Gebaut wird auch in der Ferienzeit

Die Auftragslage in der Baubranche ist intakt. Zunehmende, pandemiebedingte Lieferengpässe können sich auf die Termine auswirken.

Spatenstich erfolgt, von links: Adrian Schmitter, CEO der KSB AG; Franziska Roth, Regierungsrätin und Gesundheitsdirektorin; Markus Schneider, Stadtammann Baden; Christine Nickl-Weller, Architektin; und Daniel Heller, KSB-VR-Präsident. (Bild: zVg)

27. Juli 2022
16:44

Der nach Königin Agnes benannte Neubau des Kantonsspitals Baden (KSB) ist nicht zu übersehen: Seit dem Spatenstich vor knapp vier Jahren ist er neben dem markanten Bettenhaus von 1978 in die Höhe gewachsen. Im Jahr 1349 hat die ungarische Königin Agnes am Kirchplatz in Baden das erste Spital gestiftet, aus welchem später das Stadtspital, das derzeitige Regionale Pflegezentrum und später das KSB hervorgingen. Mit acht Stockwerken ist der weit fortgeschrittene Neubau, dessen Kosten mit 545 Millionen Franken beziffert werden, nur halb so hoch wie das bestehende Spitalgebäude.

Mit rund 351 000 Kubikmetern entspricht das Volumen des Neubaus etwa jenem des Roche-­Towers in Basel. Auf einer Nutzfläche von zehn Fussballfeldern oder 76 215 Quadratmetern werden rund 400 Betten zu stehen kommen. Die Pandemie verursachte nicht nur Mehrkosten, sondern auch eine Verschiebung der für den Herbst 2023 geplanten Eröffnung um ein Jahr in den Herbst 2024.
 

  • Visualisierung des Neubaus «Agnes» des Kantonsspitals Baden. (Bild: zVg)
  • Ein markantes Haus mit 400 Spitalbetten entsteh. (Bild: pg)


Eine herausfordernde Baustelle
Nach knapp zwanzig Jahren Planung wurden im vergangenen September die Arbeiten an der Mellingerstrasse aufgenommen. Sie soll dringliche betriebliche und städtebauliche Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmenden und die Anwohnenden bringen. Der mit Kosten von 26 Millionen Franken bezifferte, rund 550 Meter lange Abschnitt ist das letzte Teilstück auf der Achse von der Autobahn bis zum Schulhausplatz Baden. Um zuverlässige Reisezeiten zu garantieren, wird der Individualverkehr optimiert. Nach dem Abbruch der alten SBB-Brücke und dem erfolgreichen Einschub der neuen Brücke werden nun die Werkleitungen, aber auch
die Fundationsschichten, Rand­ab­schlüsse, Strassenentwässerungen sowie die Beläge ersetzt.

Mit der Strassensanierung und der Brückenerneuerung wird auch die Durchfahrtshöhe, welche in den vergangenen Jahren zahlreichen LKW-Fahrern zum Verhängnis wurde, auf 4,5 Meter erhöht. Gegenwärtig sind die Vorarbeiten im Gange, um auf der stadtauswärts liegenden Seite der neuen SBB-Brücke den Steg für den Fuss- und Veloverkehr zu montieren. Unter der Brücke ist der Kreisel Burghalde, welcher künftig die Einfahrt von der Burghalden- und Kreuzlibergstrasse erleichtern soll, am Entstehen.

  • Unter der Brücke wird der Kreisel Burghalde entstehen. (Bild: zVg)
  • Herausfordernd: Der Einschub der neuen Brücke in Baden. (Bild: pg)


Dringend benötigter Schulraum
Vor zwei Jahren wurde der Bevölkerung von Obersiggenthal das Siegerprojekt «Louise» präsentiert – nun ist der Schulhausneubau Goldiland im Entstehen begriffen. Der Spatenstich fand im vergangenen Januar statt, und am 25. April erfolgte im Beisein von Behörden, Architekten und Kindern die Grundsteinlegung. Die Ortsbetonarbeiten konnten mittlerweile weitgehend abgeschlossen werden. Das Baugerüst lässt erahnen, dass in den kommenden Tagen mit der Montage der vorfabrizierten Holzelemente begonnen wird. Die Holzbauweise führt zu einer kürzeren Bauzeit, sodass die je vier geplanten Klassenzimmer und die dazwischenliegenden Gruppenräume in den beiden Obergeschossen ab dem Schuljahr 2023 zur Verfügung stehen. Der moderne Holzbau vermag höchsten Ansprüchen punkto Wärmedämmung, Schall- und Brandschutz sowie dem dringenden Bedarf an Schulraum zu genügen.
 

  • Visualisierung Schulhaus Goldiland, Obersiggenthal. (Bild: zVg)
  • Die Gemeinde erhält so den dringend nötigen zusätzlichen Schulraum. (Bild: pg)


Ein Leuchtturm für Baden
Bereits 1931 entstand mit dem 55 Meter hohen Bel-Air-Turm in Lausanne eines der ersten Hochhäuser der Schweiz. Dieser wird noch heute als das Kernstück der Stadt wahrgenommen. Zahlreiche, auch bedeutend höhere Wohn- und Bürotürme sind seither gebaut worden. So entsteht nun auch auf dem ABB-Areal in Baden, wo 2017 noch die Bauprofile standen, der Akara Tower. Mit 66 Metern wird es das höchste Gebäude der Stadt. Dort entstehen an bester Lage, nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt, 150 Eineinhalb- bis Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen sowie Büro- und Gewerbeflächen. Diese städtebaulich wertvolle Immobilie vermag auch durch die Schonung knapper räumlichen Ressourcen zu überzeugen. Unter dem Hochhaus und dem davor ebenfalls entstehenden Stadtplatz liegt eine unterirdische Einstellhalle mit knapp 500 Parkplätzen. Ausserdem werden rund 350 Veloabstellplätze zur Verfügung stehen. Der Akara Tower wird ein wahrer «Leuchtturm» in der Stadt.

  • Ein Leuchtturm für Baden – der Akara Tower. (Bild: zVg)
  • Büro- und Gewerbeflächen entstehen an bester Lage im Stadtzentrum. (Bild: pg)
War dieser Artikel lesenswert?

Wir setzen uns mit Herzblut und Know-how für gute Geschichten aus Ihrer Region ein. Wenn auch Sie hochwertigen Journalismus schätzen, können Sie uns spontan unterstützen. Wir danken Ihnen – und bleiben gerne für Sie am Ball.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Sie leben für Gastlichkeit à point

Das Wirtepaar Penna beglückt Brugg mit italienischer Spitzenküche, Wein aus… Weiterlesen

Teamwork auf höchstem Niveau

Mondioring zählt zu den anspruchsvollsten Disziplinen im Hundesport. Am… Weiterlesen

region

Schlegel schlug ein wie der Blitz

Der 19-jährige Werner Schlegel aus Hemberg im Toggenburg ­dominierte seine… Weiterlesen

region

Vier kurze Stücke zum Geburtstag

Der Thespiskarren ist wieder im Einsatz. Die «Badener Maske» spielt darauf die… Weiterlesen

region

Per Velo die Region erkunden

Der Slow-up lädt am Sonntag dazu ein, im autofreien Ambiente durch die Region zu… Weiterlesen