Abläufe bis ins Detail geübt. Für Judith Janser Ruckstuhl, Nadine Garnitschnig und Eliane Etter von der Maske ist das jeweils Akkord-Arbeit: Sie müssen fast 40 Hühner schminken. «Mehr als drei Minuten pro Huhn haben wir kaum», sagt Judith Janser, die Schwester der Regisseurin. Alle Beteiligten – von Bühnenbild-Meister Adrian Meier bis Musikchef Zurkinden – arbeiten ehrenamtlich, damit der Mitgliederbeitrag tief gehalten werden kann und jedem Kind das Theaterspielen ermöglicht wird. Applaus und leuchtende Kinderaugen sind ihr schönster Lohn.

 

«Wem ghöred d Würm?»
Aufführungen: 10., 11., 24., 25. November und 1./2. Dezember, jeweils um 16 Uhr (Dauer etwa zwei Stunden inkl. Pause)
Mehrzweckhalle Gut an der Kronenstrasse in Turgi
Reservation: 079 647 44 94
Restaurant und Kasse ab 15 Uhr.
www.kjt-turgi.ch 

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