Frische Fische fischen

Gino und Chiara aus Nussbaumen haben ein nicht alltägliches Hobby. Die beiden Geschwister lieben es, gemeinsam auf Fischfang zu gehen.

Das Geschwisterpaar Gino und Chiara beim Fischen an der Limmat
Das Geschwisterpaar Gino und Chiara beim Fischen an der Limmat (Bild: sbs)

von
Suzana Senn-Benes

01. Mai 2018
09:00

Als Dreikäsehoch, im Alter von fünf Jahren, hat sich der bald 18-jährige Gino bereits fürs Fischen interessiert. Seine vier Jahre jüngere Schwester fand mit acht Gefallen daran. Es scheint, als hätte der Bruder sie angesteckt. Natürlich waren beide zu Beginn eher Zuschauer, bis sie sich entschieden, eine Prüfung abzulegen, damit sie mit dem SANA-Ausweis offiziell die Erlaubnis zum Fischen haben. Je nach Region kann jeweils ein Jahrespatent bezogen werden. So trifft man die beiden von Frühjahr bis Herbst vermehrt an der Limmat an. Mit einer Profi-Fischer-Ausrüstung, von Angelrute bis Köder, haben sie stets alles dabei. 

Die Mama kommt gelegentlich mit, angelt aber lieber im Ausland in den Ferien. Der Papa ist auch mal dabei, doch fehlt es ihm an Geduld, zu warten, bis ein Fisch anbeisst. Die Freunde der Geschwister finden deren Hobby nicht wirklich interessant, eher uncool. Doch das stört die beiden nicht, denn sie mögen es, in der Natur die Freiheit zu geniessen und sich beim Fischen von der Alltagshektik, sei es von der Lehre oder der Schule, zu erholen und abzuschalten.

 

Stolzer Fang

Gino ist stolz auf seinen bisher grössten Fang. Das war ein Sechs-Kilo-Graskarpfen von einem Meter Länge. Chiara hat es mit einem Afrikanischen Wels auf 70 Zentimeter und 4,5 Kilogramm geschafft. Halten sie nur Ausschau auf grosse Fische, dann kann es leider passieren, dass kein Fisch gefangen wird. Trotzdem geben sie nie auf und glauben daran, mit einem Abendessen nach Hause zu kommen. 

Ein richtiger Fischer sollte seinen Fisch auch selbst ausnehmen können. Das kann Gino: Schuppen entfernen, Innereien ausnehmen und filetieren. Ist der Fisch aber untermassig oder gar eine geschützte Art, wird dieser noch im Wasser abgehakt und frei gelassen. Das wissen geschulte Fischer und halten sich daran.

 

Ärger über Littering

Die beiden erfahrenen Jungfischer halten sich an Regeln, denn ihnen liegen die Natur, die Gewässer mit deren Bewohnern sehr am Herzen. Deshalb ärgern sie sich über die manchmal achtlose Entsorgung gewisser Leute. Diese überlegen nicht, dass das Littering für die Umwelt schädlich ist und den Staat sehr viel Geld kostet. Der entsorgte Abfall, sei es Plastik oder Metall, ist sogleich Futter für die Fische. Und wenn sich ein Fisch damit verköstigt, endet es für ihn leider tödlich. Den Geschwistern ist es ein grosses Anliegen, ihren Müll stets in einem Abfalleimer zu entsorgen. Ist keiner vor Ort, wird der Abfall wieder nach Hause mitgenommen. Schliesslich fühlen sie sich verantwortlich für die Natur und möchten achtvoll mit ihr umgehen. 

 

Möchten Fischer-Club beitreten

Ziel der beiden Geschwister ist es, demnächst einem Fischer-Club beizutreten. Der Austausch mit erfahrenen Anglern würde ihnen gefallen, und sie könnten gemeinsam mit andern angeln. Das bedeutet wiederum, eine grosse Freiangelkarte zu bekommen. 

Gino absolviert eine Ausbildung als Polymechaniker und ist im zweiten Lehrjahr. Neben dem Angeln mag er es, mit Freunden auszugehen, liest Angel-Zeitschriften und schaut sich gerne YouTube-Filme an, natürlich zum Thema Fischen. Chiara besucht die achte Klasse, trifft sich in der Freizeit mit Freundinnen und tanzt fürs Leben gern. Beide interessieren sich für das Fischen in anderen Ländern, am liebsten auf hoher See. Gino träumt davon, einmal nach Brasilien zu gehen und im Amazonas zu angeln. 

Ab und zu kommt es vor, dass sie von Passanten angehalten werden und wegen ihres Alters zu Unrecht zurechtgewiesen werden. Sie hören dann, dass sie nicht ohne Ausweis fischen dürften, und müssen sich Anweisungen anhören. Es scheint, als könnten sich diese Leute nicht vorstellen, dass junge Menschen die Fischerei ernst nehmen, sich vorbildlich verhalten und bereits über sehr viel Erfahrung verfügen. Gino und Chiara lassen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Sie gehen begeistert ihrem Hobby nach, möchten die Natur bewundern und am Schluss wennmöglich einen selbst gefangenen Fisch geniessen.

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