«Ein Meilenstein für die ganze Schweiz»

Baden ist wieder eine Bäderstadt. Mit der Einweihung der Wellness-Therme Fortyseven meldet sich der Kurort fulminant zurück.

Stargast Nummer eins: Boris Blank (Yello), der die Musik für den Kosmos komponiert hat, war ein begehrtes Sujet. (Bilder: is)

24. November 2021
18:18

Das Fortyseven in Zahlen

Die neue Badekultur in Baden erlebt man am eindrücklichsten im Thermalwasser, das mit 47 Grad als mineralreichstes Thermalwasser der Schweiz aus dem Boden sprudelt und in unterschiedlicher Wärme in den acht Innen- und Aussenbecken genossen werden kann. Der sehr grosszügige Saunabereich (elf Sauna-Räumlichkeiten inkl. Dampfbäder) und die eleganten Ruheräume bilden die ideale Ergänzung zum erholsamen Bad. Nebst einer Textil- und einer Nacktsauna bietet das Fortyseven auch eine explizite Ladys-Sauna mit entsprechenden Räumen an. Ein ganz besonderer, speziell für das Fortyseven entwickelter Bereich, der sogenannte «Kosmos» bietet zudem ein komplett neues Besuchererlebnis. Im Spa-Bereich mit seinen elf Räumlichkeiten – darunter zwei Paar-Kabinen – kann man sich bei einem Treatment
verwöhnen und die Seele baumeln lassen. Der eigene Gastronomiebetrieb bietet ausgewogene und leckere Alterna­tiven zur alltäglichen Verpflegung und rundet das einmalige Erlebnis im Fortyseven ab. Alles in allem finden Gäste auf über 4400 Quadratmetern Fläche Zeit, um sich ein paar Stunden vom Alltag zu erholen oder sich einen entspannten Wellness-Tag zu gönnen. Weitere Informationen erhält man auf fortyseven.ch.

«Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne», lautet einer der meistzitierten Verse von Hermann Hesse. Der deutsche Schriftsteller weilte selbst zweimal zur Kur in Baden und verarbeitete seine Erlebnisse am Limmatknie in der 1925 erschienen Novelle «Kurgast». Nachdem das Thermalbad 2012 endgültig geschlossen wurde, ist Baden nun seit dem 18. November wieder Bäderstadt – und Beat Edelmann, der Präsident des Stiftungsrats der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden, durfte Hesses Vers bei der Eröffnung der neuen Wellness-Therme Fortyseven vor geladenen Gästen zitieren. Die Stiftung ist Bauherrin des Gebäudes von Stararchitekt Mario Botta.

Bei den Ansprachen an einem der acht Thermalbecken, in «Finger Nummer zwei», sparten die Redner nicht mit Superlativen. «Baden in Baden kann nicht kopiert werden. Ein Meilenstein für die Schweiz», erklärte Landammann Stephan Attiger und dankte Mario Botta überschwänglich: «Grazie per tutto! Grazie! Grazie!» Stiftungsdirektor Rainer Blaser sagte, die Therme sei «sogar besser und schöner geworden, als man sie sich in der Planung vorstellte». Und der Badener Stadtammann Markus Schneider stellte zufrieden fest: «Die Anlage ist stimmig ins Limmatknie eingebettet – als hätte sie schon immer hier gestanden.» Mit der Eröffnung des Fortyseven erhofft man sich im Bezirkshauptort auch einen touristischen Aufschwung: «In welcher anderen Stadt kann man einen Thermen- mit einem Kino- oder Theaterbesuch verbinden?», so Schneider.

Stargast Nummer zwei: Mario Botta beim Talk mit Ammann Markus Schneider


Menschen und Autos beobachten
Vom Zauber des Anfangs schien einer ganz besonders gefangen zu sein: Mit Verve führte Architekt Botta an der Seite von Bauleiter Antony Strub später durch die die 4400 Quadratmeter grosse Anlage. So sprach er am Übergang zwischen Eingang und WellnessBereich gestenreich von einem «moment magique du passage»: «Wenn man hier durchgeht, wird man ein anderer Mensch – bereit zum Baden.» Er betonte, er habe nicht ein Gebäude, sondern eine Verbindung zwischen Stadt und Hügel geschaffen – in Form einer Hand, deren Finger in die Limmat greifen. «Ich liebe es, die Autos und die Menschen auf der andern Seite der Limmat zu beobachten», schwärmte der Architekt, der von Ehefrau Maria begleitet wurde: «Sie wollte die Therme unbedingt sehen!»

Die eindrückliche Anlage strahlt dank der Kombination von Holz und Stein eine Wärme aus und überrascht auch mit speziellen Details. So kann man sich im Saunabereich mit elf Saunen (mit Aufgüssen im Zweistundentakt!) und Dampfbädern nicht nur in Kältebecken, sondern auch in einem Schneeraum abkühlen, und in der Sauna kann die Verweildauer mit einer digitalen Sanduhr gemessen werden. In jedem Bereich wird zudem ein anderer Duft versprüht, wie Doris Muhr, Leiterin ­Marketing und Verkauf, an der Spa Reception erklärte. Die einzelnen Behandlungsräume sind mit Achtsamkeitsbegriffen in Indisch oder Japanisch benannt.


Floaten mit Yello-Sound
Beim Solebecken im Kosmos empfing Yello-Musiker Boris Blank die Gruppen auf ihrem Rundgang in mystischem Ambiente. Der Zürcher hat den Sound komponiert, mit dem Badegäste konstant berieselt werden: Die jeweils rund sechs Minuten langen Stücke laufen im Loop. Blank zeigte sich ebenfalls beeindruckt vom Forty­seven: «Ich gehe viermal pro Woche einen Kilometer in Zürich schwimmen. Vielleicht komme ich künftig nach Baden», scherzte er.

Nach zweitägigen Festlichkeiten durfte am Samstag, am Tag der offenen Tür, auch die ganze Bevölkerung die neue Wellness-Therme erkunden. Rund 10'000 Menschen machten ­davon Gebrauch. Baden ist wieder ­Bäderstadt. Möge der Zauber des ­Anfangs noch viele Jahre wirken.

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