Ein Windischer an den EuroSkills

Mario Liechti wurde vor einem Jahr Schweizer Meister bei den Elektronikern. Vom 22. bis 26. September vertritt er die Schweiz in Graz.

Erfolgreicher Elektroniker: Mario Liechti aus Windisch. (Bild: zVg)

22. September 2021
18:03

Nach zwei Jahren Unterbruch steht das SwissSkills National Team diese Woche an den EuroSkills in Graz wieder im Einsatz. Siebzehn junge Berufsleute mit EFZ-Abschluss messen sich in sechzehn Wettbewerben mit der europäischen Konkurrenz und wollen mit Topklassierungen einmal mehr die hohe Ausbildungsqualität der dualen Schweizer Berufsbildung unter Beweis stellen. Mit dabei ist auch Mario Liechti. Der junge Elektroniker aus Windisch, der am Paul-Scherrer-Institut (PSI) in Villigen ausgebildet wurde und dort arbeitet, hat sein Können bereits mehrfach unter Beweis gestellt. An seinem Beruf gefällt ihm die Vielseitigkeit: «Manchmal arbeite ich im Labor, dann wieder am Computer. Testen oder Programmieren – beides gefällt mir.» Als Elektroniker müsse man exakt arbeiten, dennoch sei der Job auch sehr kreativ, sagt er im Video von SwissSkills. Sein Arbeitgeber ermöglicht ihm auch die optimale Vorbereitung auf die Wettkämpfe.


Schweizer Meister 2020

Der letzte Erfolg liegt für Mario Liechti noch nicht lange zurück. Ende Oktober 2020 haben die besten Jungtalente im Beruf Elektroniker/in EFZ ihren Schweizer Meister erkoren. Insgesamt hatten sich zwölf Kandidaten für die Meisterschaften qualifiziert. Während vier Tagen galt es unter anderem anspruchsvolle Schaltkreise zu zeichnen, einen Synthesizer zum Laufen zu bringen oder Steuerungsprogramme zu schreiben. Mario Liechti hatte schon an den SwissSkills 2018 Silber gewonnen. Aufgrund seines jungen Alters konnte er vor einem Jahr nochmals teilnehmen. Und im zweiten Anlauf reichte es ihm ganz zuoberst aufs Podest: Liechti wurde Schweizer Meister. Mit der Goldmedaille vor einem Jahr hat er sich auch für die WorldSkills in Shanghai vom 12. bis 17. Oktober 2022 qualifiziert. An den EuroSkills in Österreich sammelt er diese Woche also auch wichtige Erfahrungen im Hinblick auf die Berufs-Weltmeisterschaften in China.

Die Schweiz gehört mit ihrer Berufs-Nationalmannschaft, dem SwissSkills National Team, seit vielen Jahren zu den führenden Nationen an internationalen Meisterschaften. Es zeigt sich dabei immer wieder, dass die jungen Schweizer Berufsleute durch ihren in Praxis und Berufsfachschule erlangten EFZ-Abschluss über ein im internationalen Vergleich ausserordentlich hohes Qualitätsniveau verfügen. Entsprechend reist das Schweizer Team mit hohen Ambitionen an die EuroSkills nach Graz. Die spezielle Vorbereitung – die für 2020 geplanten EuroSkills wurden schon zweimal verschoben – bildet zwar einen gewissen Unsicherheitsfaktor, dennoch zeigt sich Martin Erlacher, der technische Delegierte von SwissSkills, zuversichtlich: «Wir konnten trotz der erschwerten Bedingungen und der zuweilen herrschenden Unsicherheit auf viel Engagement seitens der Berufsverbände, ihrer Expertinnen und Experten, aber auch der Arbeitgeber zählen, welche alle in der Vorbereitung eine ganz wichtige Rolle gespielt haben», sagt Erlacher und ergänzt: «Unser Ziel ist es, dass mehr als die Hälfte unserer Wettkämpferinnen und Wettkämpfer mit einer Medaille aus Graz abreisen.»

Damit würde die Schweiz auch die Bestmarke von acht Medaillengewinnen aus dem Jahr 2012 übertreffen. Die siebzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer bilden die grösste Schweizer EuroSkills-Delegation bei der siebten Austragung der Berufs-Europameisterschaften.


Dreitägiger Wettkampf

Die EuroSkills starteten gestern Mittwoch mit der Eröffnungsfeier. Heute Donnerstag, 23. September, beginnt der dreitägige Wettkampf. Die mit Spannung erwarteten Resultate werden am Sonntag, 26. September, im Rahmen der Schlussfeier bekanntgegeben. Die Wettkämpfe finden im Schwarzl-Freizeitzentrum in Graz zwar mit Publikum, aber unter entsprechenden Covid-Schutzmassnahmen statt. Insgesamt werden 400 junge Fachkräfte erwartet, die in 45 Wettbewerben antreten.

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