«Endingen ist meine Endstation»

Mit Paolo Malfatti kommt ­südländisches Flair nach ­Endingen. Kulinarisch bewegt er sich zwischen der Schweiz, Italien und Spanien.

Günther Kramer, Paolo Malfatti, die Bademeister Marcel Keller und Roger Meier (Stv.) sowie Gemeinderätin Alessia Stampanoni am Bassinrand (Bild: af)

11. Mai 2022
17:11

Am Muttertag begann die Badesaison in Endingen. Hinter der Theke am Badi-Kiosk steht wieder ein neues Gesicht: Der gebürtige Italiener Paolo Malfatti ist der sechste Kioskpächter in der Badi Endingen in sechs Jahren. Die Gründe für die häufigen Wechsel seien unterschiedlich, sagt die verantwortliche Gemeinderätin Alessia Stampanoni: «Persönliche Differenzen hat es nie gegeben», betont sie. Familiäre Umstände, Corona, anhaltend schlechtes Wetter oder auch andere Vorstellungen vom Job seien Gründe, warum bisherige Pächter ihren Vertrag nach einem Jahr nicht erneuern wollten.

Tatsache ist: Kioskpächter arbeiten auf eigene Rechnung, und die Saison dauert nur fünf Monate – und diese sind intensiv sowie wetterabhängig. Für Paolo Malfatti ist das allerdings kein Problem. Er arbeitet die restlichen sieben Monate im Catering. Dieses Jahr wird er 62 Jahre alt, und bis zur Pensionierung will er auch in Endingen bleiben. Bedenken, dass es nicht klappen könnte, hat Malfatti nicht. Er sagt ganz direkt: «Endingen ist meine letzte Destination.» Im kommenden Jahr will er auch seinen Wohnsitz ins Surbtaler Dorf verlegen.

Er hat bereits über 35 Jahre Erfahrung im Gastgewerbe, er liebt den Kontakt mit Menschen und den sozialen Austausch. «Die Endinger Badi ist nicht nur ein Schwimmbad, sie ist auch ein sozialer Treffpunkt», schildert Malfatti seinen Eindruck von seiner neuen Arbeitsstätte. Er hat bereits in drei Ländern gearbeitet – in der Schweiz und in der italienischen Region Marche, und vor Corona war er auch einige Jahre in Teneriffa tätig. Die Pandemie brachte ihn zurück in die Schweiz.


Auf Wünsche eingehen
Alle drei Länder haben Einfluss auf den Menüplan, den Paolo Malfatti jede Woche neu zusammenstellt. Je nachdem, wie seine Menüs bei den Gästen ankommen, will er sie auch anpassen. Für Schüler und Schülerinnen der benachbarten Bezirksschule bietet er das Mittagsmenü zum vergünstigten Preis an. Auch die Gemeinde glaubt an den neuen Pächter, wie Gemeinderätin Alessia Stampanoni erklärt: «Paolo Malfatti bringt die nötige Erfahrung mit.» Das Schwimmbad sei ein wichtiger Teil für das Dorf Endingen: «Die Bevölkerung steht hinter der Badi.» Günther Kramer, Leiter Hausdienst, pflichtet der Gemeinderätin bei: «Das Bad ist ein guter Auftritt nach aussen.»

 

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