«Es gibt keine Wunder»

Das Emma Kunz Zentrum in Würenlos zieht Besucher aus aller Welt an. Das Museum ist der Forscherin, Naturheilpraktikerin und Künstlerin gewidmet.

Emma Kunz Zentrum in Würenlos
Emma Kunz Zentrum in Würenlos (Bild: cl)

von
Claudia Marek

15. Mai 2019
09:00

Emma Kunz war eine starke Persönlichkeit. «Lieb, aber durchaus auch streng», erzählt Karin Kägi, Präsidentin der neu gegründeten Stiftung. Karin Kägi hat Personen kennengelernt, die mit Emma Kunz zu tun hatten. «Wenn es um Krankheit ging, bestand sie darauf, dass man sich an ihre Anweisungen hielt», führt Kägi aus. Zeitlebens (1892 bis 1963) war Emma Kunz bekannt als Heilpraktikerin. Sie selbst bezeichnete sich selber als Forscherin. Inzwischen hat sie auch als Künstlerin internationalen Ruf erlangt.

Im angegliederten Museum des Zentrums sind abwechslungsweise 70 Bilder von Emma Kunz ausgestellt. Erst kürzlich wurde die Ausstellung vollständig gewechselt. Erstmals sind unbekannte Werke von Emma Kunz zu sehen. Ihr Bildwerk umfasst rund 400 Bilder. 60 Bilder befinden sich in einer Wanderausstellung. Die Bilder von Emma Kunz werden weltweit in verschiedenen Ausstellungen in namhaften Museen und Galerien gezeigt. Vom 23. März bis 19. Mai findet in der Serpentine Galleries London die erste Soloausstellung seit 1973 statt. «Die Menschen sind begeistert», erzählt Karin Kägi. «Die Ausstellung schlägt Wellen, und wir erhalten Resonanz aus der ganzen Welt», ergänzt sie. Anschliessend geht die Ausstellung ins Engadin und wird im «Muzeum Susch» bis Ende Jahr zu sehen sein.

 

Auf der Suche nach Antworten 

Dabei ging es Emma Kunz gar nicht um die Kunst. Sie hatte wohl einen Sinn für Schönheit. Es ging ihr vorwiegend um Heilung von Krankheiten. Sie wollte die Gesetzmässigkeiten zwischen Krankheit und Gesundheit ergründen. Die Bilder waren ihre Arbeitsblätter. Zu Beginn eines Bildes stand immer eine Frage, meist zu einer Krankheit, aber auch zum politischen Geschehen oder zu globalen und kosmischen Zusammenhängen. Ihr Zeichengerät war ein Doppelpendel. Konzentriert stand sie vor dem Millimeterpapier und setzte einen Punkt um den anderen, genau dort, wo der Pendel ausschlug, sie verband die Punkte intuitiv, setzte Farben und Schattierungen. Jedes Element hatte eine Bedeutung. Ein Bild entstand in einem Arbeitsgang, der bis zu 24 Stunden dauern konnte. 

Die Bilder folgen einer strengen geometrischen Ordnung. Eines heisst beispielsweise «Das menschliche Paar im Kosmos». Es ist eines der wenigen Bilder, das ausführlich im Buch «Emma Kunz» von Anton Meier beschrieben ist. Zu diesem Werk habe sich Emma Kunz mündlich geäussert. Es gibt keinerlei schriftlichen Erklärungen zu ihren Bildern. Nach Aussage von Emma Kunz sind die Bilder für das 21. Jahrhundert bestimmt. Und zu dieser Zeit werde man die Bilder entschlüsseln können.

Das menschliche Paar im Kosmos: Bild von Emma Kunz
Das menschliche Paar im Kosmos: Bild von Emma Kunz (Bild: zVg | Emma Kunz Zentrum)

 

Ein Heilgestein entdeckt

Das Emma Kunz Zentrum wurde 1986 von Anton C. Meier (1936 bis 2017) gegründet, um die Erkenntnisse und Forschungsergebnisse für die Nachwelt zu erhalten und das von ihr entdeckte Heilgestein Aiona abzubauen und den Menschen zugänglich zu machen. Anton Meier machte als fünfjähriger Junge die Bekanntschaft mit Emma Kunz. Er erkrankte 1941 an einer schweren Kinderlähmung. Seine Beine waren vollständig gelähmt. Sein Vater reiste mit ihm nach Brittnau zu Emma Kunz, wo sie mit ihren Schwestern wohnte. Im Zusammenhang mit seiner Krankheit entdeckte Emma Kunz in den Römersteinbrüchen von Würenlos ein Heilgestein einen sogenannten Muschelkalksandstein, der bis in die 60er-Jahre für Bauzwecke in Würenlos abgebaut wurde. In pulverisierter Form und mit Wasser angereichert wurde der Stein als Wickel auf den Körper von Anton C. Meier aufgetragen. Nach monatelanger strenger Therapie konnte Anton C. Meier wieder gehen. Emma Kunz wehrte sich dagegen, von einem «Wunder» zu sprechen. «Es gibt keine Wunder, alles ist Gesetzmässigkeit», betonte sie. 

 

Ein Kraftort

Mit der Gründung und dem Betrieb des Emma Kunz Zentrum, wurde der Wunsch von Emma Kunz erfüllt, es möge an ihrem «Ort der Kraft» eine Begegnungsstätte entstehen, wo kulturelles, geistiges und heilendes Schaffen sich vereinen. Ob man diesen besonderen Flecken als Kraftort oder Erholungsort bezeichnet. Jedenfalls befindet sich zwischen Wettingen und Würenlos nah der Hauptstrasse eine kleine eigene Welt, in der die Zeit ein bisschen stehen bleibt. Der Ort habe eine ausgleichende Wirkung auf sie, sagt Karin Kägi. «Er bringt mich wieder in die Mitte.»

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