Fahrdienst fördert Mobilität

Der Verein «MiA» setzt sich seit fünf Jahren erfolgreich ein, damit die Bevölkerung in Obersiggenthal auch im Alter mobil bleibt.

Die beiden «MiA»-Nutzerinnen Martha Michel und Beatrice Scherrer sind dankbar für den Fahrdienst. Der Fahrer Martin Burger (2. von rechts) schenkt gerne etwas von seiner freien Zeit. Das wiederum freut Kurt Hochreutener (Bild: sbs)

von
Suzana Senn-Benes

06. Dezember 2018
09:00

Aufruf

Weil die Tendenz der Nachfrage steigt, sucht der Verein interessierte «MiA»-Fahrerinnen und Fahrer, die einen Teil ihrer freien Zeit gerne ihren Mitmenschen schenken möchten. Aufwand je nach Monatsplan.

Bei Fragen oder Interesse bitte melden bei: Kurt Hochreutener «MiA»-Leitung, Fahrer, 079 352 32 85

www.mia-obersiggenthal.ch

Es kann passieren, dass der gewohnte Alltag plötzlich eine Wende nimmt und die Mobilität mit dem eigenen Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr möglich ist. Zum Glück gibt es den Verein Mobil im Alter – kurz «MiA». Seit 2013 betreibt dieser den freiwilligen Fahrdienst für die älteren Bewohner der Gemeinde Obersiggenthal. Ebenfalls können jüngere Betroffene mit eingeschränkter Mobilität davon profitieren. Finanziert wird der Verein durch Mitglieder- und Sponsorenbeiträge. Die Kommission für Altersfragen und Freiwilligenarbeit ist bereits ein festes Traktandum. Im Monat werden rund 100 Fahrten für die 175 Mitglieder getätigt. 23 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer schenken ihre freie Zeit Mitmenschen mit eingeschränkter Mobilität und erfreuen sich an deren Dankbarkeit. Letztes Jahr waren es noch 1100 Fahrten, dieses Jahr rund 200 mehr, die Tendenz ist steigend. Das zeigt, dass diese Dienstleistung auch für Angehörige eine spürbare Entlastung bietet. 

 

Betroffene melden sich zu Wort

Martin Burger ist bald drei Jahre als Fahrer unterwegs und schätzt die Dankbarkeit der Fahrgäste: «Für mich ist es eine schöne Abwechslung im Alltag, Fahrgäste zu begleiten, welche nicht mehr so gut zu Fuss sind. Man sieht und erlebt viel und schätzt plötzlich seine eigene Gesundheit wieder mehr. Das merkt man halt erst im Alter.» Zwei Gässliacker-Bewohnerinnen nutzen die «MiA»-Fahrgelegenheit immer mal wieder. Beatrice Scherrer ist sehr zufrieden mit dem gebotenen Service: «Seit über zwei Jahren gehe ich nach Neuenhof zum Arzt und dann im Markthof einkaufen. Ich schätze es sehr, dass der ‹MiA›-Fahrer mitkommt und auch auf mich wartet. Früher nutzte ich den Service vom Roten Kreuz, doch da wurde man nur zum Arzt gefahren.  Kein Warten und Begleiten zum Einkauf. Schön, dass es in unserem Dorf so etwas gibt. Ein Taxi würde mich ein Vermögen kosten.» Martha Michel ist von Anfang an Mitglied des Vereins und ebenso überzeugt vom Angebot: «Es ist einfach wunderbar, dass wir in Obersiggenthal diesen Dienst haben. Vor allem ist es eine grosse Entlastung, wenn man auch nach dem Einkauf eine Rückfahrtgelegenheit hat.  Ich bin mit allen Fahrern sehr zufrieden. Besonders freut es mich, wenn der pensionierte Herr Professor kommt, das ist dann eine Ehre!»

Die Aussagen der Betroffenen zeugen von grosser Wertschätzung gegenüber diesem Fahr-Service und den Fahrern. Auch geht ein Lob an die Gemeinde, die solch einen Fahrdienst überhaupt möglich gemacht hat. Auf jeden Fall ist es eine grosse Entlastung für alle Angehörigen und ein Geschenk an die weniger mobile Bevölkerung. Und es ist ein wertvolles wie auch erfolgreiches Konzept mit Nachahmungs-Potenzial für andere Gemeinden.

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