Eine Expo für jede Generation

Das Projekt Svizra27 geht in die nächste Runde. Die Idee zur Landesausstellung der Nordwestschweiz hatte ein Lengnauer – Kurt Schmid. 

Kurt Schmid, (Noch-)Präsident des Aargauer Gewerbeverbands (Bild: zVg)

von
Ilona Scherer

12. Februar 2020
09:00

25 Jahre nach der Expo02 im Drei-Seen-Land soll wieder eine Landesausstellung durchgeführt werden. «Svizra27» in der Nordwestschweiz bewirbt sich ebenso wie die Projekte Nexpo (in zehn Städten) und X27 (auf dem ehemaligen Flugplatz Dübendorf) um die Durchführung. Svizra27 wird von den fünf Kantonen Aargau, beide Basel, Jura und Solothurn getragen, aber auch von Wirtschaftsverbänden unterstützt.  

Jede Idee entsteht irgendwo im kleinen Kreis. So auch bei Svizra27. Nachdem das Projekt Expo Bodensee-Ostschweiz gescheitert war, hatte Kurt Schmid die Idee, im Kanton Aargau eine Landesausstellung zu organisieren. Der noch bis Ende April amtierende Präsident des Aargauer Gewerbeverbands und langjährige Lengnauer Gemeindeammanns (1986–2013) stiess mit seiner Vision auf Anklang. Nach der Bildung einer überparteilichen Kerngruppe wurde 2017 der Verein Landesausstellung Svizra27 gegründet. Unter der Führung von Präsident Kurt Schmid erarbeitete man ein Grundkonzept. Schon bald war klar, dass aus dem Aargauer ein Nordwestschweizer Projekt werden sollte, in das neben dem Kanton Aargau auch Solothurn, Jura und beide Basel involviert sind.

 

Mensch-Arbeit-Zusammenhalt

Knapp zwei Jahre wurde in die Suche nach Projektträgern und -partnern investiert. Seit Anfang Jahr liegen nun die Zusagen von zahlreichen Wirtschaftsverbänden sowie den fünf Nordwestschweizer Kantonen vor. Die Finanzierung der Phasen III und IV (Januar 2020 bis Dezember 2021) ist damit mit 1,5 Millionen Franken gesichert.

Die Wirtschaftspartner und die Kantone unterstützen das Projekt jeweils zu 50 Prozent. Die Gelder der Kantone setzen sich aus Beiträgen von Swisslos respektive Loterie Romande zusammen. «Die Zusage zur Projektunterstützung ist für Svizra27 ein Meilenstein», freut sich Initiant Kurt Schmid: «Dem öffentlichen Wettbewerb steht somit nichts mehr im Weg.» Er ist der Meinung, dass jede Generation eine Expo erleben soll. Der Abstand zur Expo02 beträgt 25 Jahre – eben eine Generation.

Das Motto der Landesausstellung lautet «Mensch-Arbeit-Zusammenhalt». Der Leitgedanke und das Themenfeld von Svizra27 ist das Thema der Gegenwart und Zukunft. Arbeit heisst, die Zukunft mitzugestalten. Berufe werden verschwinden, neue kommen dazu. «Mit Arbeit formen wir unsere Umwelt, die Gesellschaft und uns selbst. Svizra27 zeigt die Schweiz bei der Arbeit und was sie zur Geschichte beiträgt», führt Nationalrätin und Vorstandsmitglied Elisabeth Schneider-Schneiter aus. Svizra27 werde jedoch nicht als «Arbeits-Gebrauchsanleitung» für die Zukunft verwendet werden können. Sie soll zum Laboratorium der Schweiz zum Thema Arbeit werden, so Schneider-Schneiter.

 

Öffentliche Ausschreibung im Sommer 2020

Aktuell werden die Ausschreibungsunterlagen in einem Fachgremium erarbeitet, sodass der öffentliche Wettbewerb im Sommer 2020 ausgeschrieben werden kann. Das Projekt Svizra27 muss für eine breite Bevölkerung spürbar werden und soll auch nachhaltig nutzbar sein. In einem dreistufigen Wettbewerbsverfahren soll im Sommer 2021 das Siegerprojekt vorliegen. Ende 2021 wird der Verein das Projekt beim Bund einreichen. Gesamtprojektleiter der Svizra27 ist Jost Huwyler. Für die Kommunikation ist der Klingnauer Marco Canonica zuständig. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit Kosten von einer Milliarde Franken für das gesamte Projekt.

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