«Es war Liebe auf den ersten Blick»

Topmodel Manuela Frey hostet die 3. Staffel von Switzerland’s next Topmodel, genoss den Heimaturlaub und verliebte sich im und ins Wallis.

Manuela Frey hat New York den Rücken gekehrt und lebt in der Schweiz. (Bild: zVg)

08. September 2021
15:33

Manuela Frey

wurde 1996 in Brugg geboren. Ihr Vater ist selbstständiger Transportunternehmer, ihre Mutter Familienfrau. Nach ihrem Bezirksschulabschluss wurde die 1,81 Meter grosse Manuela beim Finale des «Elite Model Look» 2012 in Zürich aus ursprünglich 850 Bewerberinnen als Schweizer Vertreterin am Weltfinale in Shanghai erkoren, wo sie den 3. Platz erreichte. Auf Anraten ihrer Agentur zog sie darauf nach New York und war 2013 bereits das meistgebuchte Model in Paris, Mailand, London und New York. Sie ist ein gefragtes Topmodel und läuft bei den grossen Fashionshows für Labels wie Armani, Prada, Chanel und Calvin Klein. Zu ihren grössten Förderern zählte Karl Lagerfeld. Bei der dritten Staffel der Castingshow «Switzerland’s next Topmodel, die vom 8. September bis 3. November mittwochs um 20.15 Uhr auf ProSieben Schweiz ausgestrahlt wird, ist sie Gastgeberin, Moderatorin und Jurorin. Sie ist mit Fussballstar Guillaume Hoarau (37) liiert, der mit YB dreimal Meister wurde und 2020 zum FC Sion wechselte.

Manuela Frey, was  haben Sie am meisten vermisst, als die 3. Staffel von «Switzerland’s next Topmodel» um ein Jahr verschoben werden musste?

Die ganze crazy Zeit! Acht Wochen voll krasses Drehen, jeden Tag. Du findest kaum Schlaf, aber es ist aufregend, und wir hatten es mit der neuen Jury wirklich lustig. Papis Loveday und Larissa Marolt sind gute Freunde geworden.

Welchen Einfluss hatte Corona?

Die Models mussten eine Woche vor uns anreisen und auf Naxos in Quarantäne, weil sie sich näherkamen als wir ihnen. Aber auch wir haben jeden Tag einen Covid-Test gemacht. Trotzdem durften wir niemanden berühren oder umarmen.

Was ist sonst noch besonders?

Die Diversity unter den je neun Bewerberinnen und Bewerbern, die das Casting-Team aus über 1500 selektioniert hatte, ist extrem und reicht von dunkelhäutig bis zu Transgender und «Oh mein Gott, was macht der im Leben?» (Lacht) Es hat echt starke Persönlichkeiten dabei!

Was können Sie uns über die Jury erzählen?

Papis ist 44 und gilt als erster Star unter den Black Male Models. Er lief für Labels wie Versace, Armani und Dolce & Gabbana. Ein mega cooler Typ und ein super Teacher für Newcomer-Models. Er macht den Job mit viel Herzblut und hat mit ihnen auch schon Backstage geheult.

Und Larissa Marolt?

Sie ist Schauspielerin, hat Austria’s next Topmodel gewonnen und ist bei Germany’s next Topmodel Fünfte geworden. Sie wirkt bei «Dschungelcamp», «Let’s Dance» und ähnlichen Formaten mit. Als ich sie kennenlernte, war es Liebe auf den ersten Blick. Sie ist, wie ich, ein Tomboy. Ich mag es, wenn Frauen sich nicht als Prinzessinnen geben, sondern eine «Yes, let’s do it!»-Attitude haben.

Werden Sie in der Deutschschweiz oft angesprochen?

Hin und wieder, vor allem von unter 16-jährigen Meitli. Meistens wollen sie dann wissen, ob sie auch Model werden können. Dann muss ich aufpassen, was ich sage. Wenn die Mutter danebensteht, kann man nicht einfach Nein sagen. (Lacht)

Wie hat Corona Ihr Leben als Model verändert?

Als ich im März 2020 allein in meinem Appartement in New York im Lockdown war, dachte ich, nach zwei Monaten wäre der ganze Spuk locker wieder vorbei. So habe ich das Chillen zuerst sehr genossen, zumal ich vorher viel herumgereist und völlig überarbeitet war. Nach fünf Wochen fühlte ich mich jedoch wie eine Blume, die kein Wasser mehr bekommt und verwelkt. So zog ich einen für später geplanten Flug in die Schweiz auf den 12. April vor und genoss den wunderschönen Sommer beim Wandern in den Bergen oder auf dem Zürichsee.

Wo leben Sie jetzt?

Ich habe das Appartement gekündigt und meine Sachen von Freunden einstellen lassen, weil ich fälschlicherweise damit rechnete, bald nach New York zurückzukehren. Manchmal ärgere ich mich, dass ich eine bestimmte Hose, die sich in diesem Depot befinden würde, nicht anziehen kann, aber das ist – wie so viele materielle Dinge – in diesen Zeiten nicht so wichtig.

Stimmt es, dass Sie Fotoshootings via Facetime gemacht haben?

Ja, aber nur zweimal, zu Beginn der Covid-Zeit. Das war recht speziell. Ich fand die Bilder nicht so toll, weil sie weniger scharf waren, da der Fotograf Screenshots machte und ich die Videokamera platzieren musste. Von Juli bis Oktober gab es wieder richtige Shootings, ehe ich den zweiten Lockdown für ein Praktikum bei einer Immobilienfirma nutzte.

Sie haben auch eine Ausbildung als Ernährungsberaterin sowie den Bootsführerschein gemacht. Wo sehen Sie Ihre Zukunft?

Den Bootsführerschein wollte ich, weil ich letztes Jahr eine Kooperation mit einer Bootsvermietung am Zürichsee hatte, die mir ermöglichte, kostenlos ein Boot auszuleihen und mit meinem Bruder oder Freunden eine schöne Zeit auf dem See zu verbringen. Mehr über Ernährung wollte ich am Anfang meiner Modelkarriere wissen, weil ich nicht nur schlank, sondern auch gesund bleiben wollte.

Und das Praktikum haben Sie gemacht, um das Knowhow für den Kauf einer Traumvilla zu erwerben?

Mal schauen! (Lacht) Nein, ich finde den Beruf interessant, aber sehr stressig, auch von den Arbeitszeiten her. Ausserdem ist das Immobilienbusiness ein Haifischbecken, vor allem in den USA. Das sieht man in der TV-Serie «Selling Sunset», wo hübsche Frauen hässliche Luxusvillen verkaufen und fette Provisionen kassieren ... Das braucht mich jedoch momentan nicht zu kümmern. Jetzt bin ich wieder sehr beschäftigt.

Arbeiten Sie vor allem in Europa?

Ja. Meine Agentin hat mich zwar bekniet, nach New York zurückzukommen, als sie mir bei SNTM einen Besuch abstattete, aber ich kann mir die Schweiz einfach nicht mehr abgewöhnen. Sie ist so schön! Als ich im März für einen Job nach Hawaii flog, benötigte ich dafür – mit allen Stopps und Corona-Tests – 27 Stunden. So etwas mache ich inzwischen nur noch, wenn es sich finanziell wirklich lohnt.

Wohnen Sie wieder bei Ihren Eltern oder im Wallis?

Ich bin regelmässig in Brugg bei meiner Familie, aber das Wallis habe ich liebgewonnen.

Sind Sie und Guillaume Hoarau offiziell ein Paar?

Das dürfen schon alle wissen, aber ich sage nichts über unsere Beziehung, verrate keine Details. Er ist seit über einem Jahr mein Freund, und ich habe das Gefühl, angekommen zu sein. Ich bin zwar mehrheitlich in Brugg, aber das Wallis gefällt mir. Die Leute sind alle aufgestellt, Geniesser, die gerne etwas trinken und sich gute Fussballmatches anschauen! (Lacht)

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