Freundlich aus der Reihe tanzen

Im «Spielclub» des ThiK und des Kurtheaters haben die ­Jugendlichen von 16 bis 24 das Thema Freundlichkeit untersucht. Morgen ist Premiere.

Die Jugendlichen bei den Proben: Als Requisiten dienen Kartonschachteln, die symbolisch zum Einsatz kommen (Bild: cd)

von
Dahl, Caroline

11. Mai 2022
17:51

Auf der Bühne im Gewölbe des Thik steht an diesem Abend eine Durchlaufprobe an. Der Werktitel «Frisch und fründlich – was mer sött» ist eine Werkstattaufführung des Spielclubs Baden, einer Zusammenarbeit zwischen Kurtheater und Thik. «Das Thema Freundlichkeit und die Szenen kamen aus Gesprächen und Improvisationen mit den Spielenden zustande», geben die beiden Leitenden, Lena Steinemann (33) und Moritz Praxmarer (29), Auskunft zur Entstehung des einstündigen Theaterstücks.

Die Spielenden, das sind Jugendliche im Alter von 17 bis 23 Jahren, eine Gruppe, bestehend aus vier jungen Frauen und fünf jungen Männern. Die Schülerinnen und Schüler, Lernenden und Studierenden haben teilweise viel Theatererfahrung, teilweise gar keine. «Wir spielen das erste Mal in dieser Konstellation», so Steinemann.


Viel Improvisation
Die Theaterpädagogin und Theaterschneiderin Lena Steinemann und Moritz Praxmarer, der selbst ein ausgebildeter Schauspieler ist, sich als Autodidakt bezeichnet und als Theater- und Kunstschaffender arbeitet, sind seit September 2021 am ThiK tätig. Dieses hat seit Beginn dieser Saison ein neu zusammengesetztes Leitungsduo: Nadine Tobler bleibt künstlerische Leiterin, Rahel Meyer hat neu die administrative Leitung inne. Praxmarer arbeitet zum ersten Mal in einer Produktion am ThiK, Steinemann war bereits vorher im Team. «Nadine und Rahel unterstützen uns sehr in unserer Arbeit und Vorgehensweise», so die beiden Theaterschaffenden einstimmig.

Die Arbeitsweise der beiden mit ihren jugendlichen Bühnendarstellerinnen und -darstellern beinhaltet viel Improvisation. So wurde das Stück entwickelt, das aus einzelnen Fragmenten und Szenen besteht und durch die beinahe einzigen Requisiten, nämlich Kartonschachteln, zusammen­gehalten wird. «Oft gaben wir Inputs und Aufgaben, stellten Fragen und diskutierten oder entwickelten die Improvisationen in Zusammenarbeit weiter», geben Steinemann und Praxmarer Einblick in ihre Arbeit auf und neben der Bühne: «Wir versuchen, die Fähigkeiten der einzelnen Spielerinnen und Spieler hervorzulocken.»

Das Destillat aus vielen Stunden Improvisation, Übungen und Ideensammlungen wird nun auf der Bühne gezeigt. «Wir haben frei gespielt und improvisiert von September bis Dezember letzten Jahres. Das Thema hatten wir im Februar, das Skript Anfang April», so Praxmarer und Steine­mann zum zeitlichen Rahmen. «Viele der Szenen funktionieren nur, wenn die Feinheiten, die Spielfreude und der Rhythmus stimmen. Sowas ist auch für Profis schwierig!», betont Praxmarer.


Meinung der Jugendlichen
«Mit den Schauspielenden herauszufinden, wie man in diese Zustände kommt, in denen die Szenen fliessen, ist manchmal sehr schwierig und tagesformabhängig», macht er bewusst. Grosser Wert werde auf das Spielerische, aber auch auf die Meinung der Jugendlichen gelegt. So konnten die Einfälle, Vorschläge und Inspirationen von den jugendlichen Bühnendarstellerinnen und -darstellern ins Stück aufgenommen werden.

Entstanden ist dabei ein Theaterstück, das mit wenigen Worten viel aussagt und zur Selbstreflexion und zum Innehalten anregt. Es gibt auch Einsicht darüber, was Jugendliche bewegt. Dies zeigt sich konkret darin, dass mit «Frisch und fründlich – was mer sött» ein Theaterstück erarbeitet wurde, das von Tanz- und Bewegungselementen, kleinen Choreografien und Gesang durchsetzt ist und oft von Musik begleitet wird. «Die Ausdrucksform Bewegung spielt eine tragende Rolle, wir arbeiten immer damit», bestätigt das Bühnenleiterduo. «Wir freuen uns auf ein Publikum aus freundlichen und unfreundlichen Menschen ab zehn Jahren!»

 

Freitag, 20. Mai, 20.15 Uhr

Samstag, 21. Mai, 20.15 Uhr

Thik (Theater im Kornhaus), Baden

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