Ein Weg der Erleuchtung

In Nussbaumen werden bald Adventsfenster in den Winternächten schimmern. Die Initiantinnen rannten mit ihrer Idee offene Türen ein.

Hatten die leuchtende Vision: Claudia Violi (links) und Claudine Egger. (Bild: zVg)

von
Dahl, Caroline

24. November 2021
14:43

Es war im August dieses Jahres, als die zwei Nussbaumerinnen Claudine Egger (39) und Claudia Violi (38) eines Morgens darüber sprachen, was ihnen in ihrem Dorf fehle – und zwar jedes Jahr von Neuem wieder zur Weihnachtszeit. Dann ging alles ganz schnell. Der leuchtenden Vision folgten Taten. Auch die Homepage entstand praktisch an jenem Sommermorgen.

Die Tradition, einen Adventsfensterweg zu gestalten, kennen einige Nachbargemeinden schon lange. Nur in Nussbaumen schien sie sich nie durchgesetzt zu haben. Die Freundinnen waren sich einig: «Wir kümmern uns jetzt darum, dass im Dorf auch noch was zu Weihnachten läuft.» Vierundzwanzig Adventsfenster sollten durchs Winterdunkel strahlen, an jedem Abend ein weiteres, bis zum Heiligen Abend. «Wir fanden, es fehle das Weihnachtsleuchten und etwas, das die Leute zusammenbringt, vor allem jetzt in dieser Corona-Zeit», fasst Violi zusammen.


Warteliste fürs nächste Jahr
Bestimmte Institutionen wollten die Initiantinnen gerne mit im Boot haben. Egger und Violi sind glücklich, dass sie die reformierte und katholische Kirche in Nussbaumen, die Tagesstruktur Chinderhuus Goldiland, die Dorfbibliothek sowie das Zentrum für Alter und Gesundheit Gässliacker für ihr Vorhaben begeistern konnten. «Wir waren überwältigt von den positiven Rückmeldungen», sagen unisono die beiden Frauen. Über ihre privaten Netzwerke brachten sie sodann die Frage in Umlauf, wer Interesse daran hätte, mitzumachen und ein Adventsfenster zu gestalten. «Am Anfang hatten wir Bammel, ob wir auch genug Leute finden würden, die mitmachen», gibt Egger zu. «Aber zwei Wochen, nachdem wir es in den sozialen Medien geteilt hatten – das war Anfang Oktober –, waren bereits 23 Fenster besetzt.»

Die meisten seien in den ersten drei Tagen weggegangen, ergänzt Violi. Sie mussten sogar eine Warteliste für die Interessierten führen, welche dieses Jahr kein freies Fenster mehr ergattern konnten.


Jeden Abend ein neues Bijou
Vorgaben zur Gestaltung der Fenster gibt es keine. «Man kann auch den Balkon dekorieren, wenn man kein geeignetes Fenster hat», sind sich die Freundinnen einig. Geplant ist zudem, dass man die einzelnen Fenster auch virtuell auf der Homepage bewundern kann, jeweils einen Tag nach der abendlichen Ersterleuchtung.

Auf der Homepage ist ein Plan zu finden, der die Adressen der einzelnen Fenster zeigt. «Vielleicht gehen einige zwischen Weihnachten und Neujahr auf einen Adventsfenster­spaziergang», hofft Violi, auch wenn die Reihenfolge der Fenster keinen eigentlichen Rundgang bildet – noch nicht. «Andererseits», so Violi, «sind die Fenster schön verstreut aufs ganze Dorf.» Einige der Fensterkünstler werden die Eröffnung ihres Fensters mit einem Apéro kombinieren – draussen und natürlich unter Einhaltung der Schutzkonzepte.

Ab dem 1. Dezember, jeweils ab sechs Uhr abends, bietet sich bald die Gelegenheit, durch die Nachbarschaft zu streifen, zusammenzukommen, gemeinsam ein Glas Glühwein zu trinken und ein weihnachtliches Bijou zu bewundern. Ob die beiden Initiantinnen etwas darüber verraten, wie ihre eigenen Fenster aussehen? «Das Fenster soll natürlich möglichst gross werden, damit man es von der Strasse aus gut sieht. Bei mir wird es eine Silhouette geben, natürlich ein weihnachtliches Sujet», lässt Violi durchblicken. Zufälligerweise wird Eggers Fenster eine ganz ähnliche Szenerie zeigen. «Das ist aber nicht abgesprochen!», lachen die beiden. Seit drei Wochen basteln sie mit ihren Kindern an den weihnachtlichen Kunstwerken, probieren aus, verwerfen – «ich mache das auch zum ersten Mal», so Violi. Die Licht­installation haben ihre Männer im Griff. Auch sie haben Feuer gefangen für das Projekt ihrer Partnerinnen.


Eine Tradition neu beleben
Von den anderen Fenstern möchten sich die beiden Initiantinnen über­raschen lassen. Sie freuen sich sehr darauf, vom vorweihnachtlichen Glanz verzaubert zu werden, den die gestalteten Fenster bald in Nussbaumen verstrahlen werden. «Die Adventsfenster sollen eine Tradition in Nussbaumen werden», wünschen sich die beiden Weihnachtsfans.

Der Eröffnungsplan ist auf der Homepage adventsfenster-nussbaumen.jimdosite.com ersichtlich oder ab Ende November im Markthof an der Plakatwand ausgehängt. Die Fenster werden bis zum 1. Januar 2022 zu sehen sein.

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