Es bitzeli schwul isch cool

Mit der Komödie «Es bitzeli schwul isch cool» bringt das hervorragende Theater Lengnau dem Publikum das Thema Homosexualität näher.

Stefan Schönenberger nähert sich dem als schwul geltenden Bernhard Ryser an
Stefan Schönenberger nähert sich dem als schwul geltenden Bernhard Ryser an (Bilder: pg)

von
Peter Graf

08. Februar 2017
15:55

Theater Lengnau

«Es bitzeli schwul isch cool» – Komödie in drei Akten


Freitag, 17. Februar, 20 Uhr
Samstag, 18. Februar, 20 Uhr
Türöffnung jeweils um 18.15 Uhr
Mehrzweckhalle Rietwiese, Lengnau

Vorverkauf: www.theater-lengnau.ch

Ist der letzte Vorhang gefallen, ist bei den meisten Theatervereinen erst einmal Ruhe angesagt. Irgendwann aber beginnt es dem Vorstand zu dämmern: Wir brauchen ein neues Stück! Die Stückwahl ist oft alles andere als einfach. Dies bestätigt auch Regisseur Matthias Haag, der bei der diesjährigen Produktion des Theaters Lengnau sein Debüt gibt. Um die Besucherinnen und Besucher der Vorstellungen auch dieses Jahr zu erfreuen, ging man daran, die in Frage kommenden Stücke zu lesen und den Favoriten zu bestimmen. 

Mittels eines Castingverfahrens durch den Regisseur wurde die routinierte Theatertruppe mit vier neuen Akteuren ergänzt, welche zum ersten Mal in eine Theaterrolle schlüpfen. Um den Vorstellungen des Publikums zu genügen, sind die Aufwendungen beträchtlich. Vor dem Hintergrund, dass die Handlung in einem renommierten Produktionsbetrieb spielt, hat sich die bekannte Lengnauer Firma Domaco an den Aufführungen beteiligt.

  • Beatrice Dannemann klärt Sylvia Ryser über alles auf
    Beatrice Dannemann klärt Sylvia Ryser über alles auf
  • Klaus Lehmann in Selfie-Stimmung
    Klaus Lehmann in Selfie-Stimmung

Klaus hat den rettenden Einfall

Am vergangenen Wochenende war nun Premiere des Stücks «Es bitzeli schwul isch cool»: Vor ausverkauftem Haus zeigten sich die Spielleute von der besten Seite. Der etwas unbeholfene und schüchterne Bürokollege Bernhard Ryser (Mario Noetzli) kann seine Frau Sylvia (Moni Hartmann), von welcher er vor wenigen Monaten geschieden wurde, nicht vergessen. Auch seine Tochter Lisa (Anouk Reinle) hat sich von ihm abgewendet. Aus seinem Arbeitsumfeld muss er erfahren, dass ihm nun auch noch gekündigt werden soll.

Nachdem dieser Entscheid durch den Juniorchef Stefan Schönenberger (René Zürrer) in Umlauf gebracht wurde, erwartet Direktor Theo Jörg (Vick Jetzer) Bernhard Ryser zu einem Gespräch. In der Folge versucht der Arbeitskollege Klaus Lehmann (Beda Abegg) Bernhard von seinen dunklen Gedanken abzubringen. 

Ob damit der Plan, die Situation durch ein eindeutig zweideutiges Selfie zu entschärfen aufgeht, sei nicht verraten.


Mit Herzblut dabei

Der etwas vorlaut wirkenden Paula Oertli (Babs Lüscher) war die Rolle der stets umsichtig agierenden Büroangestellten auf den Leib geschrieben. Durch ihre forsche Art vermochte sie die attraktive Kollegin Beatrice Dannemann (Diana Patrizio) vom notwendigen Vorgehen zu überzeugen. Mario Noetzli verkörperte die Rolle des Bernhard Ryser so perfekt, dass beim einen oder anderen im Publikum an seiner Heteroidentität Zweifel aufkamen. Regisseur Matthias Haag war es gelungen, die Rollen hervorragend zu besetzen. Durch das turbulente Treiben auf der Bühne haben die Akteure für Lacher und Szenenbeifall gesorgt.

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