Freizeitwerkstatt kann investieren

Wer am Kupperhaus vorbeigeht, findet immer öfters offene Türen. Die Freizeitwerkstatt erweitert ihr Angebot – nun auch dank dem Swisslos-Fonds.

Vorstandsmitglied Christian Kosinar demonstriert sein mithilfe der Dekupiermaschine hergestelltes Werk. (Bild: aru)

13. Oktober 2021
18:13

Seit Ende Juni 2020 existiert der Ve-rein Freizeitwerkstatt Brugg. Im Dezember 2020 sagte der Stadtrat die ersehnte Nutzung im Erdgeschoss des Kupperhauses zu: Damit stand der Freizeitwerkstatt ein Zuhause mitten im Zentrum offen. Nach den ersten Monaten zieht der Vorstand des Vereins Bilanz. «Wir haben bei null angefangen», blickt Brigitte Perren zu Beginn der Pressekonferenz zurück. Damals seien die Leute sehr zögerlich gekommen, und das sei auch jetzt, einige Monate später, noch so. Stünde die Türe allerdings offen, kämen oft Leute rein, um sich umzuschauen und Fragen zu stellen. «Die zentrale Lage des Kupperhauses ist die beste Lage, die wir uns wünschen können», betont Perren.


Personelle Ressourcen sind nötig
Der Verein sieht die Freizeitwerkstatt als «Raum für Kreativität und Begegnung im Herzen von Brugg». Der Bevölkerung soll damit die Möglichkeit offenstehen, aus eigener Initiative handwerkliche Tätigkeiten zu erproben und auszuüben, sei es selbständig, in Begleitung einer Fachperson oder auch in Kursbesuchen. Mittlerweile habe man nebst der Holzwerkstatt auch einen Textilbereich und ein Malatelier eingerichtet, sagt Vorstandsmitglied Marianne Badertscher. Ebenfalls konnte man erste Basiskurse durchführen, so zum Beispiel den Grundkurs Nähen mit Silvia Krieg. «Wir würden das Angebot gern erweitern», so Badertscher. «Aber das braucht personelle Ressourcen.» Denn eins ist den Betreibern der Freizeitwerkstatt wichtig: Die Betreuung der Besucherinnen und Besucher vor Ort. «Nicht jeder kann mit unseren Maschinen umgehen», sagt Christian Kosinar, der primär für die Holzwerkstatt verantwortlich zeichnet. Da der Freizeitwerkstatt noch ein eigener Maschinenpark fehlt, stellt Kosinar momentan seine eigenen Geräte zur Verfügung.


Investieren in die Infrastruktur
Der Verein hat zwar mittlerweile über fünfzig Mitglieder, finanziell rechnet sich das aber noch nicht. Schliesslich wollen nebst den nötigen Investitionen auch die dank der Stadt ermässigte Miete, Neben- und Materialkosten bezahlt sein. Umso grösser war die Freude, als der Verein im September von weiteren Unterstützungsgeldern erfuhr. Er erhält insgesamt 15 000 Franken und eine Defizitgarantie von 5000 Franken aus dem Swisslos-Fonds. «Wir sind sehr glücklich und zugleich überrascht», sagt Brigitte Perren. Brauchen will der Verein das Geld für verschiedene Anschaffungen, ebenfalls investieren will er in die Infrastruktur. «Unser Ziel ist, bis Ende 2024 selbsttragend zu sein», betont Marianne Badertscher.


Vielfältiges Kursangebot
Das Angebot der Freizeitwerkstatt kann sich schon jetzt sehen lassen. Die Offene Werkstatt steht jeweils am Mittwoch, von 14 bis 18 Uhr, am Donnerstag, von 18 bis 20 Uhr, und am Samstag, von 13 bis 17 Uhr, zur Verfügung. Jeden letzten Samstag im Monat findet von 9 bis 12 Uhr die Kinderwerkstatt für 7- bis 10-Jährige mit Vrene Zimmermann statt. Jeweils am Donnerstag, von 18 bis 20 Uhr, betreuen Brigitte Perren und Renate Moor die Offene Textilwerkstatt, jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat ist Susanne Ebert mit vor Ort. Am 17. und am 24. Oktober findet je ein Makramee-Kurs unter der Leitung von Rebecca Gertiser statt, vom 19. bis 21. November und vom 14. bis 16. Januar 2022 lädt Daniel Furrer unter dem Motto «Bau dir ein Bänkli!» zu zwei Kursen ein. Bei den offenen Werkstätten ist keine Anmeldung nötig. Das gesamte Kursangebot findet sich unter fzw-brugg.org.

War dieser Artikel lesenswert?

Wir setzen uns mit Herzblut und Know-how für gute Geschichten aus Ihrer Region ein. Wenn auch Sie hochwertigen Journalismus schätzen, können Sie uns spontan unterstützen. Wir danken Ihnen – und bleiben gerne für Sie am Ball.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Eine Arztpraxis fürs Auge

Die Augenärzte Martina und Pascal Knecht-Bösch haben am Theaterplatz die wohl… Weiterlesen

Er bringt Qualität in die Tasse

Als erster Schweizer Produzent vertreibt Ole Bull aus Schinznach-Bad… Weiterlesen

region

Schluss mit Tabu und Augen zu!

Alles easy! Oder doch nicht? Das Projekt «Wir sprechen an» macht sexuelle… Weiterlesen

region

«Tschipfu, tschipfu, d‘Isebahn chonnt»

Urs Vogel ist DJ für Oldies. Und ein angefressener «Isebähnler». Diese… Weiterlesen

region

Diese Chläuse ermuntern Kinder

Die Mitglieder des Vereins Würenloser Samichlaus verbinden die Tradition mit… Weiterlesen