Ein offener Bauernbetrieb

Der Zelglihof in Rüfenach steht für naturnahe Produkte und leidenschaftliche Weintradition. Das Zelglihoffest mit Weindegustation findet am 19. Mai statt.

Ein offener Bauernbetrieb in offener Landschaft: Matthias, Samuel, Fritz und Susanne Schwarz in ihrem Garten
Ein offener Bauernbetrieb in offener Landschaft: Matthias, Samuel, Fritz und Susanne Schwarz in ihrem Garten (Bild: cl)

von
Claudia Marek

15. Mai 2018
10:25

Der Zelglihof des Generationen-Betriebs Schwarz befindet sich oberhalb des Wassertores von Aare, Reuss und Limmat. Der Betrieb betreibt Milchwirtschaft, Acker-, Reb- und Obstbau. Ganz besonders schlägt das Herz der Familie für den Weinbau. Die Reben gedeihen am sonnigen Jurasüdfuss des Geissbergs und werden mit viel Liebe gepflegt. Der Familienbetrieb arbeitet naturnah nach den Richtlinien des ökologischen Leistungsnachweises. «Wir produzieren von vier verschiedenen Traubensorten, sieben eigenständige Weine», erzählt Fritz Schwarz. Die Liebe zum Rebbau hat Fritz Schwarz von seinem Vater und Grossvater geerbt und an seine Söhne weitergegeben. 

 

Das Know-how weitergeben

Die Geschichte des Zelglihofs begann vor 100 Jahren mit der Aussiedlung aus dem Dorfkern und dem Bau der Scheune durch Karl Theodor Schwarz. Nach vierjähriger Bauzeit während des Ersten Weltkrieges wurde auch das Wohnhaus fertiggestellt. 1984 übernahmen Fritz und Susanne Schwarz den Hof. Susanne Schwarz ist in Veltheim aufgewachsen und wurde Primalehrerin. «Ich wusste ja nicht, dass ich einmal einen guten Landwirt kennenlerne», erzählt sie schmunzelnd. Nach der Heirat machte sie die Bäuerinnen-Ausbildung. «Da lernte ich viel, was im Leben hilfreich ist», so Susanne Schwarz. «Das Leben auf einem Bauernhof ist vielseitig und vielschichtig.» Neben der Arbeit auf dem Hof unterrichtete sie weiterhin im Fach Musikgrundschule sogar noch einige Jahre, als die vier Kinder da waren. «Ohne eine gute Organisation und die Unterstützung der Eltern wäre das nicht gegangen», betont Susanne Schwarz. 

Vor vier Jahren sind die Söhne Samuel und Matthias in den Betrieb eingestiegen. Die Familie hat einen starken Zusammenhalt. Gleichzeitig Familienmitglied und Geschäftspartner zu sein, erfordere gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme, erzählt Samuel Schwarz. «Es ist ein grosser Vorteil, dass wir vom Erfahrungsschatz des Vaters und Grossvaters profitieren können», unterstreicht Samuel Schwarz.

 

Übergreifende Aufgaben­verteilung

Die Aufgaben auf dem Hof haben die drei Männer nach Schwerpunkten aufgeteilt. Vater Fritz Schwarz kümmert sich um die Milchwirtschaft, Samuel um den Wein- und Obstbau und Matthias um den Ackerbau und die Büroarbeiten. Matthias Schwarz liess sich erst nach seiner KV-Ausbildung zum Landwirt ausbilden und arbeitet auch heute noch Teilzeit in diesem Bereich ausserhalb des Betriebs. Samuel Schwarz arbeitet zu 100 Prozent auf dem Hof. 

 

Neues gewagt

Die Familie Schwarz betreibt drei Hektaren Reben, die meisten am «Remiger Boden», weitere in Auenstein. Neben den bekannten Sorten: Blauburgunder und Riesling Sylvaner wagten sie 2003 den Schritt, die widerstandsfähige und frühreife Traubensorte «Solaris» anzupflanzen.  Das Risiko lohnte sich. Der «Solaris Bödeler» hat sich nicht nur zu einem beliebten Weisswein entwickelt, sondern gewann auch viele Preise. «Es ist eine Freude», so Fritz Schwarz. Nicht nur die Weine wurden prämiert, Familie Schwarz gewann auch 2008 den Aargauer Innovationspreis für das Projekt «Heilpädagogische Sonderschule auf dem Bauernhof». Das Projekt hiess «Lebenswurzeln auf dem Zelglihof». Die Familie Schwarz führt weitere Projekte mit Schulklassen durch. «Wir sind ein offener Bauernbetrieb», versichert Susanne Schwarz. Oder wie es Roland Brogli, ehemaliger Regierungsrat, damals bei der Preisübergabe formulierte: «Die Herausforderungen, mit denen die Bauern heute konfrontiert sind, rufen nach kreativen unternehmerischen Köpfen.»

Am Zelglihoffest gibt es neben einer Wein-Degustation eine Festwirtschaft mit Spezialitäten vom Hof, musikalische Darbietungen, Kutschenfahrten und Ponyreiten.

Samstag, 19. Mai, 10 bis 24 Uhr
Zelglihof, Rüfenach

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