«Fair Trade Town» zu aufwändig

Nebst dem Geschäftsbericht und der erfreulichen Rechnung 2020 hatte der Einwohnerrat zahlreiche politische Vorstösse zu behandeln.

Der Badener Einwohnerrat tagte in der Sporthalle Aue. (Bild: pg)

09. Juni 2021
18:44

Das Jahr 2020 begann für Baden sehr gut. Am 14. Januar zeichnete der Schweizer Heimatschutz die Stadt mit dem Wakkerpreis aus. Ab Mitte März bestimmte dann aber die Pandemie das Leben. Der Rechenschaftsbericht zeigt nun auf, dass trotz der schwierigen Situation die Arbeiten im Bäderquartier und am Sekundarstufenzentrum Burghalde voranschritten und das sanierte Kurtheater und die Pumptrack-Anlage in Dättwil eröffnet werden konnten. Der Geschäftsbericht und die Gesamtrechnung wurden einstimmig genehmigt. Der durch den Stadtrat ausgearbeitete Vorschlag, die Nachtabschaltung der Beleuchtung öffentlicher Gebäude, Schaufenster und Reklamebeleuchtung sowie die Einführung der SIA-Norm 491 betreffend, vermochte zu überzeugen. Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen und abgeschrieben.

Schweizer Städte und Gemeinden erhalten eine Auszeichnung als «Fair Trade Town», wenn sie ein besonderes Engagement für den fairen Handel zeigen, den nachhaltigen fairen Konsum fördern, also Produkte aus fairem Handel anbieten und verwenden, und die ganze Stadt oder Gemeinde mit einbeziehen. Eine solche Auszeichnung sei durch den Stadtrat zu prüfen, anzustreben, und die dafür nötigen Massnahmen seien umzusetzen, so die mittlerweile aus dem Einwohnerrat ausgeschiedene Margreth Stammbach (Grüne) in ihrem Postulat aus dem Jahre 2019. Stammbach verweist in ihrer Begründung unter anderem darauf, dass die jährlich wachsenden Umsatzzahlen von Fair-Trade-Produkten zeigen, dass Konsumenten und Konsumentinnen zunehmend auf fair produzierte Produkte zurückgreifen. Zudem sei das Angebot an Fair-Trade-Produkten sehr vielfältig und werde laufend ausgebaut. Um die Auszeichnung «Fair Trade Town» zu erhalten, müssen fünf Kriterien erfüllt sein. Dazu zählt, dass sich die Stadt oder Gemeinde zum fairen Handel bekennt.


Umsetzung ist zu aufwändig

Die Botschaft von «Fair Trade Town», sich als ganze Stadt für fair produzierte und gehandelte Produkte einzusetzen, passe zu Baden. Nicht aber die Strukturen und die Zertifizierungsbedingungen der Organisation, schreibt der Stadtrat in der Beantwortung. Der Stadtrat empfahl, auf eine Zertifizierung von Baden als «Fair Trade Town» zu verzichten. Gleichwohl soll der Nachhaltigkeit künftig mehr Gewicht gegeben werden, indem das Wissen zum Thema in der Stadtverwaltung kontinuierlich gefestigt werde, so Stadtammann Markus Schneider. Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen, und der Abschreibung wurde zugestimmt.Das Postulat Corinne Schmidlin betreffend Nachtabschaltung der Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden und Schaufenster- und Reklamebeleuchtungen; Einführung der SIA Norm 491 wird nach Kenntnisnahme des vorliegenden Berichts als erledigt abgeschrieben.

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