Endlich Platz für die tausend Schulkinder

Das Warten hat ein Ende. Mit dem Neubau des Primarschulhauses «Louise» im Goldiland wird das akute Schulraumproblem im Sommer 2023 gelöst.

Visualisierung des neuen Schulhauses Goldiland. Die Holzelemente werden in Frick hergestellt. (Bild: zVg)

19. Januar 2022
15:19

Gemeindeammann Bettina Lutz Güttler und die Sonne am stahlblauen Himmel strahlten um die Wette, als mit dem Spatenstich für das neue ­Primarschulhaus Goldiland eine neue Seite im Geschichtsbuch der Gemeinde Obersiggenthal aufgeschlagen wurde. «Es war ein steiniger und langer Weg», so Bettina Lutz Güttler anlässlich der Begrüssung von Behördenvertretern, Planern, Mitgliedern der Baukommission und der Schul­leitung. Bereits im November 2014 hatte sich der Einwohnerrat gegen ein gemeinderätliches Kreditbegehren von 400 000 Franken für einen Wettbewerbs- und Projektierungskredit für einen Ersatzneubau der Schul­anlage Kirchdorf mit Kindergarten ausgesprochen. Auf die 2016 genehmigte Schulraumplanung führte der Weg zu dem nun entstehenden Schulhaus über einen Studienauftrag, für welchen der Einwohnerrat im Juni 2019 mit 28 zu 6 Stimmen einen Verpflichtungskredit von 550 000 Franken genehmigte.

Der Einladung zum Studienauftrag folgten zehn Architekturbüros und Landschaftsplaner. Nach der Beurteilung durch die Fachjury hatte im August 2020 auch die Bevölkerung Gelegenheit, das Siegerprojekt des Zürcher Architekturbüros Schwabe Suter GmbH und der Cadrage Landschaftsarchitekten GmbH sowie die Projekte der übrigen neun Teilnehmenden am Studienauftrag zu besichtigen.

Der damals dem Beurteilungsgremium angehörende Gesamtschulleiter Bruno Glettig, der sich noch an den Spatenstich des Oberstufenschul­zentrums Obersiggenthal, OSOS, zu erinnern vermag, lobte in seinen Ausführungen erneut den klaren Bezug des neuen Primarschulhauses zum OSOS, dem angrenzenden Chinder­huus Goldiland und zur Sporthalle.


Einsprachen verhinderten den Baustart
Rund tausend Schülerinnen und Schüler werden in den Schulanlagen der Gemeinde unterrichtet. Bruno Glettig zeigte sich überzeugt, dass mit der nun in Angriff genommenen Schulraumerweiterung auch die pädagogischen Anforderungen erfüllt werden können. «Nachdem das Projekt Louise zur Weiterbearbeitung feststand, so Bettina Lutz Güttler, ging alles sehr schnell. Bereits im November 2020 hat der Souverän dem Kredit über 11,4 Millionen Franken zugestimmt. Dank der effizienten Zusammenarbeit von Projektteam, Baukommission, der Schule und politischen Mandats­trägern lag im Mai 2021 die Baubewilligung vor. Bedingt durch die Behandlung eingegangener Einsprachen musste der im Juli 2021 geplante Spatenstich auf den vergangenen Freitag verschoben werden. Man ist nun zuversichtlich, dass das Schulhaus im Sommer 2023 bezugsbereit ist.


Modernes pädagogisches Konzept
Nachdem man sich für dem Neubau in vorfabrizierter Holzbauweise entschieden hatte, wird nun vor Ort mit dem Aushub und der Erstellung der Ortsbetonarbeiten begonnen. Derzeit werden bei der Husner AG, Holzbau in Frick, die Holzelemente her­gestellt. Durch die geplanten, innen liegenden Lichthöfe wird zusätz­liches Tageslicht in die Räume fliessen. Die acht Schulräume in den Obergeschossen sind gut dimensioniert und organisiert.

Pro Geschoss gruppieren sich vier Klassenzimmer mit zwischenliegenden Gruppenräumen um die Kombizone. Entstehen werden auch Lehrerzimmer und Büros. Durch Minergiestandard und einer Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie einer adäquaten Infrastruktur werden Lehr- und Lernräume entstehen, die dem modernen pädagogischen Konzept der Primarschule gerecht werden.

Die Kinder werden hier einen Teil ihrer Schulzeit verbringen. Noch bevor sich die künftigen Protagonisten eines Helms und einer Schaufel bedienten, um den Spatenstich zu vollziehen, erfreuten die Kinder der Kleinklasse von Heidi Mösch die Anwesenden mit dem Schaufeltanz.

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