Ein kleiner Piks mit grosser Hoffnung

Exakt 315 Tage nach dem ­ersten bestätigten Corona-Fall in der Schweiz hat am Dienstag, den 5. Januar 2021, die wohl grösste Impfaktion aller ­Zeiten begonnen.

Agatha Baumann erhält vom mobilen Impfteam die erste Dosis im Alters- und Pflegheim «Auhof». Auch Regierungsrat Jean-Pierre Gallati (links) ist bei dem feierlichen Akt dabei. (Bild: zvg)

06. Januar 2021
08:00

 

Etwas später als viele andere Kantone hat der Aargau am 5. Januar mit seiner Impfkampagne begonnen. Die beiden Impfzentren befinden sich in den Kantonsspitälern Baden und Aarau. In einer ersten Phase stehen dort etwa 2500 Impfdosen pro Woche zur Verfügung. Zudem sind mobile Impfteams in Alters- und Pflegeheimen unterwegs. 

Die erste geimpfte Aargauerin heisst Agatha Baumann. Ein mobiles Impfteam machte am Dienstag Halt im kleinen Alters- und Pflegeheim «Auhof» in Veltheim. Nebst der 89-Jährigen wurden auch andere Bewohnerinnen und Bewohner des Heims geimpft. Gleichzeitig haben einige Pflegefachpersonen des «Auhofs» die erste von zwei Impfungen erhalten. Die zweiten Impfungen finden in rund drei Wochen statt.

Noch werden Impfungen gegen das Coronavirus allerdings nur für besonders gefährdete Personen und über 75-Jährige angewandt. Ausnahmen für unter 75-Jährige gibt es für Personen mit einer Risikoerkrankung. Diese können allerdings nur von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin zugewiesen werden.

 

Ziel sind 15'000 Impfungen

Wie in allen Kantonen ist auch im Aargau die Anzahl Tranchen beschränkt. Dem Kanton stehen in der ersten Phase rund 8000 Impfdosen zur Verfügung. Dies entspricht weniger als zwei Prozent der Aargauer Bevölkerung. Der Andrang auf die angebotenen Dosen war so gross, dass bereits am 4. Januar sämtliche Termine ausgebucht waren, sowohl am Kantonsspital Baden als auch im Kantonsspital Aarau.  In den nächsten Tagen soll eine zweite Lieferung von gut 9000 Impfdosen eintreffen, wie der Kanton mitteilte. «Steht genug Impfstoff zur Verfügung», so der Leiter der Impfkampagne, Andreas Obrecht, «werden Ende Januar etwa 15'000 Aargauerinnen und Aargauer ihre erste Impfdosis erhalten.» Um dieses Ziel zu bewerkstelligen, sollen in einer zweiten Phase auch weitere Spitäler, Kliniken und Ärztezentren impfen können. Noch ist dieser Zeitpunkt unklar. Sobald der Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, weitet der Kanton das Impfangebot richtig aus, beispielsweise auf die niedergelassenen Ärzte. Ebenfalls noch nicht entschieden ist die wichtige Frage nach der Impfung von besonders gefährdeten Personen in Heimen, die nicht mobil sind. Diese Bevölkerungsgruppe soll über «mobile Einheiten» gegen das Coronavirus geimpft werden, wie der Kanton auf seiner Website schreibt. Eine Anmeldung sei zurzeit aber nicht möglich.

Und sobald weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen, welche nicht bei –75 °C gelagert werden müssen, wird auch an anderen Orten geimpft werden können.

 

Impfung kostenlos

Die Impfung selbst ist für die Bevölkerung gratis. Die Kosten werden von der obligatorischen Krankenversicherung, vom Bund und den Kantonen übernommen. Die Anmeldung für die Impfung erfolgt über die Websites des Kantonsspitäler Baden und Aarau. Während der ersten zwei Wochen stehen rund hundert Termine pro Tag zur Verfügung. Allerdings waren schon nach kurzer Zeit sämtliche Impftermine ausgebucht (Stand: 6. Januar 2021).

 

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