Ein Leben im öffentlichen Dienst

Der ehemalige stellvertretende Brugger Polizeichef Heinrich Wernli ist 77-jährig gestorben. Er stand 40 Jahre im öffentlichen Dienst.

Heinrich Wernli war eine stadt­bekannte Persönlichkeit
Heinrich Wernli war eine stadt­bekannte Persönlichkeit (Bild: zVg)

von
Hans-Peter Widmer

25. Oktober 2017
09:20

Viele Zeichen wiesen an der Abdankung für Heiri Wernli darauf hin, wie verwurzelt und bekannt er in der Region war. Mit den Angehörigen nahm eine grosse Trauerschar von ihm Abschied. Die Musikgesellschaft Lauffohr sowie das Alphornquintett Wasserschloss samt Fahnenschwinger – ein Novum in der Brugger Stadtkirche – begleiteten den von Pfarrer Rolf Zaugg gestalteten Gottesdienst. Auch Vertreter der Stadt sowie ehemalige Polizeikameraden, frühere politische Weggefährten und Wanderfreunde – die ihm für seine jahrelange Betreuung der Wanderwege auf dem Bruggerberg verbunden blieben – erwiesen ihm die letzte Ehre.  


Respekt und Zuneigung

Heiri Wernli stand 40 Jahre lang im öffentlichen Dienst. 1940 im Gebens­torfer Ortsteil Vogelsang, am Wasserschloss, dem Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat geboren, machte er nach dem Besuch der Bezirksschule Turgi im damals grossen örtlichen Industrieunternehmen BAG eine Lehre als Bauschlosser. Anschlies­send arbeitete er kurz bei der Brugger Stahlbaufirma Wartmann und bildete sich 1961, nach der Rekrutenschule, zum Grenzwächter aus. Im folgenden Jahr trat er in das damals noch kleine Stadtpolizeikorps ein, dem er bis zur Pensionierung 2001 angehörte – mehrere Jahre als Stellvertreter des legendären schrulligen Polizeichefs Hans Baur. 

Auf Heiri Wernli war Verlass. Wichtige Dinge pflegte er gern selber zu erledigen, damit sie so geschahen, wie er es wollte: sorgfältig und mit Augenmass. Er vermochte als Polizeibeamter die diffizile Balance von Respekt und Zuneigung zu halten. Seine pflichtbewusste Dienstauffassung hinderte ihn nicht an guten Kontakten zur Bevölkerung und an Engagements in verschiedenen Institutionen. So gehörte er dem Brugger Einwohnerrat, dem Kantonalvorstand der aargauischen Gemeindepolizeikorps und der reformierten Kirchenpflege an. Halt gab ihm die Familie, seine Gattin Lydia, zwei Söhne und zwei Töchter und eine stattliche Schar Enkelkinder. 


Überschatteter Ruhestand

Leider überschatteten Schicksalsschläge seinen dritten Lebensabschnitt. Wegen einer Tumoroperation im Mundbereich musste er vor zehn Jahren Alphorn- und Blasmusik aufgeben. Nach recht guter Erholung hatten später mehrere Stürze schwere Folgen: Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma sowie zwei Hüftfrakturen. Beim letzten Spitalaufenthalt wurde auch seine schwindende Geisteskraft offenkundig. Das Pflegezentrum Süssbach nahm der Gattin Anfang September die nicht mehr verkraftbare private Betreuung des Patienten ab. Der Tod bedeutete für ihn Erlösung.

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