Fliese und Fuge – Kunst und Bau

Die Neue Aargauer Bank NAB hat den Regionalsitz in Baden einer umfangreichen Modernisierung unterzogen. Dadurch bekennt sie sich längerfristig zur Region.

von
Peter Graf

20. August 2019
13:50

Die Präsentation der neuen Halle brachte die Anwesenden zum Staunen. Wo früher trockene Kundenschalter im Zentrum standen, präsentierte sich alles in neuem Glanz. Sichtlich begeistert begrüsste Regionenleiterin Karin Madliger die Gäste, unter ihnen NAB-CEO Roland Hermann, Geschäftsleitungsmitglied Roberto Belci und den Badener Stadtammann Markus Schneider zur Neueröffnung. 

In den letzten zehn Monaten wurden mehr als sechs Millionen Franken in die Modernisierung der Kundenzone sowie in Gebäude und Infrastruktur investiert. Damit werde auch den veränderten Kundenbedürfnissen Rechnung getragen, so Karin Madliger. Zudem wurden durch den Umbau auch die vierzig Arbeitsplätze aufgewertet. In seinen Ausführungen bemerkte Roberto Belci, dass, wo immer möglich, wie etwa beim modern gehaltenen Mobiliar, das regionale Gewerbe berücksichtigt wurde. Für den Parkettboden und die Sitzbank kam beispielsweise Eichenholz aus dem Fricktal zum Zug. 

Der Regionensitz am Bahnhofplatz 1 bietet mit Privatkundenteams, einem Private-Banking-Team und einem Firmenkunden-Team, den Kundinnen und Kunden ein umfassendes Dienstleistungspaket an, das nebst Basisprodukten inklusive Schalter-Angebot auch einen MyNAB-Shop sowie Bancomaten beinhaltet. Ein unaufdringliches Klangsystem trägt dazu bei, dass sich die Kunden auch in den als «Kurpark» oder «Ruine Stein» benannten Sitzungszimmern gut aufgehoben fühlen. Dies verdeutlicht auch, dass die NAB trotz dem stetigen Ausbau des digitalen Angebots noch stärker auf die persönliche Beratung setzt. Belci bedankte sich bei allen Beteiligten für das entgegengebrachte Verständnis und die gute Zusammenarbeit während der Umbauzeit. Stadtammann Markus Schneider hob in seiner Grussbotschaft den Stellenwert der NAB als Arbeitgeberin und Dienstleisterin hervor. Die Stadt, so Schneider, dürfe mit Freude und Dankbarkeit feststellen, dass sich die NAB, zum Wohle von Baden und der Bevölkerung, immer wieder an vorderster Front engagiert.

 

Kunst und Bau im Metroshop

Abertausende gingen im Metroshop in den vergangenen sechzehn Jahren an der im Auftrag der Stadt Baden durch Christian Vetter geschaffenen, aus acht Porträts bestehenden Leuchtwand vorbei. Die Alterung hat bereits vor Jahren Spuren hinterlassen, und so wurde bereits 2012 über einen möglichen Ersatz diskutiert, jedoch durch den bereits damals angedachten Umbau der Bank blockiert. Nachdem 2017 der Entscheid, den Umbau zu realisieren, gefallen war, hat die Stadt zusammen mit der Bank das Vorgehen hinsichtlich «Kunst und Bau» entschieden. 

 

Feierliche Enthüllung

Am Samstag, als Regionenleiterin Karin Madliger im Rahmen des «Tags der offenen Tür» zur feierlichen Enthüllung des durch die Aargauer Künstlerin Veronika Spierenburg geschaffenen Werkes begrüsste, gab es kein Durchkommen. Jarl Olesen, Leiter Planung und Bau der Stadt Baden, erläuterte die Vorgeschichte und den Entstehungskontext von Kunst und Bau im Metroshop. Die Stadt Baden hat zusammen mit der NAB im September 2018 sechs Künstlerinnen und Künstler zu einem Wettbewerb eingeladen. In Veronika Spierenburg stand im vergangenen November die Siegerin fest. Ihre Werke waren bereits in London, Helsinki, Berlin und Schanghai zu sehen. Dank der Unterstützung aus ihrem persönlichen Umfeld sowie des Innenarchitekten Christoph Hindermann und des Architekten Reiner Keusch konnte das beeindruckende Kunstwerk in nur vier Wochen realisiert werden.

Gespannt verfolgte das Publikum den Akt der Enthüllung. Danach ergriff der für die Kultur verantwortliche Stadtrat Erich Obrist das Wort und ging auf die Bedeutung der Kunst im öffentlichen Raum ein. Erfreut und dankbar zeigte sich Obrist über das grosszügige Engagement der NAB, welche sich zur Hälfte an den Entstehungskosten und dem Unterhalt beteiligte. Im Gespräch mit der Künstlerin Veronika Spierenburg ging Obrist auf ihre Biografie und die Wirkungsabsichten ein. Das rund 13 mal 3,3 Meter grosse Werk, so die Künstlerin, nehme Bezug auf die Heilbäder in Baden. Um ins Wasser und wieder aus dem Wasser zu steigen, seien Treppen oft unverzichtbar. 

 

Fliese und Fuge 

So entstand das zweidimensionale Kunstwerk, welches den Eindruck einer gros­sen Treppe erweckt. Probleme, so die Künstlerin, hätte ihr das Brennen der bis zu zwei Meter langen Keramikplatten bereitet. Dazu musste sie nach Portugal ausweichen, wo die 524 Platten, alle in unterschiedlicher Grösse, hergestellt wurden. Eine grosse Herausforderung waren aber auch das Aufbringen der Platten und die Aus­bildung der unterschiedlichen Fugenbreiten. Das in Grau- und Weisstönen gehaltene Wandbild schafft und artikuliert Raum. Passanten werden Teil der Komposition und spielen daher eine wichtige Rolle. So schmiegt sich das Wandbild sozusagen den Passanten an.

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