Grabfeld für Baumbestattungen

Die Gmeind vom 26. November entscheidet unter anderem über die Schaffung eines Gemeinschaftsgrabs für Baumbestattungen.

Im östlichen Teil des Friedhofs ist ein Grabfeld für Baumbestattungen vorgesehen. (Bild: mw)

17. November 2021
16:48

Das Friedhof-Traktandum bildete den Auftakt des von rund fünfzig Personen besuchten Anlasses in der Mehrzweckhalle, der unter der Leitung von Gemeindeammann Urs Leuthard stattfand. Der Gemeinderat beauftragte im vergangenen Jahr die Tony Linder und Partner AG in Altdorf mit einer Platzbedarfsanalyse. Nebst einem neuen Gemeinschaftsteil sind künftig andere Anordnungen der Erdbestattungs- und Erdreihengräber sowie der Kinder- und Engelsgräber für Früh- und Totgeburten vorgesehen. Infolge der festgestellten Zunahme der Verwendung von Urnen empfiehlt das Planungsbüro eine Umgestaltung auf naturnahe und pflegeleichte Bestattungsformen in einem parkähnlichen Areal. Das neue Gemeinschaftsgrab auf der Ostseite der reformierten Kirche soll deshalb künftig für rund 180 Baumbestattungen zur Verfügung stehen und nicht mehr für Urnengräber. Die Kinder- und Engelsgräber werden von der Westseite wegverlegt. Die Kosten für die Realisierung des Vorhabens sind auf 191'000 Franken veranschlagt.


Sanierung von Strassenschäden
Nachdem Ende Juni 2021 ein Gewitter mit Starkregen, Hagel und stellenweisen Überschwemmungen im Schenkenbergertal Verwüstungen angerichtet hat, sind Sanierungsmassnahmen nötig geworden. In Schinznach entstanden Hochwasserschäden im Siedlungsgebiet. Besonders hart war das Gebiet rund um das Schloss Kasteln betroffen. Unter anderem konnte der Kalmbach die enormen Wassermengen nicht mehr aufnehmen. So wurde an etlichen Stellen der Strassenbelag unterspült. Die in die Etappen Nord und Süd aufgeteilten Sanierungsmassnahmen umfassen die Neuverlegung der Bacheindolung mit einem grösseren Durchmesser, die Instandstellung der gesamten Strasse vom Hof Kasteln bis zur Einmündung in die Kantonsstrasse sowie die Anpassung der Beleuchtung. Der zuhanden der Gemeindeversammlung beantragte Verpflichtungskredit beläuft sich auf 500'000 Franken. An die Beseitigung der Unwetterschäden bezahlen der Bund und der Kanton einen 60-Prozent-Anteil. Den Aufwand für die Netzerweiterung im Betrag von 200'000 Franken trägt die AEW Energie AG. So rechnet die Gemeinde mit für sie verbleibenden Nettokosten von 150'000 Franken.


Raumanpassungen Schulhaus Dorf
Mit der Einführung des Lehrplans 21 an den Aargauer Volksschulen benötigt die Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal (KSOS) gemäss Gemeinderätin Ingrid Baldinger das Hauswirtschaftsgebäude für mehr Lektionen als bisher. Eine gemeinsame Nutzung mit der Primarschule Schinznach ist deshalb nicht mehr möglich. Die ebc energie- und baucoaching gmbh, Schinznach-Dorf, beziffert die Kosten für die geplanten Umnutzungen von Schulzimmern und Werkräumen und Anpassungen im Gruppenraum im Dachgeschoss auf 188 200 Franken. – Am 1. Januar 2022 erwachsen zudem die neuen Führungsstrukturen an der Aargauer Volksschule in Kraft. Die Exekutive übernimmt von der bisherigen Schulpflege mit der vom Schulleiter geführten neuen Abteilung in der Gemeindeverwaltung die Verantwortung im Bildungsbereich. Vor allem administrative Tätigkeiten werden einen höheren Arbeitsaufwand im Schulsekretariat in der Schulverwaltung verursachen. Deshalb ist in diesem Bereich die Erhöhung des Pensums um 10 auf 50 Stellenprozente vorgesehen.


Steuerfusserhöhung unumgänglich
Gemeinderätin Elisa Landis begründete die Notwendigkeit einer Anhebung des Gemeindesteuerfusses um 5 auf 110 Prozente. Das Begehren war letztes Jahr von den Stimmbürgern nach einem Referendum abgelehnt worden. Sie betonte, das um 260'300 Franken entlastete Budget 2022 der Einwohnergemeinde rechne – trotz rigorosen Sparmassnahmen – auch mit dem höheren Wert noch mit einem Verlust von 1'308'400 Franken. Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit beläuft sich auf 1 482'520, jenes aus Finanzierung auf 174'120 Franken. Der Grund für das weiterhin ungenügende Resultat sei durch verschiedene Faktoren bedingt. Dazu zählen unter anderem der Wegfall des auslaufenden Fusionsbetrags aus dem Zusammenschluss von Schinznach-Dorf und Oberflachs sowie die getätigten und noch vorzunehmenden hohen Investitionen in verschiedenen Bereichen. Die mutmassliche Nettoschuld der 2400 Einwohner zählenden Gemeinde wird per Ende 2022 auf 6,958 Mio. Franken geschätzt, jene der separaten Wasserrechnung auf 596'004 Franken. Das Abwasser (plus 2,914 Mio.) und das Abfallwesen (185'576 Franken) weisen dann voraussichtlich in etwa diese Vermögensstände aus. Der Gemeinderat hofft, dass sich die Schulden nach der intensiven Investitionsphase mittelfristig wieder reduzieren lassen. «Der Gemeinderat Schinznach ist bestrebt, die attraktive Wohngemeinde weiterhin zu pflegen und zu fördern. Dies bedeutet, mit einer umsichtigen Finanzpolitik der Bevölkerung im Bereich Bildung, Kultur, Sport und Freizeit auch etwas bieten zu können», so der Gemeinderat. – Die Diskussionen zu den Traktanden drehten sich hauptsächlich um Fragen zu den Friedhofs-Planungskosten und den Wunsch nach einer auf die Projektsituation abgestimmten Visualisierung der Gestaltung sowie um die Sanierung der unwettergeschädigten Strassen.

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