Für den Sozialpreis 2020 nominiert

26 Aargauer Projekte wurden für ihr freiwilliges Engagement im sozialen Bereich nominiert. Das Surbtal ist gleich doppelt vertreten.

Die Fahrer des Heimlieferdienstes Surbtal mit Paul Hediger (Gartencenter Lengnau), Roger Rohner (Rohner Transport, Siglistorf) sowie Marco Calistri (Kreisel Garage, Schneisingen). (Bilder: zVg)

16. September 2020
15:29

Der Sozialpreis wird seit 2004 von den Aargauer Landeskirchen in Zusammenarbeit mit benevol Aargau verliehen und zeichnet Freiwilligenarbeit im sozialen Bereich aus. Die eingereichten Projekte werden von einer sechsköpfigen Jury geprüft, zu der unter anderem Daniela Oehrli (Präsidentin 143 – Dargebotene Hand), Luc Humbel (Kirchenratspräsident Römisch-Katholische Kirche Aargau) und Ines Walter Grimm (Geschäftsführerin benevol Aargau) gehören. Zwei Drittel der Bewertung erfolgen durch die Fachjury, aber auch die Öffentlichkeit entscheidet zu einem Drittel mit: Das Online-Voting ist auf der Website Sozialpreis-ag.ch bis zum
21. September geöffnet.

Dieses Jahr wurden gleich zwei Projekte aus dem Surbtal durch die Kirchenpflege der reformierten Kirchgemeinde Tegerfelden eingereicht – und von der Jury auf die Liste der 26 nominierten Projekte gesetzt. Nummer 6 von 26 ist der Heimlieferdienst der fünf Gemeinden Endingen, Tegerfelden, Lengnau, Schneisingen und Siglistorf in Zusammenarbeit mit Detailhändlern aus dem Surbtal. Die Idee wurde zu Beginn des Lockdowns im Frühjahr von Endingens Gemeindeammann Ralf Werder und seinem Cousin, Metzger Thomas Werder, und dessen Frau Karin Werder initiiert. Mit der Aktion wurde die Versorgung der Menschen aus den Risikogruppen sichergestellt. In rund zwölf Wochen wurden in den fünf Gemeinden 3125 Hauslieferungen erledigt. Per 12. Juni wurde der Lieferdienst eingestellt.


«Die Detaillisten haben Ausserordentliches geleistet»
Die Freude über die Nominierung für das Projekt Hauslieferdienst ist gross. «Die Aktion war eine beispiellose Welle der Solidarität. Beeindruckt hat die Bereitschaft der Detaillisten und der fünf Gemeinden, innert Tagen die Idee einfach und pragmatisch umzusetzen», erinnert sich Ralf Werder. Die Nominierung sei eine grosse Ehre für alle Beteiligten und Helfer sowie ein Zeichen der Wertschätzung. «Die Detaillisten haben in dieser Zeit Ausserordentliches geleistet», so der Ammann.
 

Der Flügerliplatz in Endingen.

 

Projekt Nummer 17 ist der «Flügerliplatz» im Endinger Wald, der vor fünfzehn Jahren im Rahmen einer Schulprojektwoche konzipiert und gestaltet worden war. Dort werden die Kinder mit der Natur vertraut, lernen sie schätzen und achten – fernab von Social Media & Co. Der «Flügerliplatz» sorgte vor zwei Jahren für Schlagzeilen, weil er die gesetzlichen Auflagen nicht erfüllte und abgerissen werden sollte. Zwei Endinger Mütter wehrten sich im Oktober 2018 erfolgreich mit einer Petition dagegen, die über 1000 Personen unterzeichneten. Im 2019 wurde das Baugesuch durch die Gemeinde überarbeitet und schliesslich vom Kanton bewilligt. Im Frühjahr 2020 wurde der Spielplatz leicht angepasst.

Neben den beiden Surbtaler Projekten ist aus der Region auch das Christliche Sozialwerk Hope (Projekt: Sozialbetreuung als Basis für NotschläferInnen) sowie der Gabenzaun der katholischen Pfarreien Baden-Ennetbaden nominiert. Die Verleihung findet am 20. Oktober um 18 Uhr in der Kirche Peter und Paul in Aarau statt. Die Aargauer Landeskirchen und benevol Aargau vergeben ein Preisgeld von total 18 000 Franken. Für das Siegerprojekt gibt es 8000, der 2. Preis bringt 5000, Platz 3 erhält 3000 Franken. Zudem werden Anerkennungspreise im Gesamtwert von 2000 Franken verliehen.

Auf die Frage, was mit einem möglichen Preisgeld gemacht wird, erklärt der Endinger Ammann: «Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Doch liegt es nahe, dieses Geld wiederum der Gesellschaft zurückzugeben.»

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