Fusion von Literatur und Schoggi

Einer schrieb einen Krimi in 24 Kapiteln, der andere kreierte 24 Pralinés dazu: Simon Libsig und Fabian Rimann stimmen auf den Advent ein.

Simon Libsig und Fabian Rimann beim grossen Mélangeur, wo die dunkle Schokolade produziert wird. (Bild: is)

24. November 2021
18:47

Santa Slam auf der Holzbrücke

Am kommenden Samstag, 27. November, wird die Badener Holzbrücke für einen Abend zum Theater: Simon Libsig lädt zum dritten Santa Slam ein und teilt sich die Bühne mit Slam-Poetin Gina Walter (Basel), Slam-Poet Jachen Wehrli (Chur) und Kabarettist Jan Rutishauser. «Die Holzbrücke ist einfach ein wunderbarer Ort, hier wollte ich schon immer etwas machen», sagt Libsig.
Für den gastronomischen Teil ist mit Patrick Mösch ein neuer Mann an Bord. Im Eintritt ist Suppe inbegriffen. Nach dem Programm geht es an der Bar in die Verlängerung – bis um 23 Uhr. «Wir möchten möglichst unterhaltsam in den Advent starten», hofft Simon Libsig. Tickets sind nur an der Abendkasse (und mit Covid-Zertifikat) erhältlich.
 

Santa Slam! Samstag, 27. November, Einlass ab 19 Uhr, Slam-Show um 20.30 Uhr

Im Schokoladegeschäft von Fabian Rimann in Wettingen wird derzeit auf Hochtouren produziert: 24 Pralinés werden in einer quadratische weisse Schachtel platziert, ein Blatt mit QR-Code dazu – fertig! Mit dem QR-Code kann man ab 1. Dezember täglich ein neues Kapitel von Simon Libsigs Kriminalgeschichte «Polizist Gruber hats erwischt» herunterladen. Dabei hat man die Wahl: Entweder, man liest die Geschichte selber, oder man lässt sie sich von Libsig in Mundart erzählen – und lässt dabei genüsslich das dazugehörige Praliné im Mund schmelzen. Denn der Ehrendinger Fabian Rimann hat zu jedem ­Kapitel ein eigenes Praliné entworfen, das sich in Form, Farbe oder Geschmack am Inhalt der Geschichte orientiert.


Krimi mit skurrilen Wendungen
In Libsigs Krimi geht es um den beliebten Dorfpolizisten Gruber. Er ist gestorben und hat nicht nur eine grosse Lücke im Dorf, sondern auch sein persönliches Notizbuch mit brisanten Aufzeichnungen zu einer Reihe von Fällen hinterlassen, die schliesslich alle irgendwie zusammenhängen. Die Aufzeichnungen lässt er der Gemeindepräsidentin zukommen, ebenso wie seinen letzten Willen. «Es sind Alltagsgeschichten, die aber skurrile und überraschende Wendungen nehmen», verrät der Badener: «Im Verlauf der Story lernen wir eine Reihe von Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinde kennen, ihre Träume und Knörze – und ihre Geheimnisse …»  

Libsig und Rimann sind zwar beide in Ennetbaden aufgewachsen, haben aber erst 2019 ein erstes gemeinsames Projekt realisiert: Damals las Libsig in Rimanns Genusswerkstatt eine Geschichte vor, der Chocolatier reichte ein passendes Praliné dazu. Das Konzept kam so gut an, dass die Idee mit dem Adventskalender entstand. «Das Schöne ist, wir pushen uns beide kreativ, und wenn wir eine Idee haben, dann setzen wir sie um.»


«Bettmümpfeli» für Erwachsene
Der gemeinsame Adventskalender von Rimann und Libsig geht dieses Jahr in die zweite Auflage. «Der Kalender soll auch die Gelegenheit bieten, sich für fünf Minuten am Tag aus dem Alltag zu nehmen und sich wie auf eine kleine Insel zu begeben und einzutauchen», erklärt der Badener Autor. Er hat es selbst ausprobiert: «Wenn unsere Kinder im Bett waren, haben meine Frau und ich uns in der Küche gemeinsam die Geschichten angehört und uns das Praliné geteilt. Diese Momente haben wir sehr genossenl Es war eine Art ‹Bettmümpfeli›, die zum Ritual wurde.»

 Die Pralinés sind zwar alkoholfrei, doch der Kalender ist bewusst nur für Erwachsene konzipiert. «Für die Kids gibt es ja bereits eine riesige Auswahl an Adventskalendern», begründet Libsig. Das Cover des Kalenders, der schon in Rimanns Geschäft und im Onlineshop erhältlich ist, hat wiederum die Designerin Sarah Hügin beigesteuert.

War dieser Artikel lesenswert?

Wir setzen uns mit Herzblut und Know-how für gute Geschichten aus Ihrer Region ein. Wenn auch Sie hochwertigen Journalismus schätzen, können Sie uns spontan unterstützen. Wir danken Ihnen – und bleiben gerne für Sie am Ball.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Eine Arztpraxis fürs Auge

Die Augenärzte Martina und Pascal Knecht-Bösch haben am Theaterplatz die wohl… Weiterlesen

Er bringt Qualität in die Tasse

Als erster Schweizer Produzent vertreibt Ole Bull aus Schinznach-Bad… Weiterlesen

region

Schluss mit Tabu und Augen zu!

Alles easy! Oder doch nicht? Das Projekt «Wir sprechen an» macht sexuelle… Weiterlesen

region

«Tschipfu, tschipfu, d‘Isebahn chonnt»

Urs Vogel ist DJ für Oldies. Und ein angefressener «Isebähnler». Diese… Weiterlesen

region

Diese Chläuse ermuntern Kinder

Die Mitglieder des Vereins Würenloser Samichlaus verbinden die Tradition mit… Weiterlesen