Geschichtsträchtiges Gasthaus

Lange Zeit war das Ausflugsrestaurant Lägern Hochwacht geschlossen; im Dezember 2019 soll es in neuer Pracht wiedereröffnet werden.

Visualisierung des neuen Ausflugsrestaurants Lägern Hochwacht (Bild: zvg | Leibundgut Architekten)

von
Claudio Eckmann

08. August 2019
11:00

Für die Region Wehntal-Furttal-Baden sind die Lägern ein äusserst beliebtes Ausflugsziel. Umso mehr waren die Wanderer enttäuscht, als sie das Bergrestaurant nach dem abrupten Weggang des vorherigen Pächters geschlossen vorfanden. Ein so wichtiger Berg mit einem so geschichtsträchtigen Gasthaus – das sollte doch einfach erhalten bleiben. Dies sagte sich auch die engagierte Niederweningerin und ehemalige Gemeinderätin Sibylle Hauser und entschloss sich zum Kauf und zur Sanierung und Modernisierung der Liegenschaft. Ein grosses Unterfangen, wie sich daraufhin zeigte, vier Jahre haben die Planungs- und Bauarbeiten in Anspruch genommen, weil auch denkmalpflegerische Aspekte nicht nur eingehalten werden mussten, sondern von der Bauherrin bewusst gepflegt werden wollten. Nun ist der Bau im Endspurt und soll im Dezember wiedereröffnet werden.

  

«Wehntalerstübli»

Mit dem Um- und Neubau haben Bauherrschaft und Architekten vorab zwei Ziele angestrebt: zum einen sollte der ehrwürdige «Turm», der Hauptbau, wieder markant in Erscheinung treten, nachdem er im Laufe der Jahre durch die verschiedenen Anbauten beinahe verdeckt wurde. Alle Anbauten wurden entfernt; der neue Anbau wurde leicht zurückversetzt und mit einem nur flach geneigten Dach versehen. Zum zweiten erhielt dieser Anbau eine neue zusätzliche Orientierung Richtung Wehntal. Nun ist der Blick vom Restaurant aus frei in beide Richtungen, Nord und Süd. Fast waghalsig ist dieser neue Bautrakt genau über dem Grat platziert und erhielt passend zu seinem Ausblick den Namen «Wehntalerstübli».

 

Aufwändige Sanierungsarbeiten

Bei der Sanierung des «Turms» stiess man allerdings auf unliebsame Überraschungen. Die Bausubstanz erwies sich als wesentlich schlechter als angenommen, mit eilends erstellten Sicherungsmassnahmen musste sogar ein Einsturz abgewendet werden. Mit aufwändigen spezialisierten Sanierungsarbeiten, aber dennoch unter Einhaltung der historischen Bauweise, erstrahlt nun der «Turm» in neuer, sicherer Pracht. Dies war Hauptgrund für die lange Bauzeit, nebst Problemen mit der Wasserzuleitung und Bauunterbrüchen während den strengen Wintermonaten.

Das Ensemble auf der Lägern Hochwacht hat eine über 120-jährige Tradition mit Restaurant, Wirtewohnung und Stall für Kleintierhaltung, bekannt sind auch der Triangulationspunkt, der Flughafenradar sowie die nahe gelegene Ruine Altlägern. In den 1930er-Jahren diente der Platz auch als Startrampe für Segelflieger. Und nun erhält die lebhafte Geschichte der Hochwacht also eine würdige Fortsetzung.

 

Die Geschichte der Hochwacht

1865 Eröffnung der Eisenbahnlinie von Zürich nach Dielsdorf

1888 Eröffnung der Waldschenke

1892 Start Ausbau der Strasse nach Regensberg

1895 Bau des Wirtshauses «Zur hohen Wacht»

1903 erste Anbauten

1930 Seilbahnstation. Die Seilbahn von der Lägernweid zur Hochwacht dient dem landwirtschaftlichen Warentransport

1950 Alle weiteren Anbauten nord-, ost- und südseitig sind erfolgt

1968 Bewilligung für eine neue Küche, WC sowie einem Kiosk im Garten

1980 Bau der Wetterschutz-Über­dachungen im Osten und Westen

1986 Aufnahme ins kommunale Inventar der schützenswerten Bauten (Gemeinde Boppelsen)

2018 Baubewilligung für die Sanierung und Modernisierung des Restaurants, des Schopfes (Waldschenke) und des Stallgebäudes

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