Engagement für Landfrauen

Die Ursprünge der Landfrauen Bözberg gehen auf das Jahr 1929 zurück. Das Jubiläum wird am 26. Januar in Linn gefeiert.

Landfrauenförderin Lili Kohler-Burg (Bild: zVg | Verein ProLinn)

von
Andrina Sarott

15. Januar 2020
09:00

Im Laufe der vergangenen 90 Jahre musste sich das Vereinsleben dem jeweiligen Zeitgeist anpassen. Das Ziel ist jedoch seit jeher das Gleiche: die Unterstützung der Landfrauen. Um das Jubiläum zu feiern und die Geschichte Revue passieren zu lassen, laden die Landfrauen Bözberg alle Interessierten, ob Mann oder Frau, am 26. Januar in die Turnhalle Linn ein. Auf dem Programm stehen Grussworte von Monika Streit, Präsidentin der Landfrauen Bezirk Brugg und Bäuerin, und Colette Basler, Grossrätin und Bäuerin. In einer Gesprächsrunde, moderiert von Kolumnist Jörg Meier, nehmen Landfrauen unterschiedlichster Altersklassen teil. «Sie erzählen Anekdoten aus ihrem Leben», sagt Kathrin Märki, Beisitzerin der Landfrauen Bözberg. «Damit wird aufgezeigt, wie sich das Leben der Landfrauen und Bäuerinnen über die Jahrzehnte verändert hat.» Musikalisch umrahmt wird der Anlass von der Schwyzerörgeligruppe «Bözberg Buebe».

Den Grundstein für die Landfrauen Bözberg, die Bezirks-, Kantonsverbände sowie des Schweizerischen Landfrauen-Verbandes legte die Pionierin Lili Kohler-Burg aus Linn. Die selbstbewusste und innovative Bäuerin wurde 1893 geboren und wuchs in Schönenwerd auf. Nach der Bezirksschule besuchte sie das Lehrerinnenseminar in Aarau. Sie begann das Studium mit Fachrichtung Mathematik an der Universität Neuenburg. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges musste sie dieses allerdings abbrechen und kam als Aushilfslehrerin nach Schönenwerd zurück, um wehrdienstleistende Lehrer abzulösen. 

 

Stellung der Bäuerinnen stärken

Später erhielt Lili Kohler eine Festanstellung in Rheinfelden. Neben der Lehrtätigkeit bot sie Mädchen Koch- und Schwimmkurse an. Auf dem Bözberg betreute die engagierte Frau Sommerlager für Kinder und Jugendliche. Dort lernte sie auf einem Ausflug zur Linner Linde den drei Jahre älteren Jungbauern Max Kohler kennen. 1923 mit 30 heiratete sie ihn, wurde Bäuerin und bekam zwei Söhne. 

Lili Kohler störte der grosse Bildungs- und Standesunterschied zwischen den Bäuerinnen und Frauen aus der Stadt. Ihr Ziel war es, das Selbstbewusstsein und die Stellung der Bäuerinnen im Familienbetrieb zu stärken. Mit einer fundierten Aus- und Weiterbildung sollte ihnen die Arbeit erleichtert und damit die Landwirtschaft unterstützt werden. Dies wollte Kohler mit dem Zusammenschluss zu einer Berufsorganisation erreichen. Ihr ging es darum, die Last der Arbeit für die Bäuerinnen durch neue Methoden zu reduzieren und sie für ihr Tun zu begeistern. 

Durch ihren unermüdlichen Einsatz förderte sie das Wissen und Können der Landfrauen und hob deren Standesbewusstsein. Lili Kohler war zudem Initiantin des ersten Bäuerinnentages in Brugg, der wegen gros­sen Ansturms vom «Roten Haus» in die Stadtkirche verlegt werden musste. 

 

Engagierte Landfrauenförderin

Neben ihrem Engagement als Landfrauenförderin und Mitbegründerin verschiedener Landfrauenverbände hat Lili Kohler ab 1929 in Linn unzählige Lehrtöchter zu Bäuerinnen ausgebildet. Im Oktober desselben Jahres initiierte sie die Gründung der Landfrauen des Bezirks Brugg. Auf dem Bözberg soll es damals vier verschiedene Landfrauen-Vereinigungen gegeben haben: Linn, Gallenkirch, Ober- und Unterbözberg. 

Lili Kohler war die erste Präsidentin der Aargauischen Landwirtschaftlichen Frauenvereinigung, des späteren Landfrauenverbandes. Sie hatte dieses Amt während 40 Jahren inne. Ausserdem war sie Vizepräsidentin und später Präsidentin der Schweizerischen Landfrauenverbandes, den sie 1932 mitbegründete. 1978 verstarb Lili Kohler im Alter von 85 Jahren.

Sonntag, 26. Januar, um 13.45 Uhr, Turnhalle, Linn

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