Gemeinderat will den Austausch fördern

Der Gemeinderat Ehrendingen hat beschlossen, 2019 mehrere Quartierbesuche durchzuführen. Der erste davon fand im «First/Mühlebuck» statt.

Die Gemeindevertreter Richard Fischer (pro ehrendingen), Gina Kern (FDP), Gemeindeammann Urs Burkhard (CVP), Vizeammann Markus Frauchiger (parteilos) sowie Yvan Mülli (parteilos) besuchten das Quartier «First/Mühlebuck»
Die Gemeindevertreter Richard Fischer (pro ehrendingen), Gina Kern (FDP), Gemeindeammann Urs Burkhard (CVP), Vizeammann Markus Frauchiger (parteilos) sowie Yvan Mülli (parteilos) besuchten das Quartier «First/Mühlebuck» (Bilder: isp)

von
Isabel Steiner Peterhans

16. März 2019
09:00

«Wir haben keine Ahnung, was uns erwartet», sagt an diesem Abend Gemeindeammann Urs Burkhard und zieht an seinem Jackenreissverschluss. Die frühabendliche Kälte macht sich unweigerlich in der Tiefgarage beim Quartier Mühlebuck 24 breit. Mit grösstem Engagement haben flinke Gemeindeverantwortliche auf drei leeren Parkfeldern Tische, Bänke, Apérogebäck, Getränke und Leuchten bereitgestellt. Von einer Gemütlichkeit für ein gemeinsames Beisammensein kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Rede sein. Langsam füllt sich besagter Treffpunkt mit direkten Anwohnern und weiteren interessierten Einwohnern Ehrendingens. Man schüttelt sich die Hände und wechselt ein paar Worte. Seitens der Gemeinde sind nebst Urs Burkhard Gemeinderätin Gina Kern, Vizeammann Markus Frauchiger sowie die Gemeinderäte Yvan Mülli und Richard Fischer vor Ort. Pünktlich begrüsst der Gemeindeammann die inzwischen rund 25 Anwesenden zum ersten Quartierbesuch in diesem Jahr – und langsam stellt sich eine gewisse Behaglichkeit ein.

 

Die Lebensqualität steigern 

«Sagen Sie uns, wo der Schuh drückt», lädt Burkhard die Anwesenden ein. «Wir sind unvoreingenommen und haben keine Traktanden für den heutigen Abend eingeplant», ergänzt der engagierte Gemeindeammann. Irgendwie sympathisch. Schliesslich hat sich die Schweiz das mit der direkten Demokratie auf ihre Fahne geschrieben. Die Ehrendinger Gemeinderäte gehen mit gutem Beispiel voran und haben ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer Einwohner. Angesprochen von dieser Aufforderung, macht sich ein erster Anwohner fragend etwas Luft in Sachen Nutzungsplanung. Nun sehen sich die Gemeindeverantwortlichen bereits mit einem ernst zu nehmenden Anliegen konfrontiert.

Austauschgespräche kommen in Gang, und die anfängliche Skepsis löst sich langsam. So weit möglich beantworten die Verantwortlichen sachlich und kompetent die anstehenden Fragen und machen sich – zumindest gedanklich – Notizen, um diverse andiskutierte Punkte zu einem späteren Zeitpunkt aufzugreifen und weiterzuverfolgen. «Schreiben Sie mir ihr soeben mitgeteiltes Anliegen kurz in einer E-Mail», fordert Vizeammann Frauchiger eine Einwohnerin auf. Diese hatte sich erkundigt, wieso noch kein ausreichendes Licht in der Strassenunterführung installiert wurde. «Ich habe kein Blatt Papier mit dabei und kann mir keine Notizen machen», gesteht Frauchiger. «So kann ich mir einen Reminder setzen und werde Ihren Anliegen nachgehen.»

Die Bewohner des Quartiers First/Mühlebuck haben allen Grund, fröhlich zu sein und sich gegenseitig zuzuprosten

 

Steuern für die Senioren

Ein Anwohner erkundigt sich, wie die Sache mit dem Parkregelment stehe. Ob man nicht bessere Busverbindungen initieren könnte, fragt jemand anderes. Und überhaupt, wie stehe Ehrendingen der Sache mit dem Klimaschutz gegenüber? Welche Bevöl­kerungsentwicklung verfolgt die Gemeinde und müssen an Fussgängerüberquerungen immer Signa­lisationen angebracht werden? Ein Anwesender sorgte schliesslich für heitere Stimmung, als er höflich nachfragte, ob man die Steuern für die Pensionierten vielleicht etwas anpassen könnte, denn das Schweizer Steuersystem mache ihm echt zu schaffen. «Ich habe mein Handgelenk gebrochen, nur weil der Asphaltbelag nicht intakt ist», beschwert sich eine weitere Einwohnerin. «Kann man nicht mit einem Kübel Teer nachhelfen?», hakt sie nach. Der Gemeinderat wird auch diesem Anliegen nachgehen. 

 

Lebendige Gemeinde im Grünen

Die gemeinsamen Gespräche fruchten sehr. Inzwischen haben die Anwesenden an den Tischen Platz genommen, und das gemütliche Beisammensein nimmt beim persönlichen Austausch einen positiven Verlauf. Ziel erreicht, könnte man sagen. «Wir freuen uns über das rege Interesse», sagt ein sichtlich entspannter Urs Burkhard nach rund zwei Stunden. «Wir schätzen die konstruktiven Kritiken und die spannenden Inputs unserer Bevölkerung.» Stellt sich nur die Frage,  warum eine Tiefgarage als Austragungsort gewählt wurde. «Wir haben im Vorfeld aktiv Werbung für den ersten Quartierbesuch gestartet. Da man sich nicht anmelden musste, hatten wir keine Ahnung, wie viele Leute sich beteiligen würden», erklärt Burkhard. «Hier, untertags, haben wir jedenfalls genügend Platz.» Eines scheint für die Organisatoren inzwischen klar: Die Sache mit den Quartierbesuchen ist eine gute Möglichkeit, damit Ehrendingen eine lebendige Gemeinde im Grünen bleibt.

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