Für eine Buslinie zum Hertenstein

In einem Postulat fordert die SP-Fraktion vom Gemeinderat, eine regelmässige Postautoverbindung auf den Hertenstein wieder zu prüfen.

Das alte Bushäuschen – die Bucht verschwand mit der Strassensanierung. (Bild: is)

22. September 2021
18:47

Bereits vor sieben Jahren wurde eine von rund tausend Personen unterzeichnete Petition für eine Postauto­linie von Freienwil über den Hertenstein nach Nussbaumen und Baden eingereicht. Mitunterzeichnet haben damals 382 Einwohner aus Obersiggen­thal und 12 aus Freienwil. Die Enttäuschung war gross, denn die Petition kam weder vor die Gemeindeversammlung in Freienwil noch in den Einwohnerrat von Obersiggenthal. Damit blieben das Gebiet Häfeler und der Ortsteil Hertenstein vom öffentlichen Verkehr unerschlossen.

Eine Arbeitsgruppe, in welche die Petitionäre miteinbezogen wurden, hatte mit der Abteilung Verkehr des Kantons und Postauto Aargau mehrere Varianten geprüft. Damals wurden je nach Taktdichte und Anzahl Verbindungen Kosten von 190 000 bis 330 000 Franken ausgewiesen, welche durch die Gemeinden zu tragen gewesen wären. Mittlerweile hat sich die finanzielle Situation, insbesondere in Obersiggenthal, verschlechtert.

Dies hat die SP-Fraktion jedoch nicht davon abgehalten, im Mai 2021 ein Postulat einzureichen. Darin wird der Gemeinderat gebeten, die Frage einer regelmässigen Busverbindung zum Ortsteil Hertenstein erneut zu prüfen. Dies nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass die Linie 9 vom Bahnhof Baden zum Kraftwerk Kappelerhof im Herbst stillgelegt werden soll. Nach sieben Jahren, so die Begründung der Postulanten, sei es an der Zeit, den Wunsch der Bevölkerung und des Quartiervereins nach einer Busverbindung wieder aufzunehmen. Zudem wäre ein ÖV-Angebot eine Alternative zum Schulbus und den Schultaxis. So könnte ein Beitrag an die Schulwegsicherheit geleistet werden. Die Postulanten sehen darin aber auch eine mögliche Lösung der Entschädigung für private Schulfahrten. Nicht zuletzt könne man mit einem Busangebot dem steigenden Verkehrsaufkommen entgegenwirken. Der Gemeinderat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.


Ärztliche Grundversorgung fehlt

Das Projekt der Stiftung Gässliacker, beim Alterszentrum eine Gemeinschaftspraxis zu realisieren, wurde im vergangenen Jahr abgebrochen. Trotz intensiven Bemühungen war die Suche nach interessierten jungen Ärztinnen oder Ärzten nicht von Erfolg gekrönt. Mit der absehbaren Pensionierung der Hausärztin fehlt in der 8600 Einwohner  ärztliche Grundversorgung. In den aktuellen gemeinderätlichen Legislaturzielen ist festgehalten, dass die Gemeinde die Bestrebungen für die medizinische Grundversorgung nach ihren Möglichkeiten unterstützt. Die SP-Fraktion sieht es nun an der Zeit, zu handeln. In einem Postulat wird der Gemeinderat gebeten, zu prüfen, ob und wie ein Beitrag zur genügenden medizinischen Grundversorgung durch in der Gemeinde praktizierende Hausärztinnen und Hausärzte geleistet werden kann. Auch dieses Postulat will der Gemeinderat entgegennehmen.

Im Fokus der Einwohnerratssitzung steht auch das Budget 2022.

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